Mittlerer Atlas, Demnate – Ouzoud

Unser Tag begann also in Marrakesch und wir sind froh wieder raus aus der Stadt zu sein. Olli muss aber noch eine weitere Nacht bleiben, Beim Tattoowierer sollte es noch lustig werden. Wir nehmen ein Stück die Nationalstraße N8 um dann so schnell wie möglich aus dem faden Umfeld der Hauptstadt zu entkommen. Demnate ist unser angepeiltes Ziel und als wir endlich kleinere Nebenstraßen erreichen wird alles ruhiger. Nur der Tag schreitet schneller voran als geplant, wir müssen unseren Lager noch vor der Stadt aufschlagen und haben bei der Suche mal wieder Glück und ne blühende Wiese abseits gefunden. Nur Sönke hat sich beim Auskundschaften den schon losen Auspuff final abgerissen. Morgen steht also ein Werkstattbesuch an, das Hosenrohr ist total verbogen und geknickt.

Der anstrengende Tag geht heute also zeitig zu Ende und die Wiese am Morgen mit Blick über die nahen Berge eine Abwechslung zu der schier endlosen Ebene um Marrakesch.

So kam es auch, dass am Morgen Jogging anstand und die Seele sowie Atlas sich an der blühenden Natur erfreuen. Wir befinden uns im mittleren Atlas und die Mandelbäume blühen. Olivenbäume um uns herum und Millionen von Blumen und Kräutern.

Doch wir müssen in die Stadt und halten bei den ersten Werkstätten. Der Auspuff hat Priorität, und zusätzlich suchen wir ne Schweißerbude für den geplanten Dachträger vom Team Cappucchino. Wir werden für den Auspuff zumindest mit Ersatzrohren fündig und nach verhandeln auch bei einem Mechaniker Gast. Der Lärmminderer ist zwischenzeitlich komplett auf dem Anhänger mitgefahren, echt Krawall so ganz ohne aus dem DüDo.
Die Suche nach nem Schweißer für die “Galerie de toit” scheint auch erfolgreich und nach Erklärung aller Skizzen und Maße sind wir zuversichtlich, dass die ganze Truppe von Arbeitern hier das Ding in einem Tag fertig hat, so ist der besprochene Plan.

Wir vertreiben uns erstmal die Zeit auf dem nahen Souk, der durch Zufall genau heute hier eingeritten ist. Der kleine Ort platzt aus allen Nähten und die Größe des Wochenmarktes ist unverhältnismäßig gigantisch. Für uns also ein Paradies an Angebot und so komme ich zur Aufstockung der Gewürze, wie von Christie befohlen. Aber auch Obst und Gemüse ist gut und günstig vom Erzeuger und vom Boden wie gewohnt zu haben.

Olli hat sich gemeldet und ist ebenfalls auf dem Weg zu uns. Wir planen also nach Sönkes repariertem Auspuff in der Nähe einen Stellplatz zu finden. Zwischenzeitlich muss eine Schotterfläche außerhalb der Stadt genügen, da wir als Gruppenausflug nochmal zur Naturbrücke “ponte Imn Ifri” fahren. Diese liegt in die andere Richtung den Berg hinauf und wir werden mal wieder in der Feuerwehr durch die Gegend gefahren. Vier Stunden sind seit den Gesprächen für den Dachträger vergangen, mal schauen wie weit die sind. Inshallah, unglaublich, noch nix passiert. Wir haben deutlich zu verstehen gegeben, dass die Zeit drängt und wollen auf der Rückfahrt nochmal vorbeischauen. Mit dem Versprechen, dass die Halterungen dann fertig sind.

Auch im Stadtkern, der geschlängelten Hauptstraße ist gut was los, wie für die Provinzhauptstadt gewohnt. Leckereien an jeder Ecke aber wir lassen uns nicht lange abhalten. Die Naturbrücke dann wie schon im letzten Jahr ein Besuch wert. Wir nehmen die Stufen nach unten zum Fluss und die Jungs staunen nicht schlecht über die Ergebnisse der Gewalt von Wasser.

Die kleine Wanderung unter die Grotte hat auch den kleinen Shanti an seine Grenzen geführt. Höhe ist ihm nicht so angenehm und von Abhängen hält er sich lieber fern, gut so. Wir schießen unsere Fotos und sind in knapp zwei Stunden wieder zurück in der Stadt. Leider nur um fassungslos festzustellen, dass die Arbeiten immer noch nicht begonnen haben, wir stornieren also unseren Auftrag und können immerhin ohne weitere Gedanken an Logistik losziehen.

Strategisch günstig und trotzdem ruhig haben wir noch vor der Dunkelheit eine ruhige Stelle an einer stillgelegten Schotterkehre abseits der Straße gefunden und dinieren zusammen bei Plänen für die nächsten und auch letzten Tage. Viel Zeit bleibt nicht mehr, ich muss langsam heim, hab noch Pläne unterwegs und der Dachträger steht noch auf der Agenda.
Am Morgen geht’s also im Eiltempo nach Ouzoud die Gegend malerisch und zur Zeit auch wieder am Erblühen. Wir haben einen kurzen Stop beim Camp Zebra gemacht um nach Thorsten zu suchen, der wenn in der Ecke hier unter kommt. Wie der Zufall so will treffen wir aber auf die letzten Nachbarn aus Sidi R’Bat… das ist Marokko, man trifft sich immer wieder. Ralf hatte ich ja schon bei der Abfahrt in Tafraoute gesehen und so tauschen wir hier nochmal kurz Neuigkeiten aus. Bei uns steht noch ein Besuch der Wasserfälle an, wir fahren ins Zentrum und ich bin froh dass heute kein Souk ist, sonst wäre hier kein Durchkommen und Parken auch ein Problem. Der Fußweg tut gut und die Sonne scheint ordentlich. Hut ist angesagt.

Der Wasserfall immer noch imposant und im richtigen Blickwinkel sieht man auch nicht den gigantischen Hotelkomplex, der sich quasi direkt auf die meisten Motive raufschmuggelt. Zwar wie im letzten Jahr immer noch im Bau aber mit kleinen erkennbaren Fortschritten. Egal, zurück zum hübschen Thema:

Eine kleine Wanderung entlang des Wasserfalls und schon hat die Hälfte der Truppe keinen Bock mehr. Bleiben also Cindy, Sönke und ich die etliche Stufen hinab zum Becken auf sich nehmen. Der Weg gesäumt von viel zu vielen Souvenirbuden… und es werden noch mehr gebaut, unglaublich.

Wenigstens haben die Berberaffen hier nun mehr Spielplätze und toben über die Dächer und durch die Bäume. Meine Begleiter in Fotolaune aber irgendwie hab ich kein Foto der Fellmenschen. Verwandte von denen tummeln sich aufdringlicher in Gibraltar. Wir sind irgendwann unten angekommen und staunen nicht schlecht über die Aussicht.

Ein Ort zum Verweilen… wenn doch nur noch mehr Zeit wäre.

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