Punto Mascarat

Die Bucht umzingelt von Appartementhäusern und Residenzanlagen, doch etwas oberhalb und relativ leer zur aktuellen Saison. Das mir wichtige Stück wilde, unbelassene Natur finde ich auf der kleinen Landzunge am anderen Ende der Bucht gegenüber dem Jachthafen, welche sich zum erholen und gedankenverloren aufs Wasser starren super eignet.

Der Sonnenaufgang direkt dahinter und das Pendant am Abend auf der anderen Seite hinter den Bergen nicht weniger ansehnlich. Ein paar Wolken machen es mal wieder spannend. Die Hügel dort immerhin 1400m hoch und die Wolken verfangen sich in den Gipfeln.

Der Weg zu meinem idyllischen Spot führt vorbei an einer Wohnanlage die mit Luxus wie Pool mit Blick aufs Wasser aufwarten kann. Die kleine Glaswand würde mich von einem Bad nicht abhalten, die kalten Temperaturen jedoch schon, das Meer hat da ein paar Grad mehr zu bieten.

Wenn man sich das Gelände auf einer Karte von oben anschaut scheint es nicht so ruhig wie in der Realität. Es verirren sich tagsüber nur knapp 10 Fahrzeuge auf diesen offiziellen Parkplatz und die Beachbar hat etwas Laufkundschaft. Der Besitzer ein Israeli, der natürlich bester Freund von meinem Futterbettler Atlas wird. Er hat einen kleinen 2Monate Pinscher und der ist Attraktion hier. So sitze ich also mal mit einem Belgier, Briten und Skandinavier und quatschen etwas, die Bar existiert schon länger, steht aber zum ersten mal auch im Winter hier. Ich hab mich vorgestellt und kann also auch Atlas frei laufen lassen, mache aber doch lieber mein eigenes Ding. Einen Tag nutze ich zum Beispiel für einen kompletten Hausputz inklusive Matratze ausklopfen und Bettzeug wechseln.

Herrlicher Rundumblick aus meinem Schlafzimmer. Die Gegend mit Spaziergängen und Jogging erkundet endet die Ansiedlung östlich an einer steilen Felswand, wo die Brandung geräuschvoll gegen knallt. Westlich hinterm Jachthafen auch wieder eine steilere Gegend mit versteckten Villen ähnlich wie auf der Route seit Denia. Dahinter dann der Küstenort Altea der aber außerhalb der Reichweite ist und später passiert wird. Im Einzugsgebiet aber noch eine interessante Kirche, die man so hier nicht vermutet hätte. Russisch orthodox und komplett als Blockhaus errichtet.

Sie befindet sich oben nahe der Hauptstraße und ist sehr gepflegt, lässt darauf schließen, dass die reichen Briten nördlich der Region hier nun von Russen abgelöst wurden. Statt in sibirischer Kälte steht der Ivan nun zwischen Palmen und predigt.

Der Prunk innen muss Spaniern mit relativ nüchternen Gotteshäusern seltsam vorkommen. Doch auch in Italien hab ich eigentlich schon mehr als genug gesehen und bin hier eher aus Langeweile mal zum Gucken hin.

Der Blick auf dem Rückweg hinunter in den Hafen schon auch reizvoll. Werde ich mir mal im Vorbeigehen ansehen.

Hübsche Boote und Schiffe an den Stegen und auch in der Werft kann man staunen. Mit dem Kahn hier älteren Semesters ließe es sich auch gemütlich um die Welt schippern… als Dreimaster aber nicht ohne Crew zu bändigen.

So kehre ich also zurück zu meinem “Wüstenschiff” und plane die nächsten abschnitte meiner Tour. Hier raus ist auf jeden Fall gerade auch nicht so einfach, die einzige Durchgangsstraße wird mit nem Kran versperrt. Arbeiten am Hang zur Befestigung der Steilküste. Auch interessant anzusehen , wie Drahtzäune verflochten und Fangnetze im Fels installiert werden.

Alternativ gibt es nur den Weg durch den Jachthafen, der zwar mit Schranken abgeschirmt ist, aber die Durchfahrt ermöglicht. Einige hübsche Boutiquen und feine Restaurants neben Geschäften mit teurem Marine-Equipment hier angesiedelt. Und dann mein Gespann, mit leichter Note Frittenfett hinaus in die weite Welt die da noch vor mir liegt…

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