Spanische Küste im Schnelldurchlauf, vorbei an Valencia und Barcelona

Die Sonne weckt mich durchs Fenster und lässt die recht kühle Nacht schnell vergessen. Man merkt halt, dass es immer mehr in den Norden geht und von der Küste bin ich auch ein Stück weg. Also idealer Zeitpunkt um die heiße Quelle nahe Mazzaron ganz alleine zu genießen. Ich habe ja schon so einige Thermalquellen besucht und auch mal ein ranking aufgestellt, diese hier gehört nicht unter die Top 5, ist aber zumindest abgelegen und für einen längeren ruhigen Aufenthalt zu empfehlen. Wer den Feldweg zu befahren schafft hat eine große Freifläche direkt neben dem Betonfundament, das wohl mal für Bohrungen vorgesehen war. Das Wasser läuft nur aus einem rostigen Rohr, aber die Becken davor wirken Naturgeschaffen. Temperatur knapp 40grad.

Hinein ins Vergnügen, wenn auch der Eisengehalt hoch ist und das Wasser deshalb rötlich trübe, sowie etwas mit Geruch behaftet. Aber noch lange kein Vergleich zu schwefelhaltigen Quellen in Italien. Die Umgebung dann idyllisch, wenn man nach Südwesten schaut. Das Wasser fließt in einen Fluss ab und hat auf dem Weg dahin einen ganzen Dschungel von Schilfgras zu bewältigen. Besagter Fluss trennt das Areal in knapp 300Metern vom nachbarlichen Golfplatz. Wäre sicherlich interessant hier “Experten” beim einlochen zu beobachten.

Für heute habe ich mir nen gutes Stück Fahrt auferlegt. Die Gegend um Murcia will ich schnell passieren und die hübsche, aber bergige und zugebaute Region um Alicante und Cartagena auslassen. Es geht per Schnellstraße durchs Hinterland und über Elche in Richtung Valencia. Meter machen zählt und so bekomme ich nur mit was am Straßenrand zu sehen ist. Orangenhaine so weit das Auge reicht. Und da wo noch keine Plantagen Früchte tragen entstehen Neue…

Vorteil, ich kann an so einigen Stellen schnell mal anhalten und die reifen Früchte ringsum vom Boden auflesen. Orangen und Mandarinen hab ich nun genug. Um Elche soll es mit 200.ooo Dattelpalmen Europas größte Anbauregion dafür geben. Aber auch damit bin ich aus Marokko noch gut ausgestattet, also weiter. Mein Ziel für heute Abend noch vor Valencia ein Strand an der Albufera, dem Reisanbaugebiet für die heimische Paella. El Salar heißt die Region mit guten Parkmöglichkeiten an einer hübschen aber ruhig da abgelegenen Strandpromenade. Duschen also auch Wasser vorhanden und ein idealer Platz für die Übernachtung. Gassi im Sand ein Fest für den Schwarz-weißen.

Valencia passiere ich am nächsten Morgen dann recht problemlos. In der USA war gestern St.Patricks Day… hier wurde auch irgendwas gefeiert. Meine Route einmal quer durch zur Auffrischung der Erinnerungen. Ein toller Park ist im alten Flussbett entstanden, flankiert von den futuristischen Kulturbauten.

Die Stadt ansonsten sehenswert wie im letzten Jahr schon beschrieben. Viel Streetart und einige historische Gebäude dazwischen. Für mich aber geht es zum erstaunlichsten Einkaufszentrum nördlich der Stadt. Direkt mit Zugang zum Strand steht ein Alcampo und bietet den Kommerzfreaks alles erdenkliche und mir günstigen Diesel. Preise wie in Marokko, denn auch das Salatöl ist nun aufgebraucht. Meine Mission heißt auch mehr Fahren als Suchen und aus Erfahrung gibt es im Norden Spaniens sowieso weniger davon.

Es folgt entlang der Küste eine Industrieregion um Castellon und dazwischen ein Mix aus Plantagen und Feriensiedlungen. Sehenswert vielleicht noch Peniscola, wo wir aber auch schonmal waren. Mich zieht es für heute zum Abend ins Ebro-Delta. Damit heute zwar nur 200Kilometer geschafft, aber wer weiß wie oft ich noch Gelegenheit auf gutes Wetter am Strand habe. Im Delta ist das Foto der Titelseite der homepage entstanden, man kann dort bis zum Ende auf einer Landzunge zwischen Meer und Lagune fahren, toll aber zu viel Umweg. Heute muss der Eingang zum Naturpark bei Ampolla reichen. Ruhige See, unendlich viele Vögel und auch so kann man einen Roadtrip genießen.

Dieses Foto vom Stellplatz lässt nur grob erahnen welche Abgeschiedenheit hier vorzufinden ist. Ich raffe mich mal auf und jogge am Strand entlang und um einen der Bassins zur Vogelbeobachtung herum. Natur mal wieder Ausgleich für die Ansichten der letzten Streckenabschnitte.

War auch notwendig, denn es folgt die Costa Dorada und damit Orte wie Miami Platja und noch so hübsche Namen mit hübscheren Domizilen mit Meerblick. Das Hinterland wäre interessant, aber die Autobahn und die Schnellstraße folgen hier scharf der Küstenlinie und sind flach und schnell passiert. Wer In der Region am EbroDelta bleiben mag muss unbedingt nach Uldecona um dort 1700Jahre alte Olivenbäume zu bestaunen.

https://mb407.wordpress.com/2016/12/05/blogarchiv-13-dez-2015-uldecona-olivenhain/

Tarragona und Villanova fliegen auch ereignislos vorbei Es ist Sonntag und Ausflugszeit. Ab Sitges, dem angesagten Badeort südlich Barcelonas ist die Hölle los. Ich folge der Panorama-Küstenstraße und habe außer der Autobahn auch keine Optionen. Ein Paradies für Motorradfahrer und mit der Amalfi-Küste zu vergleichen. Nur ist das hier eine endlos Schlange von Fahrzeugen die alle in gemäßigtem Tempo hinter mir herfahren müssen. Liegt nicht unbedingt an mir, aber etliche Radsportler verlangsamen den Verkehr zusätzlich, also Aussicht genießen.

Es gibt auch einige Parkbuchten wo ich mein Mittagessen mit Blick auf hübsche Jachten und zwischen all den Moppeds auch immer mal nen Sportwagen entdecke.

Die Küste nahe Barcelona dann ein Hafen am nächsten und ich nehme eine kurze Route durch die Hauptstadt der Katalanen. Stadtautobahn und einmal komplett die Gran Via hinauf. Im Vergleich zur Küstenstraße ist hier sonntags tote Hose und es läuft gelassen. Auch hier kenne ich einige Attraktionen und hab sowieso keine Lust den Bus alleine zu lassen. Auf geht’s an die Costa Brava, geradeaus bis kurz vor Lloret de Mar. Kurz zuvor verlasse ich endgültig die spanische Küste und folge der kurzen Strecke nach Girona wo ich mein Nachtlager praktisch am Decathlon einrichte. Gute Internetverbindung und heute wieder 250km geschafft. 🙂

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