letzte Etappe, mein Weg durch Frankreich

Man verlangt nach einer Geschichte, obwohl meine Reise gedanklich und gefühlstechnisch mit der Überfahrt nach Europa endete. Doch Spanien widmete ich einen Beitrag, Frankreich ist ihn ebenso wert. Wir starten also in Girona und nehmen die Passstraße nach Perpignan. Die schneebedeckten Gipfel der Pyrenäen links von mir. Wenn ich es so sehe war ich zwar schon 5-6mal in Spanien, doch auch hier gibt es einige Ecken die Neuland wären… irgendwann.

Den Tag mit etwas weniger Konzentration begonnen. Irgendwie fehlte der Sicherungsbolzen in meiner Ersatzradvorrichtung. Nicht weiter schlimm, das Teil schert nur maximal 90grad aus, jedoch ist dann beim rangieren wenig Platz zum Anhänger. Dieser wurde beim letzten Stop ziemlich in Mitleidenschaft gezogen. Armer treuer Begleiter… das Frontblech eingedrückt, Blech aufgerissen… noch mehr auf der Agenda in der Heimat. Als wenn ich nicht schon genug zu tun hätte.

Es wird wieder flach und das Mittelmeer naht. Mir geht häufiger das Wort „könnte“ durch den Kopf. Man könnte so schön hier noch stoppen, oder dort eine neue Ecke erkunden. Leider fehlt mir die Zeit. Ich bin zwar sogar vor meinen Zeitplänen aber das spornt mich zusätzlich an. Ich freue mich auf das aktuell tolle Wetter in der Heimat, hab viel zu erledigen und Flausen im Kopf. Die Stundenlangen Fahretappen versüsst mir immer noch mein Hörspiel. Bestes Gegenmittel zur Langeweile beim Fahren selbst bei solchen Aussichten.

Angemerkt bin ich bekennender Fan von >Game Of Thrones< und die Bücher von R.R.Martin sind als sehr spannende Hörspiele gestaltet. 17Gb groß und damit ausreichend für einmal um die Welt fahren. Die Landstraßen ziehen sich und mal wieder entdecke ich meine "Freude" an Kreisverkehren. Hübsche Aussichten werden seltener, ich nehme die Nationalstraßen und umgehe Stadtzentren. Hab sogar nicht einmal den Drang gezielt nach Containern und verschwendeten Lebensmitteln zu schauen. Viele Kilometer mit der Sonne im Rücken und Blick aus dem Seitenfenster. Für mehr ist keine Zeit.

Bei Sete an der Küste halte ich für den obligatorischen Abschied vom Mittelmeer. Trois Degees heißt dort ein Parkplatz der Camper nur gegen Gebühr beherbergt. Für den kurzen Stop reicht aber auch die Einfahrt. Atlas tobt durch den Sand und ich bewege meine Knochen auch mal etwas sportlich. Gutes Essen und weiter geht es nun nach Norden Richtung Lyon und Dijon. Die Farce der Kreisverkehre erreicht seinen Höhepunkt. Verkehrsbremse nicht nur durch die Bauform nein, man muss zusätzlich Ampeln installieren und damit total den Sinn dieser Einrichtung ins lächerliche ziehen. Hassgefühle machen sich breit.

Die Neugier und der Wunsch nach einem kleinen Snack zum Abend lässt mich dann doch mal beim „Boulanger“ halten. Oft genug beschrieben sind Bäcker in Frankreich gerade an Straßen verschwenderischer als man zu glauben vermag. Belegte Brote am Abend und anderes Zeug… nagut, geht das schon wieder los.

Ich verbringe die Nacht irgendwo, vielleicht an nem Burgerladen wegen Internetempfang. Doch eigentlich sind Decathlon in Frankreich meine Favoriten. Nach Ladenschluss Platz auf dem Parkplatz mit WLAN und keine nervenden Kinder oder fettleibige Fressmaschinen die ablenken. Ansonsten kann ich Einkaufszentren auch super empfehlen, wenn man mal Kontakt braucht und keine Sim Karte kaufen will. WIFI Ecken gehören heute wie die GästeRuhezonen zum guten Ton. Hier mal eine nennenswerte.

Strom am Schreibtisch, wahrscheinlich hab ich dort auch nen blog hochgeladen, auf jeden Fall ist die Pause bald wieder rum und meine sowie die LaptopAkkus wieder voll. (mein letzter Stromkonverter ist ja erneut abgekratzt) Die Entspannung will ich nicht gleich mit Verkehr ruinieren und suche eine Nebenstrecke die mich durch typisches Frankreich führt. Weinreben überall.

Leider wie überall mit gemischten Gefühlen. Monokulturen mit häufig übermäßigen Gifteinsatz. In der Summe hab ich nur bei der Vorbeifahrt an spanischen Orangenplantagen und französischem Wein mehr Giftzerstäuber bei der Arbeit gesehen als ich an den Händen abzählen konnte. Die Gewächshäuser habe ich ja zum Glück nachts passiert. Aber wir sind in Europa und der Konsument will das so.

Aprospos Konsument und so… ich hab doch mal angehalten. Meine Lebensmittelecke hat Platz und Mitbringsel aus Frankreich sind nie verkehrt. Delikatessenfleischer mit sehr großzügiger Auswahl. Neben Entenfilets und Pasteten für mich freute sich Atlas über Fleisch ohne Ende. Aber auch Oliven und Käse, Joghurts und weiteres haltbares wanderte in den Bus.

Zwei große Container voll und sicherlich mit Lebensmitteln die gespendet gerne genommen wären. Ich suche mir nur das edelste aus und ärgere mich über den verschwendeten Rest. Ein Autofahrer hält neben mir und fragt nach dem Weg. Ich bin auch nur auf der Durchreise und frage ihn ob er was abhaben mag… erstaunte Blicke. Das obligatorische Foto der aufgeräumten Beute dann etwas vorzeigbarer.

Man könnte wie Gott in Frankreich leben, keine Floskel. Nur der Diesel ist recht teuer geworden. 140ct je Liter und dazu muss man aussteigen und selbst Hand anlegen. Ich vermisse den afrikanischen Tankservice. Und selbst die Anfahrt ist ein Risiko. 3,20 sthet auf dem Schild. 3,30 hatte ich schon vor der Höherlegung, etwas Toleranz ist immer drin.

Die letzte der drei Etappen durch Frenkreich dann im Regen. Die Vogesen haben so keinen Reiz. Der schöne Fluß Doubs und die Nebenarme wären auch eine schöne Urlaubsregion, so zieht es mich aber verständlich weiter.

Unmut macht sich über zu erwartendes Wetter in der Heimat breit. Doch es zieht auf und endlich das erste Straßenschild mit deutschem Ziel. Freiburg über die Autobahn… ungewohnte Weite, unglaubliche Geschwindigkeit und trotzdem fühle ich mich bei vorbeifahrenden Autos wie im Schneckengang. Entschleunigung offiziell beendet, die Hektik Gesellschaft wartet schon.

Naja, wie man es nimmt und was man draus macht. Atlas träumt von weißen Stränden, bergigen Pfaden oder was auch immer, aber hier gibt es erstmal nix zu sehen.

Mein Zwischenziel Heimat das erste Sportcenter mit aktiver Betätigung und Dusche. Meine Mitgliedschaft startet erst in in paar Tagen wieder, so genau nimmt man das aber nicht. Und dann geht es auf zu neuen Abenteuern in den geliebten Schwarzwald. Heimaturlaub sozusagen.

Hübsches Plätzchen zur Nacht um am Morgen zu wandern. Wetter passt und Kumpel ist erst am Nachmittag zuhause. Mein erster und letzter Stop auf jeder Tour ein kleines Kaff in toller Umgebung.

Und dann hiermit offiziell: Die Wintertour ist beendet, ich bin heile in der Heimat angekommen. Den Rest des Weges nach Berlin schaffe ich auch(und über die Autobahn). Eine Zusammenfassung mit Übersicht und Fazit folgt trotzdem noch. Danke für die Kommentare der digitalen Begleiter. Großen Dank mal wieder an mein rollendes Heim, den MB407 und seine ausserordentliche Haltbarkeit und Willensstärke (von Kraft und so kann man ja nicht sprechen)

2 Gedanken zu “letzte Etappe, mein Weg durch Frankreich

  1. Christoph Gawlista schreibt:

    Kaum biste vom Kontinent – schon willst zurück und 4×4 in Südafrika übernehmen.

    Das nennt man erkrankt zu sein am Afrika-Virus!

    Nochmals Danke für Deine Beiträge/Fotos von der Reise. Ich sass Dir die ganze Zeit im Kreuz.

    Eine gute Zeit im Deutscheiligland
    Christoph/ophorus

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