Marrakesch Medina, Shopping was sonst.

Die Nacht war kurz, davor hatte ich die Gruppe aber gewarnt. 5:15 geben die Lautsprecher am Turm der Koutoubia ihr Bestet und beschallen die komplette Innenstadt. Als Veranschaulichung dieses doch recht fade Foto mit dem Stellplatz und Lärmbringer im Hintergrund. links und rechts von mir jeweils noch 10-15 andere Camper, ich hatte Luxus einer halben Lücke nebenan, die Olli am Abend dann doch nicht mit dem 613 7Meter lang nehmen konnte und etwas abseits stand.

Wenn also schon wach, dann auch produktiv. Etwas auf dem Laptop tippen bis die Sonne aufgeht. Und dann mit Atlas in die umliegenden Parks. Dabei als Wiedergutmachung ein schönes Bild mit dem Turm als Hauptdarsteller. Oder vielleicht doch nicht, wer genau hinschaut kann eine perfekte Palme erkennen, die keine ist. Hab ich letztes Jahr schon bemerkt und beschrieben, Funkmasten werden in allen Großstädten gerne aufwändig verziert und mit Farbe bemalt, der Schein trügt sogar wenn man direkt davor steht, gut gemacht. Ich glaube diesen Mast haben viele auf dem Foto und wissen nix davon.

Sönke hat noch keinen Bock auf die bevorstehende Aufregung am Morgen und Olli gleich nen Termin. Zu Dritt ziehen wir also los um in den Gassen nach Beute zu suchen. Calle mal wieder mit geschäftigem Hintergrund, will er doch einige Handelsware bei ner Art Flohmarkt für Hippies gewinnbringend loswerden, und ich suche noch Geburtstagsgeschenke und Kleinigkeiten. Mit genügend Erfahrungen aus den letzten Wochen lassen wir uns auch nicht wie anscheinend so viele andere hier über den Tisch ziehen. 10fache Startpreise sind keine Seltenheit. Teilweise echt unverschämt und wie man an den bepackten Kunden sieht trotzdem erfolgreich ist es als Abenteuer zu sehen. Wir werden also schnell als Wissende eingestuft und mit ein paar Bröckchen arabisch lächelnd zum verhandeln gebracht. Nebenbei sieht man auch einige hübsche Ecken des sonst mit Wellblech überdachten kunterbunten Ständemix.

Meine Planung heute sieht noch eine kleine Entspannung Zwischendurch vor. Ich finde dank der Kompassfunktion im Schlauphone auch wieder aus dem Gewirr heraus. Man kann sich hier echt gut verlaufen und die Beschilderung ist dürftig. Wer noch nen bewegten Eindruck haben mag, ich bin im letzten Jahr noch vor allen Händlern mit dem Rad kreuz und quer durch die Altstadt gefahren. GoPro auf dem Kopf gab es nen Filmchen.

Mein Ziel ist das Hamamm nahe der Busse, mir als eines der größeren und prächtigen in Erinnerung. Dafür kann ich auch Sönke motivieren und wir starten mit den Üblichen Utensilien wie Schrubbschwamm und Schöpfbecher. Es muss leider jetzt sein, für Männer wird 12Uhr geschlossen und erst wieder ab 19 am Abend geöffnet, dazwischen können die Frauen rein. Diesmal hab ich die Kamera reingeschmuggelt und wenigstens von der Vorhalle mit toller Kuppel ein Bild gemacht. Heilig ist denen aber nix, hier wird sogar mit dem Roller direkt zum Umkleidebereich gefahren.

Dahinter dann die drei wärmer werdenden großen Räume mit kleinen Nischen an den Enden. Etwas mehr Kalkentfernung und dezentes Licht und man könnte echt ne hübsche Badeanstalt daraus machen. So aber wie überall, Gammel an den Wänden und Kalk an den Fliesen, die Rohre rostig und die Isolierung beim Heißwasser auch weit über dem Zenit. Das Ergebnis zählt aber und das war nötig.

Weiter geht es danach zu zweit zur Runde zwei. Aber erstmal ne Stärkung am Bistro an der Ecke, Mittagszeit und ne Suppe geht immer. Wir suchen uns abseits der Hauptroute einen Rundgang um den berühmten Platz und finden in einer abgelegenen Seitenstraße einen interessanten Kerl. Da spielt einer in traditionellem Gewand das von mir in Essaouira erstandene, und im letzten Beitrag erwähnte, Instrument und verkauft auch CD’s. Eine Berühmtheit wie sich später rausstellte, denn sein Foto prangt auf der Wikipedia Seite der Gimbri und hat mit die meisten klicks auf youtube.

Ich bin also froh ihm eine Stunde Musik für 50dH abgenommen zu haben und durfte sogar mit dem Telefon seine Hände beim Spielen filmen. Ein gebildeter Mann, der schon 30 Jahre spielt und mal mit dem Zirkus FlicFlac in Deutschland rumgetourt ist. Spricht etwas deutsch und hat in 6Monten 70 Städte der Heimat gesehen, mehr als die Meisten im Land, nehmt euch ein Beispiel.

Und auch sonst war es ein erfolgreicher Rundgang mit ein paar Mitbringseln und fotogenen Erinnerungen.

Bei einem Händler durften wir 4 Etagen in die Höhe auf dessen Terrasse steigen und hatten Ausblick über die Stadt. Eigentlich fade und unscheinbar, doch mit dem seltenen Einblick auf das Treiben in der Moschee nebenan.

Der Tag heute etwas angenehmer weil von Wolken abgeschirmt ideal um im Auto zu sitzen. Knapp 24Stunden Marrakesch und wir haben genug, wollen weiter. Auf geht’s Richtung Osten.

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