Costa Daurada – Ebrodelta

Ich hätte doch noch am Abend Barcelona passieren sollen. So aber steckte ich im Berufsverkehr auf der Umgehungsautobahn fest und musste doch mitbekommen, dass die teilweise ganz schön steil ist, wenn man nur im Schrittempo voran kommt. Zumindest ist es so keinem aufgefallen, dass ich sonst auch ähnlich langsam wäre.
Die mautfreie Autovia ist vorüber und als Alternative am Mittelmeer entlang nach Sitges gibt es nur die sehr schöne Küstenstraße durch die steilen Felswände am Wasser. Ein Traum zu fahren, und wie im letzten Jahr beschrieben am Wochenende eher ringelrein von Ausflüglern. Mein Telefon/Kamera ist grad leer, so muss ich also für ein Bild ins Archiv greifen.

Wo ich bin ist mal wieder vorne und die Berufspendler hätten heute doch lieber für die Autobahn zahlen sollen. Einige Laster stauen sich ebenfalls hinter mir, auf halber Strecke ist ein Zementwerk in dieser sonst tollen Landschaft. Ich stoppe zum Frühstück im Sonnenschein an einer der zahlreichen Parkbuchten und bin recht erstaunt als ein irisches Tramper Pärchen aus den Hügeln auftaucht. Sie haben hier ne knappe Woche verbracht und waren überall wandern. Ich konnte ein paar Lebensmittel loswerden und hätte auch ne Fahrt angeboten, bin aber noch nicht bereit zum Aufbruch. Gemeinsames Ziel Süden, mal gucken wo man sich wieder trifft.

Nach Sitges wieder auf der Schnellstraße vorbei an Tarragona und mal wieder der prallen Sonne entgegen. Es ist langweilig und der Tag neigt sich schon wieder dem Ende. Ich gönne mir den Umweg und fahre ins Ebrodelta, wo ich Morgen mal nen Tag Pause einlegen werde und nur von Sand und Wasser umgeben bin. Wir haben da vor zwei Jahren die Lokation zum Titelbild der Homepage gefunden, toller Spot.

Der Strand hier wie auch in der Carmague oder auf Römö und bei SanktPeterOrding mit dem Auto befahrbar. Eine festgefahrene Piste durch den sporadischen LKW Verkehr zur Saline hinter, mehr ist hier nicht. Tagsüber ein paar einheimische Angler und nachts eigentlich Camping verboten, wie so überall…wen stört’s.

Totale Dunkelheit in der Nacht mit vielen Sternen, aber auch windig. Hat zumindest den Vorteil, dass ich im warmen Bus gut am blog basteln kann und Zeit zum Lesen habe. Am Morgen legt sich dann alles und Wetter wie erwartet… Zeit für die ZweitakterBande. Erst ein paar Runden mit der GasGas in der 8 und dann mal die Schwalbe ausführen. Ich hab es noch nie ganz bis hinter zur Saline geschafft, sind locker 5-7Kilometer und jogging war mir da zu öde. Der alte Ost-Kult-Roller rennt wie Sau und 60km/h machen echt Angst.

Es gibt auch Videos davon… Highspeed auf dem Salzsee kann da auch nicht besser sein. Tolles Gefühl die KR51/2 mit 4Gang Getriebe zu fahren und die richtige Entscheidung für dieses Jahr. Am Ende der Strecke dann doch recht ernüchternd ein Tor. Man kann den gigantisch weiß schimmernden Salzberg in der Ferne erkennen, die Ausmaße aber nur schätzen, drauf rumturnen also leider nicht möglich.

Dann erkunde ich halt die andere Richtung und gebe wieder Vollgas auf dem Weg zurück. Das Delta ist auch Naturschutzgebiet und dank vieler Schilfflächen und sumpfigen Feldern Winterquartier für viele Vögel. Ich bin kein Ornithologe und hab auch nicht die passende Ausrüstung, aber Pelikane erkenne ich auch so, ansonsten etliches Federvieh auf dem Bild im Hintergrund.

Das kleine Hüttchen rechts hat glaub ich schonmal meine Aufmerksamkeit geweckt. Reetdach und niedlich von den Ausmaßen… da schleicht sich doch gleich noch ein Vögelchen ins Bild und will lieber Star statt Schwalbe sein.

Ich bekam noch Besuch am Nachmittag, Emelie mit der Black Pearl war auch in der Nähe und schaut auf der flachen Ebene mal vorbei. Echt viel Platz zum Auslauf für Vierbeiner hier, Doris heißt die Kleine.

Es wurden Geschichten ausgetauscht und über Technik gefachsimpelt. Besagte Emilie hatte das Kupplungsproblem welches in der FB-Gruppe 508 Selbsthilfe angegangen wurde. Immerhin hat sie es bis Spanien geschafft. Die Perle ist ein interessanter Umbau und eine echte 68er Schwedin. Mal gucken wo wir uns wieder über den Weg fahren.

Meine nächste Etappe heißt hinein in die Großstadt. Valencia ich komme. Die Straßenszene irgendwie fremd und bedrohlich.

Aber nur für einen kurzen Besuch im FitnessCenter, noch ist dafür bezahlt. Die Einheit war sehr nötig, die ganze >hinterm Steuer Sitzerei< macht echt Banane. Leider wurden die Duschen gereinigt und ich entschied schnell die Nacht in der Nähe zu verbringen und am Morgen nochmal was zu machen.
Hätte ich mal bleiben lassen sollen, hab mir bei einer Übung den Nackenmuskel gezerrt. Nun kann ich den Kopf kaum drehen…doof. Hilft alles nix, ich muss weiter. Hinterm Steuer wird das nicht besser, also mal im Fundus gekramt und den Helfer hier rausgeholt.

Rotlicht war schon immer meine Empfehlung bei Zerren, Ziehen und Rückenschmerzen, 150W und die Sonne scheint, also ran an den Konverter und die Pause vor gesunder Strahlung genießen. Manchmal bin ich echt froh so viel Zeug eingepackt zu haben, Haben ist besser als Brauchen. Als zweite Maßnahme zur Bekämpfung habe ich beschlossen schnurstracks zur heißen Quelle nahe Mazarron zu fahren und dort einen Ruhetag im “Pool” einzulegen. Heißt aber auch noch nen gutes Stück Weg voraus. Der Schnellstraße und Autovia werde ich aber doch schnell überdrüssig und wechsle dank grüner Markierung auf dem Straßenatlas in eine sehenswerte Region um Ontinyent. Handy zum besten Zeitpunkt mal wieder leer und alleine ist fahren und knipsen doch echt blöd. Hier nur ein grober Ausblick, parallel zur wenig befahrenen Straße führt eine Schlucht von Wasser ausgespühlt neben mir her. Die Hügel langsam in der richtigen Farbe wie es sich mediterran gehört und karg bewachsen.

Das Bergdorf Bocairent wäre dann auch sicherlich nen Abstecher wert, aber ich bin froh dass es läuft und halte meine Position.

Später führt es mich wieder solche Pisten entlang… die Aussicht nur noch durch den Smog zu toppen, der sich über Murcia legt. Berühmt für sein Mikroklima dank der umliegenden Berge ist der Begriff stickig hier äußerst zutreffend (hab ich mir sagen lassen)

Ich nehme also die Route etwas im trockenen Landesinneren. Die Umgebung hier viel trostloser als nahe der Küste, wo Zitrusfruchtplantagen zwar ein Meer von Grün, aber Monokultur ist. So viele Orangen und Clementinen für nicht nur den europäischen Markt… und das in einer Gegend wo Wasser rar ist und wird. Das schlimmste daran, bei vielen Plantagen sieht man, dass sie nicht mehr genutzt werden. Die Bäume sind dann weder beschnitten, noch gewässert und vieles liegt einfach auf dem Boden. In der Summe wahrscheinlicher schlimmer als mit unserer deutschen Kartoffel, die es nur zu 50% in den Kochtopf schafft, hier verkommen sicherlich mehr Früchte ungenutzt, als geerntet werden. Ich hab dann mal was eingepackt.

Vor dem Ziel nochmal Wasser aufgefüllt und meinen Weg zur Quelle gefunden, das berichte ich aber im nächsten Blog.

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