Rückblick: Der Frühling in der Heimat.

Wer rastet der rostet, also musste ich zwischendurch immer mal wieder auf Achse. Die ewige Sortiererei in der Garage machte ganz verrückt. Ich hatte vielleicht schon 30 Pakete verschickt und noch mehr Sachen direkt abholen lassen, optisch wurde der Berg vor mir aber nicht weniger. Zumindest der Zuwachs in der Reisekasse stimmte.

Ich muss also mal wieder raus und verbinde das wie üblich mit einigen Erledigungen auf der geplanten Runde. Sachsen wird es und mein Bobber muss mit. Der Platz in der Garage aber gleich wieder verstellt. Ein Kumpel weiß mit seiner KL250 nix mehr anzufangen und schenkt sie mir. Stand 6 Jahre draußen und ist viel zu tun, aber handlich und hübsch, vielleicht was für den nächsten Trip?

Egal, dazu später… ich beziehe meine angestammte Fahrerposition und reihe mich in die endlosschlange LKW auf der Autobahn nach Süden ein. Ungewohntes Terrain aber in Deutschland immerhin noch gratis und der Weg ist auch nicht das Ziel. Ich geb’ also mal richtig Gas und 75km/h sind gefühlt Lichtgeschwindigkeit. Elbflorenz nach einigen wenigen Zwischenstopps erreicht. Der Tag ist noch jung und es wird mit meinem Kumpel gefachsimpelt und geplant, der orange “bobber” braucht noch Zuwendung und dann den Segen vom Graukittel. Währenddessen finde ich mal wieder was vorzeigbares in seiner Sammlung und hab schon wieder Lust was umzubauen. Doch meine Aufgaben für diese Saison klar gesteckt muss meine Bastelleidenschaft warten.

Dies ist nicht der einzige Grund hier zu sein. Hilfe gegen helfende Hände und mein Kumpel hat sich ein großes Projekt an Land gezogen. Ein Waschechter 508 Möbelkoffer. Größer geht ein Düdo nicht und er nennt ihn jetzt schon Liebevoll “Tanzsaal”. Das Teil steht optisch gut da, ist dicht und leer, nur untenrum ist auch lange nix passiert. Alle Federn breit und die Dämpfer durch, die Bremse sicherlich auch nur noch anwesend. Für die Blecharbeiten hat er jemanden und ich bin halt der Spezialist für den Rest. Zumindest der Motor läuft sauber, aber das erwartet man ja vom großen Bruder des 407 mit 3,7l Hubraum und 86PS.

So werden also Pläne geschmiedet und deals abgesprochen, Geschichten von den Reisen erzählt. Der Tanzsaal soll Wohnung und Garage in einem werden, nicht für Weltreisen gedacht aber lokal im Einsatz sein und mit gleichem Wohncomfort auch auf Rennstrecken zum Einsatz kommen. Ich bin gespannt und im Sommer wieder hier. Ich verlasse die Neustadt und habe mal keine Zeit für die Altstadt der hübschesten Stadt Deutschlands. Ein Foto muss aber mal sein und zeigt moderne Kunst.

Meine Reise führt mich weiter nach Kreischa, ein kleiner Ort in der sächsischen Schweiz. Meine Oma ist während meiner Abwesenheit ins Altenheim gegangen, heute SeniorenResidenz genannt. Man hört ja viel schlimmes über solche Heime aber vom dort Gesehenen bin ich beruhigt. Es gibt Pfleger und auch Begleitpersonen die Aufgaben sind strukturiert und gut verteilt, es war sogar Musizieren während meiner Anwesenheit angesagt. Da kommt wirklich einer mit Klampfe und Recorder und haut mit den Senioren die alten Lieder raus… in Lautstärke wo Motörhead sich respektvoll verbeugt hätten.

Weiter geht es dann durch die hügelige Landschaft Richtung Freiberg und Chemnitz. Ich passiere Tharandt und mein Interesse ist geweckt als ich einen Forstpark entdecke. Wald gibt es ja ringsum genug, doch hier wurde thematisch nach Regionen sortiert Vegetation von anderswo arrangiert. Freier Eintritt und ideal für ne Pause. Mit viel Wiese und ordentlichen Wegen schon etwas spießig, aber interessante Bäume und Sträucher von allen Kontinenten, wen es interessiert.

Ich mag die Region hier “unten” und von sächsischer Schweiz bis Erzgebirge wird es nie langweilig. Typisch heimische und abwechslungsreiche Natur, Paradies zum Wandern wir kommen im Sommer wieder. Ich muss in Chemnitz noch was “liefern” was zum Versand zu schwer war. Außerdem wohnen hier Freunde und ein Antrittsbesuch ist mal wieder nötig. Man verquatscht also den Rest des Tages, ich will aber heute noch in Leipzig sein. Meine nur kurze “Auszeit” zwingt zum Weiterziehen und auf der Schnellstraße fährt man hier auch sicher durch die Nacht. Seitenmarkierungen, Leitplanken und die Gewissheit dass 99% der Verkehrsteilnehmer Licht haben ist die Nachtfahrt ein zeitsparender Luxus da es ringsum eh dunkel ist.

VanLife in der Heimat und man sucht sich seine Plätze. Idyllisch ginge auch in der Nähe, aber mir ist nach Frühsport und das FitnessCenter hat einen großen Parkplatz, der Weg am Morgen dann schön kurz. In Leipzig geht es weiter mit dem Besuchsmarathon und irgendwann ist auch der Weg in die Heimat wieder gefunden. Ich hab noch viel vor, die nächsten Wochen verbringe ich wohl in diversen Werkstätten. Aber Berlin ist auch schön und so hab ich meine idyllischen Ecken auch in der Stadt um gemütlich am Rande der Gesellschaft zu stehen.

Das Wetter machte mir im Frühjahr noch unerwartete Kapriolen, aber dafür auch mal hübsch anzusehen. Der Sommer in den Startlöchern und Christie auch wieder zurück vom Heimaturlaub sind die nächsten Reisepläne schon im Kopf und die “zu erledigen Liste” fängt an zu schrumpfen.
Und wenn mal wieder etwas Zeit für kleine Ausflüge ist gibt es im Umland noch mehr Abgeschiedenheit.

Das Schöne ist nicht immer weit weg. Auf geht’s. Und zur Not trifft man sich mit Gleichgesinnten, tauscht sich aus und findet neue Ideen.

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