Hippiestrand Praia do Barranco

Weihnachten also in vollem Gange. Ich brauche nen Tapetenwechsel und mache mich mal auf den Weg die Küste zu erkunden. Barranco hab ich schon jahrelang gehört gilt als der Strand für Leute von meinem Schlag. Der Weg von Barao keine 25Kilometer und bei bestem Wetter die optimale Wahl.

Es ist gut was los hier, ein Großteil der Anwesenden sind meine ehemaligen Nachbarn vom Markt und wohl auch immer wieder die zukünftigen Nachbarn mit selbem Lebensstil und gleichen Zielen. Busse, Wohn-LKW, Vans und Camper. Der Praia do Barranco ist zwar vollgeparkt aber trotzdem gemütlich und irgendwie schnell als Heimat annektiert. Der Ausblick von der nördlichen Felswand nicht nur toll sondern auch mit genügend Empfang für die Weihnachtstelefonate. Der “HippieStrand” liegt einige Kilometer abseits über eine holprige Piste erreichbar, die schlimmer als die nach Plomo ist.

Von der anderen Seite aus je nach Sonnenstand ebenfalls fotogen. Die Gegend mit einigen Wanderwegen, sonst aber unberührt. Es gibt keine Bauruinen oder geplante Erschließungen. Die weite Sandbucht ideal auch zum Surfen, leider für die Kollegen hier ungünstig bezüglich der Wellen aktuell. Deshalb leert sich auch die nächsten Tage der Parkplatz zusehends. Der Vollständigkeit wegen hier noch die Ansicht vom anderen Berg der die Bucht begrenzt.

Steile felsige Abbrüche und Reste der Brocken unter der Wasseroberfläche machen es schwierig zu angeln. Einen Köder habe ich eingebüßt und der Wind spielt auch nicht ganz mit. Gibt also keine Fische auf den Grill. Da unten von der Landzunge aus wäre das Fischen wahrscheinlich etwas einfacher… aber lebensmüde.

Die kleinen Buchten will ich unbedingt mal bei richtigen Wellen beobachten, wenn die Brandung voll gegen den Fels donnert. So heute nur das übliche Rauschen wie vom Mittelmeer gewohnt. Man fühlt sich noch gar nicht wie am Atlantik. Im Sommer hier sicherlich auch ein beliebter Spot für die Mutprobe Klippenspringen. Die Wassertemperatur erlaubt aber keine größeren Schwimmstrecken, drin war ich trotzdem jeden Tag nach dem Sport.

Auch mit dem Fahrrad bin ich so einiges abgefahren. Nach Osten über 4×4 fähiges Terrain zu den nächsten zwei Buchten und weiter zum Intermarche an der Hauptstraße. Dort nur mit Kleinigkeiten fündig geworden und deshalb (weil unzufrieden) noch zum Lidl 10km weiter gezogen. Der Dank dafür war eine etwas aufwändigere Lebensmittel Rettungsaktion geworden. Drei solcher Kartons völlig intakter Eier Plus haufenweise Brot… und keine Chance das auf dem Fahrrad heim zu bringen.

Auch war durch fehlenden Empfang in Barranco niemand erreichbar zum Abholen und andere wiederum zu weit weg für die Aktion. Was blieb mir also übrig als auf dem Parkplatz wildfremden Leuten Eier anzubieten. Klingt jetzt komischer als ich es fühlte, hab mir schon Leute von meinem Schlag ausgesucht, davon gibt es hier ja ne Menge. Einige davon lehnten aber ab weil sie Veganer waren und auf blauen Dunst nix für Andere mitnehmen wollten (verständlich). Eine Verstrahlte wiederum mussten so dermaßen den ÖkoHippie raushängen lassen, dass ich wirklich gefragt wurde was das für Eier seine… Hühnereier meine Antwort und darauf ehrlich die Gegenfrage Käfighaltung? … unglaublich. Mädel, gerettete Eier, die sonst einfach im Müll verenden. Egal, nicht aufregen, ich bekam die Kisten noch dankend los und hatte meinen Anteil auch irgendwann mit zusätzlicher Tüte zum Strand geschafft.

Es gab natürlich erstmal Eiersandwiches für alle Nachbarn. Die halbierten belegten Brote in der Pfanne kross geröstet und nen ordentliches Spiegelei obendrauf. Andere waren gestern mit Avocados erfolgreich, so gab es Guarkamole als Dekoration oben drauf. Die Hippies halten zusammen und vor allem die Rucksackreisenden waren glücklich über die Abwechslung im Speiseplan. Es gibt einige die in Zelten übernachten oder sich die Höhlen oben im Fels ausgesucht haben.

So vergingen einige erholsame Tage. Ich war etwas an anderen Bussen fleißig und hab auch gut was geschrieben. Zum hochladen auf meinen Arbeitsplatz mit Übersicht. Homeoffice kann ja jeder. Beachoffice ist da schon seltener.

Die gewöhnlichen Beschäftigungen wie Lesen am Strand und Sonnenuntergänge verfolgen rundeten den Urlaub ab. Zum Aufgang klappt das natürlich auch immer noch, da die Abende an einem der zahlreichen Lagerfeuer nicht exzessiv ausarten müssen. Kann mich nur nicht entscheiden welches Motiv ansprechender ist. Kurz vor knapp mit gleißendem Wiederschein in den Wolken?

Oder klassisch mit orangem Feuerpunkt und dessen Reflexionen im Wasser?

Praia do Barranco wird mich wieder sehen. Vorerst reicht es aber wieder mit Strandleben. Weihnachten ist auch vorbei. Hatte zwar überlegt Silvester hier zu verbringen, aber die Mehrheit der Kameraden zieht auf und davon zur Pizza Party. Was das wiederum auf sich hat erklärt der nächste Blog.

Spontan mache ich mich schonmal auf den Weg und will unterwegs alleine Neues entdecken. Die anfänglichen fremden Gefühle beim Grenzübertritt aus dem bekannten Spanien in das andersartige Portugal haben sich komplett aufgelöst. Ich lerne per duolingo app fleißig portugiesisch und fühle mich hier bisher überall pudelwohl. Würde sogar behaupten heimeliger als im großen Nachbarland.
Portugal, ein Traum… hätte ich das früher schon entdeckt wäre Marokko wohl nie solch ein Ding von mir geworden. Sollte also so sein, im sechsten Jahr auf Reisen das erste mal in Portugal… und keinen Tag zu spät… oder zu früh? Auf jeden Fall genau richtig.

Ab geht es über die holprige Straße in neue Abenteuer.

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