Fort Bou Jerif – Ruine mit Oase

Ich bin also auf der Piste vom Camp am Fort zum Atlantic gestrandet. Die Schwalbe streikt wegen einer Kleinigkeit, die ich hier aber nicht beheben kann. Benzinzulauf abgebrochen dank Vibrationen…. kann ja passieren, ansonsten macht das Ding echt alles mit. Hier mal von unterwegs was mitgefilmt.

Mir bleibt also nur Schieben und auf Passagen warten wo ich bergab rollen kann. Richtung bekannt, Strecke auch, los geht’s. Doch ich versuche mein Glück mal im Camp, ob jemand grad seine mails checkt oder ich Empfang habe. Die Einzigen die hier mit dem Bus her könnten wären die Schweizer im Mercedes Igelhaut. Es klappt und sie fahren mir mit Ollis Anhänger entgegen. Aus vier Stunden laufen wurde mir ein Großteil abgenommen, DANKE.

Hallo Abenteuer

Angekommen und ausgeruht ist der Neujahrstag noch jung. Ich brauch ein anderes Spielzeug und wechsle schnell den Untersatz aus der Garage. Wegen des geringen Kraftstoffvorrates jedoch nur für die nähere Umgebung geschaffen. Außerdem heute mit Startschwierigkeiten. Ist einfach nicht mein Tag, durch das ganze geschuckel auf dem Hänger hat’s den halben Tank durch den Vergaser in den Auspuff geflutet, das ist ne Sauerei.

Zum Spielen in den Ruinen hat es aber noch gereicht und freigebrannt ist nun auch wieder. Herrlicher Zweitaktduft. Dazu gesellt sich Olli mit seiner TS250 und hat dank getrennt-Schmierung ne ganz andere Qualmnote. Keiner da der sich beschweren könnte.

Nur am Nachmittag erscheint wieder der Typ auf dem Roller und fragt warum wir noch nicht weg sind… da er nicht damit den langen Weg über die Piste nur zum Anschiss auf sich genommen hat gehen wir von einem Auftrag vom Campingplatz aus. Die wollen uns hier nicht frei stehend in Ruhe lassen. Die Polizei war ja gestern schon kurz da und hat uns einen Guten Rutsch gewünscht, den Rest haben wir wohl einfach nicht verstanden… und hoffen, dass die nicht schon wieder 40km aus Guelmim anreisen möchten. (PS, ist der selbe Bezirk wie die Quelle bei Fask und wir müssten dort langsam schon ne Datei haben, nur waren es andere Uniformierte)

Es gibt am Abend also nochmal Feuer und große Runde quasi zum Abschied, da einige und darunter auch ich Morgen die Segel streichen werden, Marokko ist groß und es wartet ein neues Abenteuer auf uns. Toller Stellplatz auf jeden Fall.

Auch Robin folgt und gibt für die Fahrt nach Süden seinen Stellplatz mit Hängematte auf, der abgeknickte Eukalyptusbaum echt ein Überlebenskünstler, wächst seitlich weiter in die Höhe.

Die Umgebung war auch super zum slacklinen und die Hunde hatten alle 1, 2, 3, 4, fünf – sechs mit Atlas freien Auslauf. Aber Freiheit kann man erst Recht an unseren nächsten Zielen genießen. Zusammen mit Olli werden wir also zu Dritt den Weg Richtung Dakhla auf uns nehmen. Die Entscheidung ist gefallen, das Reisehandbuch für dort unten sehr interessant und die Reisekasse noch im grünen Bereich. Um mal Zahlen zu nennen hat mich der ganze Trip über die letzten 6 Wochen bis hier runter samt Fähre knapp 800,- Teuros gekostet. (klingt jetzt umwelttechnisch nicht schön, man sollte aber bedenken, dass Andere in der Heimat das als Heizkostenzuschuss zur Miete mit Nebenkosten alleine im Jahr zahlen und damit erheblich mehr ausstoßen. Living on the road… Da fallen die nächsten 1500km in die Westsahara auch nicht ins Gewicht. Geld ist ja doch irgendwie gerne Thema, der Großteil ist für Diesel drauf gegangen, wenn auch dank gratis Salatöl ordentlich gespart.

Ich hab Buch geführt und würde grob überschlagen noch keinen 100er für Nahrung ansetzen (inklusive ‚Tausch’Bier und Konserven aus Spanien), Containern ließ mich bis Algeciras gratis leben und sogar Vorräte aufstocken. Lebensmittel sind hier günstig, egal ob Gemüse vom Markt oder ab und an Snack oder Suppe im Bistro.

Wir machen nochmal m Camping Halt und wollen etwas auffallen. Die Hälfte der Truppe will weiterhin hier bleiben und ich spiele den Köder der abmarschierenden Karawane.

Kein Wunder warum hier keine Kundschaft ist, Hotel Restaurant Camping Fort Bou Jerif. Der Platz für WoMos eine ummauerte Fläche auf Kies mit Blick auf immerhin Palmen und ein Walskelett, sonst keine Abwechslung. Der Rest der Anlage gepflegt und auf 4×4 Touristen ausgelegt. Beduinenzelte und hübsches Restaurant. Die Preise dementsprechend europäisch und für uns mit 80dH zu hoch und das doppelte vom üblichen Camping im Land, was wir uns auch schon nicht leisten wollen.

Der Plan geht immerhin auf, die zurück Bleibenden haben heute Abend Ruhe. Team Blau, meine Begleiter der ersten Stunde ab Fähre schlagen nun wieder den Weg nach Norden ein und die Österreicher mit dem gigantischen LT sind auch auf dem Weg. Das Teil hat es echt auch her geschafft, man glaubt es gar nicht bei dem Überhang, Foto stammt noch aus Essaouira, wo wir die Familie trafen. Verlinkt dank facebook Vanlife Marokko Gruppe gab es auch noch weitere Besucher unserer Treffen Weihnachten und Silvester.

Die Holperpiste bin ich dann mal etwas ungeduldiger voraus gefahren. Dank optimierter Federung und größerer Reifen bügelten sich die Rillen und Steine bei mehr Tempo einfach weg. Das Staubaufkommen jedoch war immens. Abhilfe schafften dort meine Schaumstoffeinleger für die Trittbereiche und geöffnete Rheumaklappen (im Kniebereich), die durch den Fahrtwind einen Überdruck in der Kabine herstellen und den Staub draußen lassen. Düdo rockt.

Die letzten Kilometer bis Guelmim zurück dann wieder Ödnis, geht aber nicht anders, die Straße beim Plage blanche eine Sackgasse und wir wollen nach TanTan weiter.

Einzige Abwechslung die definitiv einen Stopp wert war, der deutsche Setra mit seiner Oldi Besatzung. Herrlich anzusehen und auf facebook geteilt auch schon einigen Anderen im Lande aufgefallen.

Guelmim nur für kurzen Halt geplant. Kaum hab ich angefangen vom Geld zu Reden muss ich wieder welches ausgeben… Mein Ersatzreifen ist kaputt, nicht reparabel, Karkasse gebrochen und ich suche seit Wochen preiswerten Ersatz. Mir wurde überall der letzte Scheiß, teils abgefahren und nachgeschnitten für Wucherpreise angeboten, da werde ich in den sauren Apfel beißen müssen und einen 13Jahre alten aber ungefahrenen Michelin 4×4 in 7.50×16 für 600,-dH also 60,- Tacken aufziehen lassen. Zwar etwas größer als aktuell vorne, dafür aber passender falls es mich hinten mal wieder plättet. Den Pneu zuletzt beim passieren der Stadt am Tankstellenreifenhändler gefunden führt dort also Zähneknirschend der erste Weg auf der Rückfahrt hin. Und merke: Falls ich nochmal herkomme sammle ich ordentliche Altreifen und verscherbel die hier unten.
Einen weiteren Stop müssen wir hier in Guelmim unbedingt noch einplanen… das letzte Bad in der heißen Quelle ist schon ne Weile her, ein Hammam wäre jetzt phantastisch. Man muss nur Ausschau nach nem großen Holzstapel vor unscheinbarem Gebäude halten, voila!

Herrlich und schöööön warm. Fast schon zu warm, wenn man den ganzen Tag schon im T-Shirt verbracht hat. Wasser aus dem Eimer und Seife im Handschuh auf dem Boden sitzend. Diese Prozedur hab ich ja schon des Öfteren beschrieben. Nach dem Waschgang dann ein paar Minuten Stretching auf den heißen Fliesen und zum Abschluss einfach mal alle fünfe grade sein lassen…

Das hat sich der Zwerg hier auch gedacht und wartete bei meiner Rückkehr. Warmer Gummi und ne Höhle oben drüber. Tolles Plätzchen, leider musste ich ihn/sie verscheuchen… wir wollen weiter, heute noch raus aus der Stadt südwärts wie gewohnt.

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