Südspanien

Die Quelle nördlich Mazarron nahe der Ortschaft El Saladillo (little britain) habe ich im letzten Jahr schon besucht. Da aber aufgrund der vorangegangenen Regenfälle im Frühjahr den Parkplatz direkt nebenan ausfallen lassen müssen. Als Option gab es ein Eukalyptuswäldchen und knapp 500m Fußmarsch. Mit etwas mehr Power könnte man auch hier direkt aus der Ortschaft durchfahren.

So aber einmal drum herum und an der Autobahn entlang. Bei der Durchfahrt im Ort hab ich mir noch Wasser besorgt und mal einen Blick in den Supermarkt geworfen. Ich will nem Kumpel zu Weihnachten nen fetten Schinken schicken, die Dinger am Knochen auf einer Jamboneira, dem Holzständer zum Schneiden bereit. 7kg immerhin und ne ordentliche Kiste, direkt aus der Region hier mit der Option nach Deutschland zu reisen.

Dafür gehe ich direkt zur nebenan liegenden Post >Correos< und werde bleich, als ich den Preis zum versenden höre. 55,- für ein Paket nach Berlin, kann doch nicht sein, anders herum wären das keine 20,- Euro. Mal gucken was es als Optionen noch so gibt, erstmal kommt das Ding also mit auf Reise, erster Zwischenhalt: hotspring. Den Eingang zum Pfad finde ich dank maps.me app auch schnell. Kann ich immer wieder nur empfehlen und auch ohne Internet einsatzbereit.

Meine Reifen nehmen also das erste Mal auf dieser Tour groben Schotter und getrocknete Schlammlöcher unter die Sohlen.

Die Strecke echt nicht simpel aber mit genügend Mut auch mit normalen Vans zu bewältigen. Mit etwas Distanz betrachtet doch echt ein hübscher Anblick.

Belohnt werde ich mit einer traumhaften Aussicht neben meiner Parkposition. Umrundet von anderen Hippies und Reisenden blickt man über das kleine Flüßchen in das sich die Quelle ergießt und schaut auf einen Golfplatz. Ja Richtig und es ist Wochenende, also gut was los. Dieses Geräusch wenn der Schläger den Ball trifft oder erst das elektrische Summen der Golfkarts, dagegen muss man doch mal was machen… Wer also hier vorbei fährt, bringt bitte Golfbälle mit, etwas Verwirrung stiften auf der anderen Seite wäre doch interessant.

Hauptsächlich kam ich aber wegen des 40grad warmen Wassers her, mein Nacken ist noch nicht wieder fit und auch der Rücken kann vom langen Sitzen mal nen Tag Pause gebrauchen. Ich hatte zum Sonnenauf- und Untergang jeweils sehr entspannte Zeiten aber es war zu dunkel zum Fotografieren, dazwischen immer zu viel Betrieb, also auch hier ein Bild aus dem Archiv.

Was macht man mit einem ganzen freien Tag… Ich hatte so viele Pläne, wollte Dinge bastein und natürlich auch Motorrad fahren. Doch irgendwie siegte die Faulheit und ich beließ es bei Aufräumen und mit den Nachbarn quatschen. Nettes Pärchen frisch-vanlifer und wie so viele sehr angetan von der Art lifestyle. Erfahrungsaustausch und Empfehlungen für sehenswerte Orte markiert und schon ist der Tag auch wieder rum.
Dafür habe ich am kommenden Tag Pläne, das abschließende Bad im Morgengrauen und dann mal wieder hinters Lenkrad. Gefühlt nimmt das seit zwei Wochen seinen Lauf und kein Ende, ich hoffe bald >DA< zu sein… nur wo genau? Erstmal ist Marokko das Ziel, dann sehen wir weiter. Zumindest ist es warm genug angenehm ohne Heizung zu leben. Tagsüber T-Shirt und nachts nur eine Decke… ein Leben.

Weihnachten in nur einem Monat, ich hab da mal die Vanlife Marokko Gruppe gegründet und rumgefragt, wer sich zu nem Treffen um die Feiertage einfinden würde, sieht ganz gut aus. . Facebook-Event ist erstellt. X-Mas Gathering in Tafraoute bei den blauen Felsen. Heute also weiter Meter machen. Start.

Routenoptionen gibt es einige, quer durchs Hinterland und um die Sierra Nevada rum… auf keinen Fall. Höhenmeter ohne Ende und dann versacke ich doch in der nächsten Quelle bei Santa Fe? Also runter zur Küste. Die Strände um Aguilas sollen kürzlich gesperrt worden sein, nicht nur mit Schild, nein Gräben gebuddelt und fette Felsbrocken drappiert wurde mir berichtet. Die Paella Party fällt also für mich aus… Vollmond wäre auch noch ne Weile hin und der Termin ist jetzt irgendwo in der Einsamkeit geplant.

Um der Autobahn zu entkommen muss ich auf die kleine RM332 ausweichen. Klettere so aber auch auf 500m und habe es verdient fast alleine in dieser hübschen Gegend rum zu cruisen. Nur etwas neidisch schaue ich den ganzen Motorradfahrern hinterher, die hier um die Ecken wetzen, tolles Revier dafür. Man kann nicht alles haben, meine Zeit wird kommen.

Diese Aussicht will ich mal auf einem Parkplatz geniessen und futtern wäre auch ratsam. Das sieht der kleine nett aufdringliche Kerl hier aber auch so und hat es viel nötiger. Erstmal Wasser, es ist wieder gut sonnig heute. Ich habe leider kein Fleisch mehr und muss Trockenfutter abgeben. So ausgehungert wie der ist gibt es lieber nicht zu viel und nen Schluck Olivenöl kann der auch vertragen. Atlas hat nix zu meckern, bleibt lieber im Bus.

Gesund wirkt er ja, agil sowieso, angebracht scheu und clever aus den Augen schauend. Ich hoffe es war ihm ein Fest und hilft sein Überleben zu sichern. Am Parkplatz warten ist ne tolle Idee, nur verirren sich hier zu wenig Reisende. Er springt auf jeden Fall den Rest unserer gemeinsamen Zeit um mich herum und spielt sogar mit dem Becher den ich ihm mit Wasser für später hingestellt habe… das Leben kann so einfach und schön sein. Unwillkürlich muss ich an die fetten Deutschen gemästeten Haustiere denken die ihr Dasein in Wohnungen verbringen… wer ist frei und was ist glücklich? Video vom Kerlchen gibt es noch bei mir auf facebook… wen es interessiert.

An mangelnden Resourcen kann es nicht liegen, es ist zwar Sonntag aber ich schau mal an den Tonnen auf der Route vorbei. Bisher noch nicht all zu oft da ich doch mehr Schnellstraßen als üblich nahm. Doch heute wieder Jackpot und damit auf dieser Reise jeder Versuch ein Treffer. DIA muss Inventur gemacht haben, Sonntag Mittag und etliche Tüten Gefrorenes finden sich. Zu viel für mich alleine und keine geplante Verstärkung in den nächsten Tagen ich versuche schon Passanten zu animieren, doch ungläubiges Beobachten was der Kerl mit dem Bart da macht. Fleisch und Fisch in Massen.

Ich lass dann mal die kompletten Schweinepfoten und einen Haufen gefrorener, fertig gebratener Broiler liegen und begnüge mich mit einem von jedem der anderen Leckereien. Oh man, ich sehne mich schon nach der fleischfreien Zeit auf dem anderen Kontinent. Hier meine Beute… und alles noch gefroren zur Erinnerung.

Heute gibt’s dann wohl Garnelen und ich fange damit lieber bald an, drei Kilo futtert man auch nicht schnell weg. Ich verlasse Vera und hatte schon überlegt für weitere Streuner mehr Fleisch mitzunehmen, aber hätte, könnte… es findet sich immer was. In Andalusien bin ich also und suche ein hübsches Plätzchen zur Siesta. Cabo de Gata lasse ich ebenso wie zuvor das Cabo Cope diesmal aus und passiere auch die Gewächshäuser nördlich Almeria. In die Stadt will ich nicht, also muss es vorher ne Möglichkeit am Strand geben. Ein Golf Resort… genau richtig für mich und ein weitläufiger Parkplatz vorne am Wasser. Um die Nachbarn mit riesigen MAN und deutschen Schildern kümmere ich mich später, Hunger.

Was soll ich sagen, ein Fest und Massaker zugleich. Hab sie wie sie sind einfach in Olivenöl gebraten und sogar den Knoblauch gespart und die so genossen. Kopf und Schwanz ab, den Rest durchs Mahlwerk im Mund… ein Gaumenschmaus. Bei 50 Stück hab ich aufgehört zu zählen, der Rest ist dann heute wohl mein Abendessen. Und dazwischen Literweise Wasser. Wer immer noch skeptisch ist, dem Autoren geht es auch Tage später gut, satt und glücklich.

Das Pärchen im Allrad LKW schaut dagegen etwas entmutigt aus… der MAN will nicht mehr. Geht einfach aus. Ich bin nicht in Eile, vielleicht ist es nur ne Kleinigkeit und wir schauen mal zusammen. Die Fahrerkabine hoch gepumpt wird das gigantische Aggregat freigelegt. Baujahr Ende 90er und selber Aufbau wie beim Düdo, Einspritzpume links, Filter dazwischen und Handpumpe oben drauf. Meine erste Vermutung verstopfte Filter dann ausgeschlossen, Absteller funktioniert über Zündschloss, das wiederum gibt Kontakt auf einen Druckluftschalter zur Einspritzpumpe. Ansonsten ist nen Diesel ja ein Selbstzünder, wenn der läuft läuft’s und kann nur an der Dieselzufuhr gestoppt werden… Wegfahrsperre nicht verbaut, liegt also irgendwo der Wurm in den Kabeln, nicht meine Baustelle und ich mach weiter.

Wer die sich bis zum Rande des Nationalparks ausbreitenden Gewächshäuser östlich Almerias bedrohlich findet war noch nicht in El Ejido und der Ebene drum herum. Ein Plastikmeer bevor die See das schimmern der Wellen spiegelt. Zur Abschreckung müsst ihr mal google maps bemühen. Das Klima ist angenehm, ansonsten kann hier nix gesundes aus dem Boden kommen. Düngemittel und Gestank überall, Monokultur seit Jahren, der Boden ausgelaugt. Die Industrie herum auf Wartung von Maschinen und Versorgung mit neuen Plastikfolien spezialisiert. Wasser wird von immer tiefer aus der Erde geholt, Ausbeute wohl schlecht, die Reserve pools liegen meist trocken. Und alles nur damit jeder Heini in Europa immer frische Tomaten und Gurken für nen Euro im Supermarkt bekommen kann. Von den ganzen dazugehörigen Sklavenarbeitern ungewisser Herkunft und den Wohnzuständen dazwischen ganz zu schweigen…

Schnell weg hier, am Besten über die Autovia in die hügelige Gegend der Ausläufer der Sierra Nevada. Doch auch das erobert sich der fleißige Investor als Kapitalanlage der Natur ab, unglaublich.

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