Valencia ohne mittendrin

Nach meiner Erkundungstour an dem gruseligen verlassenen Restaurant fing es auch noch an zu regnen. Was blieb mir also anderes übrig als zu fahren und einen Platz für die Nacht zu suchen. Valencia nicht mehr weit und damit auch mal wieder die Möglichkeit für Sport und Dusche. Doch das verschiebe ich auf Morgen. Erstmal heißt mein Stop Alboraya und damit die günstigste Tanke in ganz Spanien. Zum Vergleich 1,12 hier statt 1,20 bei jedem anderen Discounter die wiederum 5-10ct günstiger sind als “normale” Tankstellen. Zur Vervollständigung, bei den Franzosen ging grad nix unter 1,40.

Der Alcampo dort auch mit einem gigantischen Parkplatz direkt am Meer. Doch die letzten Kilometer Stau vor der Stadt und dank der cleveren Kreisverkehre überall auch keine Möglichkeit vorbei zu kommen. Man muss sich das mal vorstellen, in meine Richtung will niemand, doch wenn alles steht kommt auch keiner im Kreisverkehr in eine andere Richtung weiter. Der Rückstau enorm und ungelogen brauche ich für 3-4Kilometer knapp zwei Stunden.

Der Tag also gelaufen. Mir reicht’s ich bleibe hier. Kann mich direkt hinter meinem Nachbarn verstecken und hab Ruhe und ggf Windschutz. Was der wohl alles dort drin eingebaut hat? Der Regen weiterhin stark und Windböen gibt es auch, mal schauen was Morgen wird.

Wetter wieder im Rahmen, verheißungsvoll könnte man behaupten. Der Sonnenaufgang noch verschleiert, doch die Aussichten gut. Joggen entlang der Promenade Alboraya, diese streckt sich bis zu einem kleinen Hafen. Ist wohl doch ne etwas edlere Wohngegend als das Einkaufszentrum mit Baumarkt und KFC drauf schließen lässt.

Frühstück habe ich heute ausfallen gelassen, das Abendessen gestern ist auch dünner als üblich ausgefallen. Ich habe eine Mission, doch erstmal nach der kurzen Joggingrunde mit Atlas mit dem Bus ans andere Ende der Stadt. In Burjassot mal wieder ein FitnessCenter mit ersehnter Dusche. Fast Mittagszeit und direkt nebenan muss ich nur noch knapp ne Stunde warten bis mein ersehntes Buffet-Restaurant öffnet. Die Spanier haben da wirklich ne Macke und solch gigantische Fresstempel kann man sich bei uns kaum vorstellen.

Mein Ziel heute von jeder der angebotenen Speisen ein Stück oder einen Löffel probieren. Klingt jetzt nicht überschätzt, aber bei 350 angepriesenen Köstlichkeiten eine Challenge. Ich glaub ich lasse das all-inklusive Bier weg, füllt nur sinnlos den Magen und Fahren kann ich danach auch nicht mehr gut.
Ich fasse nun mal zusammen um mich nicht im Detail zu verlieren. Nach drei Stunden und ungefähr der Hälfte der dargebotenen Kulinarischen Finessen gebe ich auf. Es ist nicht mehr schön, tut weh und kann nicht gesund sein. Die Salatbar hab ich weggelassen, mich auf Asiatisch inklusive Sushi gestürzt, dachte das verdaut sich am schnellsten. Danach gab es Fisch und Krustentiere.

Letztere wurden frisch zubereitet und an den Tisch gebracht. Die Wartezeit nutzte ich mit einer Auswahl der Hälfte der Desserttheke… der andere Teil sollte zum Abschluss folgen, fiel aber aus. Auch die spanische Theke musste zu zwei Dritteln verschmäht werden, nach drei Varianten Paella und deftigen Fleischgerichten war kein Platz mehr für nix. Aufgabe und völliges Scheitern der Mission. Nicht zu schaffen. Es wären noch 10verschiedene Pizzastücke und allerlei Pastagerichte gefolgt von… mir ist übel. Warum tut man sich sowas an?

Heute ist Samstag und der Laden voll, dabei reden wir von vielleicht 500Plätzen, mein Tisch alleine hat die Nummer 256 und es gibt hauptsächlich Familientische für Jung bis alt und auch einige Geburtstagsparties. Folklore wird von einem Quintet im spanischen Outfit an einem Tisch in der Nähe gespielt. Gitarre und Gesang, einige Gäste singen mit, ist also Kulturgut. Alles in allem ein interessanter Nachmittag jedoch die Völlerei und sinnloses Fressen im Hinterkopf nur bedingt zu empfehlen. Hoffe mal es landet nicht der ganze Rest auch in der Tonne, bei nem Buffet bleibt nie aus, dass sich Gäste mehr nehmen als sie dann doch essen und ich hab soviel Zeug in die Tüte wandern sehen. Unter der Woche zur Mittagszeit ist man mit 12,- dabei, heute am Wochenende für 17,-.

Wie gesagt, Karma-Punkte bekomme ich für diese Aktion nicht, ist aber einmal auf jeder Tour sowas wie ein Ritual. Ich habe ein schlechtes Gewissen und gehe als einer der Letzten, der Laden schließt am Nachmittag um für den Abend neu aufzutischen…

Als ich mich endlich wieder bewegen kann bin ich froh direkt vorm Eingang zu parken. Mein Bett ist also nicht weit und ein Nickerchen hat sich mein Verdauungstrakt jetzt verdient. Die Etappe für heute hat nur noch 20km wieder raus aus der Stadt und im Süden Valencias an einen ruhigen Strand der auch schon öfter von mir besucht wurde. El Salar. Hier gibt es Wasser aus nem Hahn für Abwasch und Filteranlage und kalte Duschen. Platz zum Joggen und Kräfte tanken. Ich bleibe den kompletten nächsten Tag und genieße die Zeit. Es gibt nicht ein Foto, warum auch. Der Parkplatz ab Morgen für eine wohl größere TV-Produktion gesperrt. Passt super, denn an diesem Morgen fängt es wieder an zu regnen, Zeit zum Aufbruch. Wohin? Na weiter südlich.

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