Basiscamp Santa Fe

Meine Basis für die Exkursionen in der Umgebung war also Santa Fe, genauer gesagt der Olivenhain an den Hotsprings. Nach der Rückkehr vom Tapas Abend fand ich meinen Platz mit dem Anhänger wieder wie ich ihn verlassen habe. Auch meine Nachbarn waren größtenteils noch die Selben. Den Briten vom Parkplatz an der Uni habe ich mitgebracht, da der davon noch nix gehört hatte und der Weg nicht immer einfach zu finden ist. Den Rest des Sonntages war ich dann glücklich über das warme entspannende Bad und relativ wenig Publikumsverkehr.

Eigentlich habe ich keine Pläne, aber grob überlegt man sich schon wo man wie lange bleibt und was als nächstes Ziel angesteuert werden soll. Ich hänge ja immer ne Woche mit dem Blog zurück und bald ist Weihnachten. Wenn auch der Blick auf die schneebedeckten Berge passend erscheint habe ich nicht vor die Feiertage hier zu verbringen.

Santa Fe muss man selbst mal erlebt haben um sich ein Bild zu machen, hängen auch schon echt verrückte Zeitgenossen hier rum. Die Umgebung hat wie erwähnt auch einiges zu bieten, vor allem hatte ich in den letzten Jahren immer viel Spaß mit dem Motorrad im Wald dahinter. Die Dehesa de Santa Fe eigentlich ein „parque urbano“ mit Rastplatz und Wanderweg. Hat aber alles schon bessere Zeiten gesehen.

Entgegen der Olivenplantage direkt an den Quellen sind die anderen in der Gegend nicht verlassen und aufgegeben. Hier wird noch fleißig gepflegt und gewässert, beackert und irgendwann auch geerntet, heute ist es soweit und interessant anzuschauen.

Natürlich keine Handarbeit mehr wie in Marokko oder auch auf Sizilien gesehen. Hier gibt es einen Arbeitstrupp der Netze unter den Bäumen auslegt, damit ein Trecker mit Spezialaufsatz den schwierigen Teil übernehmen kann. Er greift den Stamm und schüttelt mit ungeheurer Frequenz den ganzen Baum bis er seine Ölfrüchte fallen lässt. Sowas kann nur starkes Olivenholz aushalten. Nebenbei wird mit Stöcken auf die Äste eingedroschen. Damit noch nicht genug, es folgt der Handarbeitstrupp mit Spezialequipment der Marke mit dem orangen Gehäusen. Eine vibrierende Gabel macht die Feinarbeit.

Die Jungs haben mal Modell gestanden und sich amüsiert, dass mich deren Arbeit interessiert. Lohn der ganzen Plackerei ist am Tagesende ein 20Kubik Container Oliven mit Blattresten. Grob geschätzt haben sie nur einige Reihen dafür leer gemacht und vielleicht 50-100 Bäume beerntet.

Die Anzahl der Oliven in der Umgebung ist nicht abzuschätzen, soweit das Auge reicht…

Ich mache viel Sport und genieße die Tage, hab einige interessante Nachbarn und auch immer was am und im Bus zu organisieren. Doch wenn die Sonne unter geht wird es recht schnell kühl. Sicherlich einstellige Temperaturen und der Ofen ist für den Morgen vorbereitet. Abends hält die Dämmung im Bus aber richtig gut moderates Raumklima aufrecht. Man kann es sich gut gehen lassen. Today is a good day.

Doch um in der Gruppe gemütlich draußen zu sitzen bedarf es schon eines Feuerchens. Brennholz ist dementsprechend aber rar in der Umgebung. Auf die Idee sind in den letzten Jahren schon so einige gekommen und haben jeden trockenen Ast aus dem Wald entfernt. Ohne Fleiß kein Preis und mit Hilfe der Truppe haben wir mal nen toten Baum in Angriff genommen. Mit der Axt gefällt, in zwei Teile gehackt und per Seil zum Camp gezerrt. Wieder eine Aufgabe erledigt die nach Freiheit und Abenteuer schreit.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen und wärmt echt gut. Ist natürlich Anziehungspunkt und somit Schnittstelle verschiedener Kulturen, Sprachen und Geschichten. Toller Abend.

Feuer kann natürlich auch außer Kontrolle geraten. Trockenheit hier eher nicht das Problem und der Bewuchs auch spärlich. Eine Schwedin durfte erst vor wenigen Wochen ihren Heimweg zu Fuß antreten, nachdem ihr Untersatz in Flammen aufging. Mit der Kippe im Bett eingeschlafen… naja Hörensagen. Aber definitiv ein T3 weniger auf dieser Welt. An den Teilen echt kaum was zu gebrauchen, ein Mechaniker kann vielleicht noch Teile aus dem Motor weiterverwenden… mal sehen wie lange der hier jetzt steht.,

Immerhin ist der T3 mit dem Motorschaden der die letzten zwei Jahr hier stand nicht mehr anwesend. Dafür hab ich nen Franzosen im Bremer mit Koffer aber ohne Motor entdeckt, der den Rekord hier nun brechen will. Auch haben sich so einige mehr als fest eingerichtet. Gartenzäune, Pavillons, Boden mit Paletten und Teppichen gegen Schlamm geschützt, angelegte Feuerstellen und Lehmöfen, richtig aufgebaute Camping-infrastruktur…. in der Summe teils echt wie ein Sperrmüllhaufen. Eine Familie direkt neben einem Becken verbringt ihren ganzen Urlaub hier.

Kann mir schönere Orte vorstellen und mein Entdeckerdrang ruft mich zu neuen Taten. Der Abend gestern ein perfekter Abschied. Ich räume meine Hütte auf, dazu gehört auch mal den Ofen leeren, und bin fast weg. Hier mein Wärmespender in all seinen Einzelheiten. Kaminzüge mit Fallwindaufsatz, Ofenkörper mit Türen und Deckel mit Kochringen, simpel und effektiv. Die Platte zur Durchführung nach draußen steckt noch im Fenster.

Das Leben ruft, nicht nur bei mir sondern auch in der Nachbarschaft. Der Schäfer der hier ab und an mit seiner Herde vorbeikommt, die zum Glück einiges an Biomüll in der Umgebung wegsammelt, hat nun etwas mehr zu behüten. Das Wunder der Geburt, direkt neben meinem Bus. Schon eine glitschige Angelegenheit und das zitternde, nasse kleine Ding ohne Vorwarnung in eine verrückte Welt geworfen. Nur wenige Minuten Zeit um sich zu orientieren, schmatzend von der Mutter trockengelutscht zu werden und mit so einigen Fehlversuchen endlich auf die Beine zu kommen.

Doch es gibt zumindest bei diesem schwarzen Schaf keinen Ausweg. Es muss auf die Beine kommen und der Herde folgen… Ich dagegen mache mich vom Acker. Brauche mal wieder etwas Ruhe und ziehe mein eigenes Ding durch. Was mich erwartet? Keine Ahnung, Die Richtung steht zumindest fest. Go west…

3 Gedanken zu “Basiscamp Santa Fe

  1. Marcus BULLIZEI schreibt:

    Hallo!

    Von dem T3 ist nichts mehr zu gebrauchen, so wie der aussieht. Der ist einmal „richtig durchgebrannt“.

    Kann, wie vom Hörensagen, ne Kippe gewesen sein (wäre dann „eigene Dummheit“), aber bei den T3 sind nach rund 30 Jahren einfach gern mal Spritleitungen porös und „frei durch den Motorraum fliegender Sprit“ in Verbindung mit Hitze und / oder Strom kann schnell ne heisse Kiste werden. Beim Diesel gerne auch mal Öl oder Sprit auf den heissen Turbo und es fackelt.

    BULLIZEIliche Grüße

    Marcus

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