Transit durch Frankreich. Zeitdruck nimmt jeden Spaß.

Die Floskel… Der Weg ist das Ziel… stimmt für meine Rückreise zu 100Prozent. Nachdem also nur wenig sehenswertes auf meinem Rückweg durch Spanien meine Aufmerksamkeit bekam kann ich mich getrost auch ohne jegliche Ablenkung durch Frankreich begeben.

Immerhin waren wir seit den letzten vier Jahre mindestens einmal in diesem, schönen Nachbarland. Trotzdem fehlen noch einige Ecken die mal gesondert angesteuert werden müssen, der Rückweg heißt aber diesmal schnell und unkompliziert, also dem Rhöntal folgend das Zentralmassiv umschiffen um bei Mühlhausen die Grenze ins Breisgau zu überfahren.

Die Grenze zwischen Perpignan (Frankreich) und Figueres (Spanien) dann auch verwaist und die Gebäude nur noch Andenken an die gute alte Zeit…

Was ringsum in den kleinen Ortschaften entlang der Nationalstraße an Outlet-Stores und anderen Verkaufstempeln passiert ist weder schön noch zu verstehen… aber ausgekotzt habe ich mich hier ja schon.

https://mb407.wordpress.com/2017/03/23/europa-und-deine-verschwendungen/

Kilometer schrubben ohne die Autobahn zu benutzen ist eine besondere Geduldsprobe in Frankreich. Mit Fug und Recht und ohne Scham kann ich laut und deutlich nur eines aussprechen. ICH HASSE KREISVERKEHRE. Energieverschwendung und Unfallrisiko, jedes Mal muss drastisch die Geschwindigkeit von sagenhaften 60 auf knapp 30km/h (je nach Größe der gigantischen Mittelinseln) reduziert werden um danach mühseelig und zum Bedauern des nachfolgenden (meist aber französischen Verkehrs) wieder an Tempo gewonnen werden. Selbst Schuld Froschschenkelfr…er, ihr habt das so gewollt. Sarkasmus kann und muss hier angebracht sein, ich habe Inseln gesehen, da sind ganze Weingüter draufgesetzt.

Die Reisezeit vertreibe ich mir meist mit Hörbüchern. Meine Stilrichtung in Sachen Musik bringen weniger positive Faktoren auf mein Fahrverhalten mit sich. “Today is a good day” erleuchtet das doch recht trübe frühlingshafte Südfrankreich und der schwarze Nebel aus meinem Auspuff kämpft gegen die Insektenvernichtungsmittel auf vielen der umliegenden Felder und Reben an. Aber auch das ist nix Neues, eher leidliches und wurde die letzten Jahre schon bemängelt.

Was im Süden Frankreichs noch auffällt und die Herzen von Altblechfanatikern höher schlagen lässt; Schrottplätze gibt es hier so einige und die Wracks darauf sind auch nich vor Plastebomber-Zeiten aufgestellt. Ab und an muss ich doch mal gucken, ob nicht irgendwo nen DüDo rumsteht. Der Kasten hier aber war auch sehr interessant und umringt von weiteren LKW und Bussen mit Charakter.

Ich suche mir also Nationalstraßen und örtliche Umgehungsstraßen da Stadtzentren auch von der Liste gestrichen sind. Ausserdem sind die meisten Supermärkte verkehrsgünstig gelegen und für die Futtersuche hab ich immer nen Auge offen, wenn auch keine Umwege gefahren werden. (Das bedeutet auch schonmal dass der Markt auf der gegenüberliegenden Seite ausfällt, da man am Kreisverkehr wenden müsste und später erneut um wieder Richtung Nord einschlagen zu können). Aber ich bin im Land des Wohlstandes und vorgegaukelter Lebensmittelrettungs-versprechen… immer wieder unglaublich. Meine Favouriten mittelgroße Boulanger mit Cafe und Mitnahmesnacks… die am Abend auch ausgesondert werden. Nach einigen Monaten Abstinenz muss ich erst wieder Kontrolle über die Auswahl erlangen und nur das mitnehmen, was ich wirklich verzehren kann. So musste ich am letzten Mittelmeerstrand eine Supper in Kompaniestärke kochen, die mich aber die nächsten Tag schnell und unkompliziert ernährt hat.

Besagter Strand ist weder hübsch noch idyllisch zu parken, liegt aber günstig auf dem Damm südlich Sete. Der einzige Parkplatz dort ist mit Balken in 2,20m versperrt und der Camperbereich mit 6,- die Nacht nicht mein Wunsch, also karke ich vor den Mülltonnen, bin nächsten Morgen nach nem Spaziergang sowieso weg.

Der letzte Strandbesuch ebenfalls etwas getrübt durch Hochnebel und deshalb vers hmerzlich so schnell wieder abzufahren. Einen Eimer voll Muscheln hab ich aber noch zusammen bekommen, DekoArtikel kann man immer gebrauchen. Die nächsten Schlafplätze waren meist nur knapp abseits der Strecke und mit Internetverbindung. Ich habe durchgezogen und sogar meinen Entfernungsrekord gebrochen. 386Kilometer an einem Tage! (nur Landstraße), das Wetter hat mitgespielt und jegliche Ablenkung untersagt. Nur Atlas hat ab und an sehr gelangweilt ausgesehen und deshalb findet man auch höbsche Ecken zwischendurch.

Die Vegetation ändert sich zusehends und alles nördlich Lyon erinnert an die Heimat und ist karg, mit Ausnahme einiger Obstplantagen die die herrlichsten bunten Blüten zeigen. Nun muss ich also wieder ohne Oliven, Palmen, Kakteen und dem gewohnten leben und mich mit Kiefern und Platanen abgeben und auf den Frühling hoffen, der die Gestrüppe in echte Bäume zurückverwandelt.

Die letzte Etappe kürzte ich durch Bourg en Bresse ab und folgte später der Doubs, einem hübschen Fluß und idealem Kanurevier. Ich glaube wir müssen mal nen Sommer in der Region verbringen, hoffentlich immernoch so ruhig wie jetzt, wenn auch ein Campingplatz neben dem anderen folgt.

Damit auch schon die letzten Meter in Frankreich um über Besancon und Belfort Richtung Freiburg zu fahren. Die letzten Kilometer dann über die Autobahn, simpel und effektiv. Mitten am Tage überquiere ich dann feierlich den Rhein und finde meine Heimat wieder wie ich sie verlassen habe, kahl und ordentlich. Aber immerhin mit SONNE.

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