Cala del Plomo am Cabo de Gata

Nach der Übernachtung in Agua Amarga ging es also hinein in den Nationalpark. Ich kenne Cabo de Gata recht gut und die angesteuerte Bucht im Norden namens Cala del Plomo gilt als mein Favorit. Es ist recht wenig Platz dort am Ende der 7km langen Piste, komme was wolle ich bleibe irgendwie in der Nähe, zur Not bis ein Platz frei wird. Die Piste kein Problem und auch die Wasserquelle zwischen den zwei Palmen am Wegesrand nahe des ersten Hauses ist noch funktionsfähig. Voll machen, Aufenthalt unbestimmt. Das Wasser ist kühl, klar und ohne Chlor, wahrscheinlich aus einem Brunnen, den Rest macht die Anlage

Bei Auffüllen überholen mich zwei klassische Camper und ich ärgere mich über die paar Minuten, falls das zum Schluss in fehlende Parkplätze ausufert. Immerhin erwarte ich hier noch Gesellschaft und drei weitere Busse zur Verabredung. Am Ende der Piste dann die Überraschung, kaum jemand hier. Zwei Franzosen, ein LKW und ein Düdo mit Holztür der mir bekannt vorkommt. Beide stehen in der geschützten Ecke mit den Neuankömmlingen in weiß vor der Nase. Die kleine Gasse zu den Häusern am Ende der Bucht noch völlig frei, liegt wohl an den Parkverbotsschildern. Eigentlich sinnlos, da campen theoretisch sowieso im kompletten Nationalpark verboten ist. Also Jippi und ran an den Strand.

Die Aussicht aus dem Schlafzimmer und Esstischfenster mit Blick aufs Wasser, die Tür am Weg und damit die Sonne morgens durch die Frontscheibe. Das Wetter lacht, was kann es tolleres geben?
Es ist irgendwas um Wochenanfang und nicht viel los. Der Bauer mit seinem Trecker passiert winkend und hat nix gegen die Fahrzeuge die nun hier zusammen gekommen sind. Drei Berliner Mädels mit Sprinter, Vario und LP und damit der komplette Bereich in der Sackgasse abgedeckt, herrlich. An dem LP hab ich im Sommer gearbeitet und meine Sache gut gemacht, ohne Probleme die Strecke hier runter geschafft. Für alle die erste Reise in den Süden und die Bucht raubt ihnen fast den Atem. Hier mal ein Blick von oben, die Camper auch wieder weg.

Man erkennt den weißen, dunklen und grünen Fleck als das Lager, die Franzosen etwas weiter links hinter dem Gebüsch. Die Bucht eingefasst von tollen Felsen, die von der Zeit und dem Wasser zu skurrilen Formen geformt wurden. Die idealen Plätze um zum Zeitvertreib endlich mal die Angel auszuwerfen.

Doch mit den Gummifischen an der Leine geht hier gar nix. Durch Zufall gesellen sich auch die Franzosen (Punker) mit ihren Ruten zu mir und haben einen Spanier dabei der in nem kleinen Jumpy wohnt und deswegen von mir beim ankommen übersehen wurde. Die Kommunikation funktioniert und wir tauschen Erfahrungen aus. Sie angeln mit Senkblei und einem kleinen Haken direkt unter der Kante auf dem Boden. Es gibt Stellen wo Sand liegt den man 5-7m tiefer aufgrund der minimalen Brandung gut durchs klare Wasser entdecken kann. Dort bleibt nix hängen außer ab und an einer der kleinen Fische. Als Köder die Pulpo Reste von den Fischern die Nachts kommen und ihr Profi-Equipment locker 100m rauswerfen um dort Tintenfische zu angeln. Ich war eher auf was größeres aus, doch in der Summe machen 15-20cm Fische auch ne anständige Mahlzeit. Hübsche rote Dinger mit etwas Farbe an den Seiten und gut bestachelt. Schnell nochmal das ausnehmen zusammen erledigt und ich bin später zum snacken eingeladen, paniert und frittiert gibt’s die. Fotos leider nicht… diesmal. Wir bleiben alle eine Weile hier und vertreiben uns sonst wie die Zeit.

Ich zum Beispiel hab mir zur Aufgabe gemacht ein Stück Strand kreisrund von den Steinen zu befreien. Ne handbreit tief kommt da einiges zusammen. Die Überlegung war ne gigantische Sandburg mit Graben und so zu bauen… am Ende blieb es doch bei nem Kreis in dem Atlas schön buddeln konnte.

Die Gegend erkundete ich natürlich auch in alle Richtungen. Die Bucht ist nur bewohnbar und mit etwas Landwirtschaft und Oliven bewachsen, da irgendwo Wasser zu finden ist. Ne Leitung hier hinter gibt es nicht, auch keinen Strom, alle der rund 10 Häuser haben Solar auf dem Dach. Eingangs des Tals befindet sich eine alte Ruine, die mal ein tolles Anwesen mit viel Freifläche drumherum gewesen sein muss.

Leider alles schon zerfallen und ohne Dach nicht schnell zu retten. Ich mag es Feldsteinmauern und alte Konstruktionsweisen zu betrachten. Tolle Architektur, und auch die Tür noch sehr sehenswert.

Zu dem Anwesen gehört ein rundes Gebilde ohne erkennbaren Eingang, daraus ragen Reste eines Aquäduktes, das sich 50m weiter in einem großen Bassin ergossen haben muss. Also Da kommt das Wasser her und rund wahrscheinlich weil ne Art Mühle oder Ochsenrad oben drauf installiert war bevor es pumpen gab…

Ich schaue mal durchs Gebüsch in den kleinen Gang hinunter in den Keller und siehe da… Wasser klar und immernoch dort.

Der Bereich hier vorne auch immer wieder von mir beim Joggen besucht. Zum Sonnenaufgang der Blick Richtung Wasser echt toll. Wenn ich mich also unter Zwang mal irgendwo sesshaft machen müsste, wäre hier definitiv ein Plätzchen dafür.

Ich habe natürlich auch die Berge nach links und rechts erkundet, dazu aber mehr im nächsten Blog. Wir haben echt ne gute Zeit hier und es kommt noch ein junger Spanier mit Zelt und Motorrad zur Truppe der dann doch ein paar Tage länger blieb als geplant. Lag wohl am gemeinsamen Essen (ich hab mal ne Paella für alle gemacht) oder dem anständigen Lagerfeuer am Strand mit allem was zum Hippi sein dazu gehört. Es wurde nie langweilig und wir gingen öfter mal zum angeln, auch Seeigel gibt es mehr als genug in der Gegend (hab ich aber diesmal nicht probiert) und Baden war natürlich neben in der Sonne liegen weit oben auf der Rangliste. Dabei entdeckten die Franzosen einmal einen Handteller großen Tintenfisch mit Tentakeln in Armlänge direkt im seichten Wasser. Der Kerl war neugierig und grapschte sich an dem Schilfrohr fest das ihm gereicht wurde, so konnten wir alle in Ruhe einen Blick werfen… und ihn dann ziehen zu lassen. Viel Glück, dass du den Profi-Anglern entkommst… sind schon echte Banausen die Spanier, mit Knicklichtern und aller modernster Technik. Natürlich alles in Plastik verpackt und meist mit einigen Bier die ganze Nacht über auf Beutezug. Aufräumen am Morgen ist dafür nicht so angesagt und ich habe so einige Tüten Müll und brauchbares eingesammelt, was wohl wegen fehlendem Wind und Wellen nicht wie üblich und Zauberei im Meer verschwindet. Bei uns alles ganz gesittet.

Und der Erfolg dann auch mit Olivenöl in der Pfanne. Von den roten hab ich keinen mehr bekommen, aber die unscheinbar silbernen schmecken auch gut. Vielleicht die gleiche Sorte, die ich im blog zuvor am Strand gerettet habe, so ist der Lauf der Natur. Dazu den bläulichen größeren, Thun oder Makrele…? Muss gestehen, den hab ich nicht selbst rausgeholt, sondern am Morgen neben Überresten der Angler auf den Steinen gefunden. Augen und Kiemen noch klar, also frisch und überaus lecker.

Alles in Allem ein Ort an dem man es sich gut gehen lassen kann. Weit ab vom Schuss, sodass es niemanden wie in den anderen Buchten interessieren sollte… oder doch nicht. Die Guardia Civil als “Forestier” Ausführung kam vorbei. Hat zwar Personalien von allen Beteiligten aufgenommen aber nix von Konsequenzen oder Verschwinden gesagt. Sie kommen wohl nicht wieder, können aber nicht für ihre Kollegen sprechen und ob die das Parken hier interessiert. Das kleine Feuer im Steinkreis am Strand auf dem die Paella Pfanne lecker dampfte war denen auch egal, es kann doch so einfach sein.

Paradies gefunden… mal wieder.

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