Freizeit in der Wüste… warum auch nicht.

So kam es also, dass wir uns von der Quelle entfernten und auf einer ebenen Fläche weiter abseits von allem was optische Abwechslung bedeuten könnte quartier bezogen. 2,5km zur Quelle und näher an den Bergen im Süden und der Oase im Westen. Idealer Platz für Ausflüge und natürlich zum Motorrad fahren.

Und jeden Morgen eine sportliche Einheit mit Bike oder Joggen zum Bad bei Sonnenaufgang. Mein französischer Begleiter Robin war ebenfalls Frühaufsteher und wie auch Atlas immer dabei. Der direkte Weg vorbei an den Bezugspunkten Palme und Ruine eine tolle Route, wenn auch hier ab und an Verkehr herrscht. Mal wieder die Truppe mit dem Höcker und wie mir scheint der selbe Kerl der uns schon mal den Weg versperrte, Atlas völlig entrüstet ließ die komische braune Kuh lieber erst passieren. Die können auch echt gurgelnde Laute von sich geben wenn ihnen was nicht passt.

Die Piste hingegen führte erst zum Oued und dann diesem folgend knapp 5km durch die buschige Steppe. Zumindest zum Wäsche waschen macht das Sinn mit dem Sammeltaxi um nicht zu viel zu schleppen.

Das Wasser mit idealer Temperatur für Handwäsche und davon hat sich in den letzten Wochen so einiges zusammen gesammelt. Ich glaub ich habe dreimal gebraucht und auch Bettwäsche und Handtücher in Angriff genommen. Trocken war alles dann in wenigen Stunden.
Doch auch die Kamele konnten sich dem Wasser nicht fernhalten. Durften sie zwar nicht, sind aber ab und an ihrem Hirten abgehauen, der dann eiligst her rannte um sie vom eisenhaltigen Wasser zu verscheuchen, nicht gut für den Magen. verbotenes schmeckt doch am Besten:

Mich hätte jetzt nur gewundert, was die Horde gemacht hätte wenn jemand drin gelegen hätte? Der Gestank einer solchen Gruppe ist übrigens nicht gerade angenehm.

Wir entspannten eine Weile und hatten auch noch einen Geburtstag zu feiern. gut ausgerüstet mit Lebensmitteln verbrachten wir hier einige Tage schon fast mit rituellem Rhythmus. Quelle zum Sonnenaufgang, Mittagsruhe in der heißen Phase, etwas Beschäftigung an den Bussen etc. Mir wäre sicherlich schneller langweilig geworden ohne die Zweiräder. Olli hat seinen großen Auftritt und die TS250 rennt wie Sau. Der erste Ausflug in die Oase Tigmert war eine tolle Tour, wenn auch ich die Schwalbe genommen habe. Beim Trialsbike lässt mich der geringe Tankinhalt von größeren Touren absehen, das Ostmoped meisterte die Piste aber ebenso gut. Dafür machte ich mich mit der GasGas auf die Erkundungsfahrten in die umliegenden Berge, ein manchmal recht waghalsiger Spielplatz.

Das Panorama auf die andere Seite der Hügelkette, also südlich unseres Platzes ernüchternd. Ein Paradies für Geologen und Vegetationshasser, hier wächst nichts, hier ist nix. Kein Baum nur struppige Büsche und Kakteen.

Diese übrigens waren bei der Fahrt meine größte Sorge. Hätte ich so einen mit dem Vorderrad getroffen, oder wäre drauf gelandet… Auaaaa. Auf dem nächsten Bild kann man übrigens, wenn auch nur aus wenigen Pixeln bestehend, unser Camp erkennen. Irgendwo mittig in der Ebene und immerhin bergab, falls mir also der Sprit ausgeht ist Trial-rollen angesagt. Immerhin hab ich ne Trinkflasche mit Treibstoff dabei und meinen CamelBak Rucksack mit Trinkwasser, tolle Erfindung aus früheren Radsportzeiten.

So ließ es sich also jeder gut gehen und mal kochten wir zusammen, mal machte jeder seins, meine Ein-Personen Tagine teilt sich auch doof, also Gemüse schnippeln, Gewürze drauf, Deckel drüber und bis es fertig ist wieder eine Tankfüllung leer fahren.

Doch alles hat irgendwann ein Ende, der Jahreswechsel steht bald an und das muss ich nicht auch hier verbringen. Der letzte Morgen dann auch mit leicht veränderter Ansicht. Nebel ist rund um das Oued aufgezogen. Das bissel Wasser aus der Quelle hat wohl irgendwie über Nacht ein Wölkchen gebildet, faszinierend.

Die Abfahrt wird dann erneut ein kollektives Ding, es gibt die langweilige Variante, auf direktem Wege zurück nach Fask und dort der Hauptstraße nach Guelmim folgen. Oder, was bereits mit dem Ausflug ausgekundschaftet wurde, eine direktere Verbindung mit anderer Strecke und Zwischenziel Oase Tigmert. Klarer Fall und die Karawane zieht weiter.

Aber selbst diese Piste war den Schweizern im Igelhaut Bremer (4×4 310er) zu langweilig und sie kamen querfeldein noch vor uns an der Ouedquerung an. Hübsch abenteuerlich, wie das aber ausgeht gibt’s erst im nächsten Blog zu lesen.

Ein Gedanke zu “Freizeit in der Wüste… warum auch nicht.

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