Vive la France – Transit

Ich kann nur schwärmen, ich öffne die Augen und es ist zumindest schonmal hell. Die Sonne lacht und vertreibt die Nachtkälte. Ich hab es gestern noch bis Rochefort sur Nenon geschafft, einem kleinen Ort vor Dole direkt an der Doubs. Der Fluß ist hier mit einem weitflächigen Wehr versehen, was nachts angenehmes Wasserrauschen vermittelte. Die Stelle hier war mir vor Jahren auf Kletterempfehlungen aufgefallen, denn die Wand hinter mir ist ideal und gut bestückt mit Haken. Den Abstecher war es wert, ein herrlicher Morgen.

Was wärmt besser als ein gesunder Körper von Innen heraus? Da klettern alleine doof ist und heute sowieso die Finger frieren würden geh ich am Fluß entlang joggen. Atlas freut es und ich glaube er hat auch schon umgestellt auf Reisemodus mit vielen Ausflügen und Erkundungen, statt Garten bewachen oder im Bus liegen während in der Werkstatt geschraubt wurde. Ich lass es danach heute gemütlich angehen und nutze die örtlichen Gegebenheiten um aufzuräumen, umzupacken, abzuwaschen. Fließend Wasser und festes Klohäuschen neben gut sortierten Müllbehältern… da kann man über das Camping Verboten Schild doch mal hinweg sehen, hab ja nur übernachtet.

Doch ich will weiter, immernoch zu kalt hier in Frankreichs Mitte. Ein Kumpel hat seinen neuen Informationskanal geschaltet >auf der Suche nach 20 grad< und der Ticker meint Bordeaux ist nur knapp drunter aktuell. Leider dies Jahr nicht auf meiner Route, ich würde Frankreich am Liebsten auslassen, kenn ich größtenteils schon und den Rest alleine entdecken ist eh doof. Trotzdem nehme ich altbewährtes auf dem Weg mit und halte zum Frühstück in Dole. Meiner Meinung nach ein Muss wenn man per Lyon dem Saone Tal zum Mittelmeer runter folgt. Dole liegt ebenfalls an der Doubs und hat für das kleine Städtchen ne echt prunkvolle Kathedrale. Umringt von urigen Häusern in der Altstadt nicht weit von großzügigen Parkplätzen am Fluß.

Der Spaziergang also noch eine kurze Ablenkung für heute. Unten am Fluss sind Terrassen angelegt und kleine Brücken lassen dich übers Wasser schweben. Die erste Palme steht hier links im Bild und freut sich über die Südlage.

Touristisch ist Dole gut aufgestellt, einige Sehenswürdigkeiten sind durch einen Rundgang verbunden, ich folge also mal den nicht zu übersehenden Wegweisern am Boden…

Und siehe da, nciht zu viel versprochen, die Katze, das Maskotchen der Stadt entdecke ich in einer fotogenen Szene neben dem Geburtshaus von Louis Pasteur einen Durchgang bewachend oder Sonne erhaschend.

Ein letzter kurzer Blick noch in die Kathedrale und dann bin ich auch schon wieder unterwegs.

Es gäbe die Option dem Fluß weiter zu folgen und an der Einmüngung nach Süden abzuzweigen. Oder eine kleine Abkürzung mit gut ausgebauten Sraßen bis kurz vor Lyon zu nehmen. Diese führt erst etwas durch bergiges Terrain in Richtung Grenoble, wird aber später sehr flach und gerade wenn es durch die Bresse geht. Eine Region für die Bresse-Hühnchen bei Feinschmeckern bekannt. Unsere Nachbarn legen da sehr viel mehr Wert auf Qualität und Herkunft. Hier scheint alles glücklicher und bio. Aprospos, bei mir werden die letzten Rest der eigenen rote Beete verarbeitet. Die Abschnitte und Blattreste die es nicht in den Topf geschafft haben werden mit gutem Wasser ausgekocht um Saft zu gewinnen.

Nahrungstechnisch bin ich wie erwähnt eigentlich für Wochen ausgestattet, irgendwie muss ich aber doch nen Blick in die Tonnen wagen. Hinter einem Intermarche auf der Strecke das übliche Bild, ich hab es in einem früheren Blog unter >wie Gott in Frankreich< ja schonmal beschrieben… Heute im Angebot: zu viel Merlin oder Schwertfischfilets und Muscheln.

Es war einer dieser Container die mit nem LKW geholt werden, vier Deckel und unter jedem was brauchbares zu finden, Familien hätten davon satt werden können. Ich nehm etwas, wahrscheinlich aber trotzdem zu viel mit und hoffe unterwegs verteilen zu können.

Den Rest des Tages geht es recht ruhig der Sonne entgegen. Angenehmes fahren.

Die Region bietet jetzt tausene von Seen und Teiche ringsum. Müsste ein Paradies zum Angelurlaub sein, vergleichbar mit dem Spreewald südlich Berlins. Die Hauptstraße lässt sich aber nicht beirren und führt schnurgerade durch.

Danach komme ich trotz Feierabendverkehr recht zügig an Lyon vorbei. Dank kostenfreier Autobahnnutzung um Großstädte herum echt eine Zeitersparnis und später sogar ein Stück an der Saone entlang, bevor es wieder auf die Nationalstraße geht

Das mit der Mautfreien Autobahn gilt leider nicht für Vienne etws südlich und wer nicht zahlen will muss quer durch die vom Fluss geteilte Stadt an selbigem Ufer entlang. Hier stecke ich in einem Stau und rolle gelassen im ersten Gang mit und plane die nächsten Etappen. Ich fahre heute einfach weiter bis ich keine Lust mehr habe…

Später führt die Nationalstraße sogar durch ein Kleinstadtzentrum, falls ich mich nicht verfahren habe. Leben pur und auch die Franzosen sind ziemlich gestresst vom Arbeitstag und lassen das an ihrer Fahrweis aus. Demnächst aber dazu gesondert mehr, ist schon etwas speziell hier.

Auch Morgen will ich schnell weiter, brauche also nur einen strategisch günstigen Schlafplatz, ohne pikturesque Szenerie ringsum. Ein verlassener Parkplatz hinterm Decathlon (großes Sportgeschäft) bringt nicht nur Ruhe, sondern auch Internet die ganze Nacht über. Dazu noch viel schneller als beim goldenen M ohne grölende Kinder und Frittengestank. Ausserdem echt ruhig, auch das ist vanlife.

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2 thoughts on “Vive la France – Transit

  1. muetze says:

    also wenn du dann mal wiedr auf dem Rückweg bist dann kannst du auch mal die Strecke über Macon-Chalon-Dole fahren. ist auch sehr schön, zb wenn du mal über Cluny fährst (da stehen die Überreste der größten Abteikirche) oder mal in Taize vorbei (ökumenischer Bruderorden) oder Cormatin (schönes Schloss)

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