Packmarathon – Vorbereitung ist Alles

Das Leben sollte nicht nur aus dem Streben nach Dingen bestehen… Mein Ziel war es ja bisher irdischen Besitz einzuschränken und doch, jedes mal beim Packen stoße ich an meine logistischen Grenzen.
— einfach zu viel Zeug —
Doch die ganze Geschichte von vorne: Die Rückkehr von der letzten Tour brach stressige Zeiten im Frühjahr an, meine Garage musste geräumt werden und ich trennte mich von einer Menge teils auch noch nützlicher Dinge. Berichtet habe ich über Flohmarktverkäufe und Auktionen, Kleinanzeigen und Spenden, und trotzdem wird man nie alles los. Hier Stand vor wenigen Monaten, nun passt alles in den Bus.

Den Sommer über habe ich meist im Van nahe zu erledigender Arbeit verbracht, doch auch im Gartenhaus wurden entspannte Zeiten genossen. Mein Besitz verteilte sich also etwas. Nun stand die Abreise an und “Einpacken” ist das Ritual, die Einleitung zum Nomadenleben über die Wintermonate fern ab der kalten Heimat. Planung gehört auch zu diesem spontanen Leben, wer es langweilig findet überliest diesen blog und wartet auf den nächsten Reisebericht. Jetzt geht es um die Inventur.

Aus Erfahrung setzte ich dafür mal wieder drei Tage an und war strategisch gut organisiert. Zuallererst geht es um Werkzeug, Ersatzteile und Equipment für den Van und die “mobile Werkstatt” um unterwegs Anderen helfen zu können. Ich glaubte gar nicht was da noch zusammen kommt, auch unter der Prämisse Gewichtsersparnis musste aber ne Menge zuhause bleiben. Geschafft haben es neben Flex, Bohrmaschine und Akkuschrauber der übliche Werkzeugkasten und grobes Gerät wie Bolzenschneider, Kuhfuss und gängiges Werkzeug dazu ein Kompressor. Einen Wagenheber sollte jeder an Bord haben, ich mag auch mal Spielereien und war von der Einsatzvariabilität des High Lifters / Farm Jacks sehr begeistert. Neuer Begleiter also dieses Monstrum.

Zum Bus heben an der AHK oder Stoßstange vorne, in den Felgen oder auch mit Schekeln zum Winschen über fixe Punkte. Pressen kann man damit auch, ich bin gespannt, die 20Kilogramm Gewicht kommen hoffentlich mal zum Einsatz. 3000kg kann der und über nen Meter hoch wenn nötig.

Zum Thema Ersatzteilmitnahme bei Reisen im Düdo habe ich schon viele Leute beraten, egal wie gut gewartet die Technik ist, elementare Sachen hab ich gerne dabei, man weiß nie was kommt, oder wer einem böses will. Ein Bremsschlauch ist schnell durchgeschnitten und dann steht man da. Radbremszylinder und Reparatursätze sowie Kupplungsgeber und Nehmer runden das Thema Hydraulik ab. Klar ne Investition, aber nix ist teurer als es in die Pampa einfliegen lassen zu müssen. Haben ist besser als Brauchen. Ne Wasserpumpe (obwohl die nie kaputt geht) und Keilriemen fürs Kühlsystem sind unumgänglich um weiter voran zu kommen, ein Thermostat hingegen kann zur Not auch raus. Reifenreparatursätze bei Nagelfallen oder sonstig eingefahrenen Schrauben auch ein guter Tipp. Leider hab ich hinten Schläuche und auch dafür einigen Ersatz dabei. Rollt und bremst also schonmal.

Weiter geht’s mit dem Kraftstoffsystem, Filter und Vorfilter in Mengen dazu noch ne Handpumpe und ggf. Dieselförderpumpe. Für den Notfall geht auch ne 12V Dieselpumpe zum Zwischenschalten (und Schläuche) – sollte dann reichen.

Eine Kupplungsreibscheibe sollte auch zumindest in Erwägung gezogen werden wenn man über den Zustand seiner Verbauten nicht viel sagen kann. Ich hab auch gebrauchte Ausrücklager und Druckplatten dabei, die werden aber auch in Marokko gegen anderes Nützliches eingetauscht. Das Wechseln wäre auch eine Arbeit die nicht mehr jeder alleine in freier Wildbahn erledigen möchte, muss also nicht eingepackt werden wenn man eh ne Werkstatt aufsuchen würde und hofft das die solch gängige Teile ran bekommen.
Dann gibt es noch die Sparte: “Dinge die man zwar selber nicht wechseln kann/möchte/sollte, aber nicht viel Brot fressen” ist z.B. ein Motordichtsatz oder ne Zylinderkopfdichtung sowie ein zwei Schrauben falls mal eine reißt. Abrunden tut das Ganze eine Kiste mit allerhand Kabeln und Schläuchen, Schellen und Schrauben, Kleinteilen von Federn in den Bremsen über Schalter und sicherlich ner Menge Zeug welches mir spontan nicht einfällt. Dazu Betriebsflüssigkeiten und das heißt nicht nur Öl für den Motor. (selbiges gehört übrigens ab und an mal in die Einspritzpumpe und ggf. in den Ölbad-Luftfilter) Bremsflüssigkeit empfehle ich jedem auch ne keine Falsche dabei zu haben, wenn man unterwegs was verliert und nicht mal nachkippen kann gibt als erstes die Kupplung wegen Nachschubmangel die Arbeit auf, dann die Bremsen und beides wäre blöd. DOT4 also rein, dazu Kühlerfrostschutz und ein unterschätzter Helfer, Kühlerdichtmittel. Wenn sich erstmal Risse gebildet haben könnte man täglich nachfüllen, diese verschließt das Fläschchen, hab sogar schon nen Riss im Motorblock damit “repariert”. (vor nem Jahr bei jemandem und der ist immer noch glücklich unterwegs) Für alle größeren Risse und Brüche oder kaputte Gewinde kann ich Kaltmetall empfehlen, genau wie ne Tube Sika sollte das in den Bestand.

Komfort Ersatzteile gibt es natürlich auch: zweiten Solarregler und Stromkonverter, Winkelstücken und Leitungen sowie Filter für meine Wasseranlage, Dinge die man für ggf. eine Gasheizung gebrauchen könnte gehörten auch in diese Liste. Strom, Wärme, Wasser abgedeckt. Früher gab es bei mir noch ne separate Kiste mit Ersatzteilen und Handbüchern für die Mopeds, zu diesem Thema komme ich später noch. Ich hab also den ersten Tag mal wieder mit dreckigen Händen verbracht. Bin ich froh, wenn das mal wieder ne Weile ein Ende hat und ich das Leben reisend genießen kann.
Der Vorteil sein Hab und Gut in entweder 24m² Gartenhaus oder 12m² Bus komprimiert zu haben ist die Übersichtlichkeit. So ging ich quasi mal wieder meinen kompletten Bestand durch und entschied > Hop oder Top<. Ausmisten steht immer parallel an und auch dafür gab es ne Kiste die es zum Tauschen mit auf den Kontinent schafft. Hauptsächlich Elektrozeug und universelle Ersatzteile, Stifte und Spielzeug für die Kids, Klamotten für die Erwachsene… und meine halbe Garage ist schon voll.

Nun zum freudigeren Teil, Der Begriff >Funsport< fasst viele Bereiche zusammen und hierfür hab ich Kletterequipment also Seile, Gurte und Karabiner dabei. Neoprenanzüge und Taucherflossen sowie Boogie Boards zusätzlich zum Surfbrett aus der Einrichtung, ich fahr schließlich ans Meer. Die Slackline und Schlechtwetterbeschäftigungen wie Unterhaltungselektronik, Kartenspiele und eine Bücherkiste runden das Thema Freizeit ab.

Nicht geschafft hat es die Hängematte, kenne mich, bin zu faul die aufzuhängen und ist zu groß und schwer mit Holzlatten an den Enden. Auch konnte ich Motorradzubehör und Helme deutlich reduzieren. Schlafsack, Rucksack und Zelt war auch bisher umsonst.

Was bleibt noch… na klar: der klassische Hausstand muss auch mit. Vorteil hier, ich muss nur Ordnung schaffen, ist alles doppelt vorhanden und nicht benutztes bleibt im Garten. Töpfe, Pfannen und Besteck, Mixer, Pürierstab und Brötchenofen, alles schon drin. Statt mehrerer Teller und Platten gibt es nur noch Brett und Holzschüssel, simpel halten. Und dann die größte Aufgabe Nahrungsmittel sortieren. Nicht dass es unterwegs nichts gäbe, aber der Sommer hat Massen an haltbaren Lebensmitteln gebracht, Containern auf Vorrat zahlt sich auch aus. Leider muss ich aufs Gewicht achten und kiloweise Spaghetti bleiben wie auch einiges Dosenfutter zurück. Hier alleine der letzte Fund…

Bleibt also nur bei den kommenden Abschiedsbesuchen alles übrige Verderbliche zu verschenken. So, fast geschafft – Klamotten als Finale. Eigentlich kennt das jeder, man nimmt immer zu viel mit und hat im Endeffekt meist die gleichen Lumpen an. Ich probiere diesmal was anderes. Ich habe eine Lederhose und einen dicken Pullover mit den man seit Jahren schon auf den Bildern sieht. Neben wenigen Sachen ist mit das wichtig und kommt auch wieder mit zurück. Den Rest habe ich aussortiert nach dem Motto >ziehe ich im nächsten Jahr sowieso nicht mehr an< und wird rigoros weggegeben oder geschmissen wenn hinüber. Kleiderspende direkt vor Ort und damit auch bei mir mehr Ordnung. Wer jetzt denkt, warum nicht einfach in die Container der Kleiderspende sollte sich mal informieren, was damit heute größtenteils gemacht wird…

Ich stehe also in der Kolonie und werde immer wieder von neidischen Nachbarn unterbrochen…"Na, geht's wieder los… wohin…bis wann… etc." Auch werde ich dieses Jahr erstmal alleine starten, was für Gesprächsstoff sorgt. Zumindest vorläufig etwas weniger Gewicht. Wer sich jetzt wundert, was der große Dicke auf die Wage bringt… Die letzte Fahrt zum Schrotti gab Gewissheit. Ich bin drüber… klar.

Mit leerem Anhänger bei knapp über 4Tonnen. Heißt also um legal zu bleiben muss der “Anker” doch wieder mit. Hatte überlegt Moped und Fahrrad in den Bus zu stellen, doch dann bin ich mit 500kg weit über 10% drüber und ab da gibt es Ärger. So habe ich 750kg frei, also 4250 Gesamtmasse und kann ggf. umsortieren. Pläne ändern sich… schneller als man denkt.

Auf geht’s in den Süden.

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3 thoughts on “Packmarathon – Vorbereitung ist Alles

  1. oli says:

    Hey Ultra, freue mich für euch das es wieder los geht. Habe letztes Jahr eure Tour gespannt mit verfolgt und immer still mitgelesen.
    Schön das es jetzt wieder ein halbes Jahr lang Urlaubsfeeling von zu Hause aus gibt.
    Ich wünsche euch viel spaß auf eurer Tour und Dir mit deinem neuen Gas Gas Spielzeug.
    Gute Fahrt und viele bleibende Erlebnisse für euch.
    Gruß Oli

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