Surferparadies Taghazout, Tamri und Imsouane

Steilküste nördlich Taghazout am Morgen und die Sonne weckt mit toller Ansicht. Der Strand gehört uns, niemand weit und breit zu sehen. Es geht also auf Entdeckungstour und Atlas freut sich mal wieder auf Toben am Wasser.

Es ist ein sandiger Küstenabschnitt, der aber immer wieder von schroffen Felsen durchzogen wird. Die Natur malt Bilder kann man es auch nennen, die Erosion bringt hier die bizarrsten Formen zustande und eine dünne Schicht Algen überwächst die geometrisch anmutenden Steine die aktuell zur Ebbe an der Oberfläche auf Wasser warten.

Die Klippen sollte man von oben auch nicht bis zum Rand als Parkplatz auswählen. Der Bereich hier wird systematisch von jeder Flut untenrum ausgehöhlt und irgendwann in den Wellen untergehen. Man kann von hier super die einzelnen Schichten und Ablagerungen, meist Muscheln erkennen.

So schlendern wir einige Stunden am Wasser entlang und suchen recht vergeblich Miesmuscheln für ne Suppe. Dafür braucht es schon ne wirklich abgelegene Stelle wo keine Fischer täglich durch die Gegend streifen. An den zahlreichen Unterkünften sieht man wenn auch nicht aktuell die Präsenz Einheimischer. Dieser Unterstand hier hat mal besonderen Charakter, ob der etwa angespült wurde?

Für heute habe ich noch ein Ziel, die Einsamkeit geniesse ich also nur noch bis Mittag und treffe mich später mit der Gang wieder. Der Rest der Mercedes-Truppe hat die Küste und das Paradise Valley genossen und steht nicht weit entfernt bei Tamri.

Clips vom Valley vom letzten Jahr:

Die Zen Snail dagegen hat den Schneckengang ausgelegt und lässt laufen, sind schon über Essaouira und Marrakesch nach Casablanca gefahren, haben wohl Heimweh… Ich rolle gemütlich die Küstenstraße N1 nach Norden, bei den Steigungen und Kurven bleibt auch nichts anderes übrig. Tamri passiere ich nur schnell und finde an der gleichen Tanke wie im letzten Jahr erneut keinen Sprit vor. Diesmal mit dem Bus ist der Diesel aus… und ich muss zittern ob’s bis Imsouane reicht. Das Tal der Bananen wird dann großzügig umrundet mit Aussicht auf Stauden dicht an dicht.

Die Vegetation wechselt nun auf 100% Arganbäume. Die Hauptregion des Argananbaus ist hier unschwer zu erkennen und die stacheligen Bäume werden überall noch mehr durch Ziegenknabberei verkrüppelt. Man sieht auch einige Herden dazwischen und wie schon gezeigt mitten drin. Ab und an jedoch auch Frauen mit Kürben die Nüsse vom Boden sammeln. Dazu später mehr. Imsouane haben wir uns als Treffpunkt ausgemacht und von Süden kommend führt die kleine Straße erstmal an die 100m hohe Klippe mit tollem Blick über den einstigen Fischerort. Den ganzen Tag über Sonne und genau in diesem Moment zieht eine Wolke rein und vernebelt alles. Da unten höre ich die Wellen, aber gewaltig.

Schon interessante Ansichten, wenn die Wolke fühlbar fluffig dank offener Fenster und Türen durch den Bus zieht. So intensiv, dass Feuchtigkeit spürbar ist und man sich wünscht mal einen Wolkenball zu formen. Es kühlt auch gleich ab und die Truppe trifft mich hier oben am Aussichtspunkt. Wiedervereint reiten also vier DüDos im beschaulichen Ort ein und ich kenne da noch ne Stelle vom letzten Jahr wo es sich lohnt zu stehen.

Mitten durch die Surfercafes und Shops im Zentrum führt eine kleine Gasse die nördlich vom Hafen am Leuchtturm endet, dort ist ne kleine Betonplatte die mal Fundament war und gerne zum Campen genutzt wird. SurfHochSaison und der Ort ist brechend voll. Wir finden trotzdem genügend Platz um dem Spektakel heute beizuwohnen. Die eintretende Flut hat gigantische Brecher im Schlepp und keiner der Amateure surft heute. Doch nach unserem ersten Rundgang durch den ziemlich hippen Ort ist plötzlich Bewegung im Wasser und eine gaffende Menschenmenge an Land.

Ich hab auch aus dem Wohnzimmer den besten Blick auf das Spaktakel und höre vom Berliner WoMo hinter mir, den wir schon vor Monaten in Santa Fe trafen, dass eine Gruppe Pro-Surfer eingetroffen ist und die Wellen auf Film bannen will. In den Hauptrollen dann JetSki und Kameramänner mit Flossen im Wasser und die ganz verrückten auf dem Brett in der Tube mit locker 5-7Metern.

Der Blickwinkel voll gegen die Sonne aber man kann sich denken, was das für eine Show ist. Live und mit der vollen Kraft der Wellen als Geräuschkulisse untermalt sind das echte Draufgänger. Die jubelnden Zuschauer und Groupies und der potente Fuhrpark passen eigentlich so gar nicht ins Bild unserer letzten Monate. Doch wir sind im SurfHotSpot Marokkos und genießen die für alle neuen Erfahrungen.

Der Abend wird wie üblich bei gemeinsamem Essen und Gesprächen gefüllt. Christie zwar nicht mehr anwesend hat nochmal für alle gekocht. Die gigantische Portion Bohnen vom Tag ihrer Abreise reichen für das Team. Die Nacht ist ruhig und wir hoffen auf optimale Bedingungen Morgen auch mal mit Brett ins Wasser zu können.

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