Abfertigung am Diama Damm und wieder in Mauretanien

Die letzten Kilometer nach Diama, dem westlichsten Grenzübergang Senegal-Mauretanien folgen wir einer kleinen aber guten Nebenstraße. Der Ort echt winzig, bekannt nur durch den Damm und das Sperrwerk das hier den Senegalfluss aufstaut um Salzwasser Rückfluss zu verhindern. Durch die Gezeiten floss das früher bis 200km stromaufwärts und kann nun besser und geregelter für die Landwirtschaft genutzt werden.

Die nächsten paar Hütten dann Polizei und Zoll und die Abfertigung simpel. Es wird mal wieder nach Stempelgebühr gefragt… eine ewig währende Nummer in Westafrika, gibt nix. Geldwechsler sammeln sich um die Busse, Ougiuiya heißt jetzt wieder die mauretanische Währung und Franc CFA brauchen wir nicht mehr. Jeder probiert uns übers Ohr zu hauen also machen wir erstmal den Papierkram. Aus Erfahrung kann uns demnächst aber auch keine Bank helfen, also heißt es verhandeln und alles los werden, ich hab eh nix mehr und den Rest getankt. Dann geht es zum Wehr und hier ist eine Gebühr fällig, 4000CFA für die Überfahrt. Vorher waren schon 1000,- für eine Schranke mit der Kommunalsteuer fällig (mit Ticket)

Die Anlage dann mit mehreren Staustufen und Schleusen. Der Fluss dahinter gigantisch.

Dann folgt die Zollabfertigung Mauretaniens. Erneut 55,-€ Visa und Fingerscan sowie Foto. Neuer Ausdruck in den Pass und beim Zoll erneut eine „Ehrenerklärung“ für das Fahrzeug für weitere 10,-€. Wer nun gutgläubig ist hätte sicherlich auch nochmal 10,- bezahlt als dieser Stempel final bei der Polizei abgestempelt wird, ich hab langsam keinen Bock mehr… und zwischendurch wurden wir sogar vom Kontrolleur des Fahrzeuges nach seinem Geschenk gefragt… Ich musste ihn erinnern dass wir aus Afrika zurück kommen und nix mehr übrig haben.
In die andere Richtung haben vier Leipziger Punks die Abfertigung erst noch vor sich. Viel Spaß ohne ein Wort französisch und deren Vehikel sagen wir mal sehr auffällig.

Wir sind Europa wieder ein Stück näher und zumindest dem altbekannten Marokko sehr nahe. Nur noch 800km trennen uns von dieser Grenze und wir haben nicht vor in Mauretanien zu verweilen. Transit ist angesagt obwohl unser Visa erneut für 30Tage ausgestellt ist, gibt keine Option. Doch die Reisegeschwindigkeit lässt sehr zu wünschen übrig. Der Damm eine Buckelpiste mit 25km/h Maximum.

Wir wollen auf den letzten Metern unbefestigter Straße für diese Tour nicht noch unnötig Schäden an den Fahrzeugen heraufbeschwören und sind geduldig. Mahnend steht auch wenige Kilometer weiter ein Vario mit augenscheinlich Problemen an der Hinterachse auf der Fahrbahn. Werkstatt überall, also wird gleich hier demontiert. Das sollte man sich mal auf deutschen Landstraßen vorstellen. „Tschuldigung Herr Officer, ich muss nur schnell mein Differential auseinandernehmen und ins nächste Dorf laufen um Ersatzteile zu besorgen… sollte in drei vier Tagen wieder rollbar sein und die Straße verlassen können.“

Umgeben von einem Nationalpark sollte der Damm hier eigentlich sehenswert sein, so richtig kann es mich nicht begeistern. Auf der Seite zum Fluss steht meterhohes Schilfgras und stört die Sicht. Auf der anderen Seite kann man bis zum Horizont gucken und hat dafür nix für’s Auge. Strand gibt es einige Kilometer entfernt, haben wir aber auch nicht vor zu besuchen.
Wir sind wieder in der Wüste, die Sahelzone am ausklingen und die ersten Kamele/Dromedare warten natürlich nicht lange. Hier mit Hirten der sie in Richtung Norden treibt. Lange nicht gesehen solche Viecher… werden nicht die letzten sein.

Der Park soll sonst von Pelikanen und Reihern wimmeln. Wir sehen einige wenige sind aber erstaunt über dichte Schwärme und riesiger Wolken Kleinvögel die den Horizont verdunkeln und geräuschvoll über uns hinweg fliegen. Schon ein toller Anblick. Außerdem gibt es Warzenschweine die immer mal wieder mit Nachwuchs im Schlepp die Straße queren und vom Wasser aus dem Schilf kommen und in der Ebene verschwinden. Schlecht aufs Bild zu bekommen, nur diese beiden die im Schutze des gleichfarbigen Drecks am Straßenrand ein Nickerchen halten.

Auf dem Damm immerhin leichter Verkehr und ab und an begegnet uns ein Fahrzeug. PickUps oder Kleinbusse normalerweise. Was uns aber bei einem Stop einholt ist ein echter Gigant und brachte die Erde zum Beben. 12Zylinder 19Liter Hubraum… 8 angetriebene Räder, ein rollender Bunker.

Das junge holländische Pärchen auch auf dem Rückweg aus der selben Region und mit ähnlicher Reiseroute. Wir quatschen ne Weile und verabreden uns grob in Dakhla… noch 1000km bis zur Zivilisation könnte man meinen. Die Buckelpiste macht dem Gefährt nix und sie geben Gas, dafür mit Headset weil sonst die Geräusche alleine vom Antrieb ohrenbetäubend sind.
Irgendwo mitten drin steht nochmal eine Hütte mit Parkwächter, also nem Ranger. Er will Eintrittsgeld und ich glaube auch das nochmal 4000CFA, also fast 7Euro. Sollte hoffentlich der letzte Posten sein, der auf diesem Trip bezahlt werden muss. Wir schaffen es vor Einbruch der Dämmerung auf die Teerstraße die Richtung Hauptstraße in die Hauptstadt führt. Suchen uns abgelegen einen ruhigen Platz für die Nacht und sind nun wieder von Sand umgeben.

Abgeschiedenheit in der Wüste, hab ich irgendwie nicht vermisst, Morgen haben wir ne große Etappe vor, ausschlafen und Abfahrt am Morgen…

2 Gedanken zu “Abfertigung am Diama Damm und wieder in Mauretanien

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