Jebel Kest und das Ameln Tal – Motorradausfahrt

Ein letztes Abenteuer startet für Christie, die in wenigen Tagen in die Heimat fliegt und dort mit miesem Wetter leben muss. Auch das Motorrad wird sie für eine Weile vermissen und nimmt die Möglichkeit wahr die alte SP solo durch die Bergstraßen rund um den Jebel Kest zu treiben. Wir haben uns den längeren und ereignisreicheren Weg nach Agadir vorgenommen und starten im Tal der Ameln. So können wir schnell ohne viel Vorbereitungszeit kleine Abstecher in die am Hang gelegenen Dorfruinen des einzigartigen Tales im AntiAtlas starten und so weit das Mopped uns bringt.

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Bis zum Gipfel des berühmten “Lions Head” den man auf dem letzten Bild mit etwas Phantasie entdecken kann schaffen wir es nicht, erfreuen uns aber an der schönen Aussicht und der Umgebung. Nach den Regenfällen der letzten Woche finden sich überall Wasserfälle und Rinnsale und die Natur hat hier ne ganz eigene Geräuschkulisse. Es lohnt auf jeden Fall zu ausgiebigen Wanderungen und mal wieder müssen wir das auf ein andermal verschieben…versprochen.

Weiter geht’s rechts ab aus dem Amelntal, welches nun südlich abknickt und auf die Hauptstraße nach Tiznit führt. Wir folgen einer noch kleineren kurvigen und steilen Verbindung nach Tanalt und haben Spaß. Naja, zumindest Christie auf dem Motorrad, eine traumhafte Bikergegend hier. Auch ohne das Gewicht der Suzuki plus Pilotin muss ich den 407 einige Male im ersten Gang hinaufjagen und bin sehr froh über den sehr geringen bis nicht vorhandenen Gegenverkehr. Niemand sonst ist hier unterwegs und so kann ich Kurven schnippeln und die Ideallinie voll ausnutzen. Mit der richtigen Musik im Ohr eine Odyssee… jeder genießt halt anders.

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Die Zeit fliegt im Gegensatz zu mir nur so dahin und wir haben kein Ziel, nur ne Richtung für die nächsten Tage. Eine Schlafplatzsuche zum Sonnenuntergang steht also an. Der Fotostop vom Titelbild lässt mich über ein hübsches Tal blicken, Christie ist nicht weit und wir wollen in der Nähe bleiben um morgen früh “da unten” zu erkunden. Eine kleine Brache Fläche in einer Kurve scheint uns ideal, auch wenn Christie etwas gegen überfahren des Erdwalls hat, der hier wohl als Absperrung dienen soll. Dank Bodenfreiheit, Front als Pflug und ordentlich Gewicht bahnen wir uns den Weg in eine sehr ruhige Nacht.

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Der Ausblick am frühen Morgen dann von oberhalb der Wolken wie es scheint. Die weißen Schleier bahnen sich ihren Weg in die Täler und hüllen alles da unten in Nebel. Hat also noch Zeit für unseren Ausflug und wir sind ja nicht auf der Flucht.

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Später dann siegt die Sonne und lässt uns beide auf der Gelben zu einem Ausflug die Piste hinab starten.

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Tolle Gegend und sehr zu empfehlen es hat sich gelohnt. Die modernen Häuser hübsch und meist unweit einiger Ruinen aus Palmen, Lehm und Steinen die auf frühere Ansiedlungen schließen lassen. Grund dafür meist Wasserläufe, wie hier ein Bach der zum größeren Fluss unten im Tal fließt.

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Wir müssen trotzdem weiter und machen uns auf den steinigen steilen Rückweg, etwas fahrerisches Können ist hier schon verlangt und mit dem Bus würde ich das, obwohl die Piste breit genug ist, nicht probieren. Am Stellplatz dann in praller Sonne gegen Mittag Sommerstimmung. Das zweite Frühstück nehmen wir dann lieber im Schatten ein was wie auch das Mahl typisch marokkanisch ist. BerberOmelette aus der Tajine dazu Brot und Öl.

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Gestärkt geht es statt in die Mittagspause ab auf die Strecke. Nach Tanalt folgt Aouguenz weitere 30Kilometer extrem geiles und steiles Terrain. Wir müssen bis Ait Baha und beschließen einen Umweg zu machen und mit weniger Bergen Kraft zu sparen. Ich bin sowas von neidisch auf Christie. Sehe sie ab und an mal an mir vorbeibrausen oder am Straßenrand stehend winken und Fotos schießen. Wie gesagt es gab Regen und etwas Wasser macht es hier noch interessanter.

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Der markante und fast 2400m hohe Jebel Kest immer rechts von uns ist ein Paradies für Klettertouren und auf einigen Karten habe ich etliche Touren entdecken können, passt leider nicht in unseren Plan und wir müssen dieser schönen Gegend nun den Rücken kehren und weiterziehen. In der Ebene vor Ait Baha laden wir am Abend wieder das Moped auf und genießen in der Stadt mal wieder günstige und leckere Suppen und Sandwiches. Der Ort nur eine Provinzstadt mit zumindest besonderem Charme und einen kurzen Stopp wert. Südlich davon stehen abseits der Strecke nach Agadir zwei alte Speicherburgen genannt Agadire die vielleicht als Schlafplatz taugen. Es ist nun stockdunkel und beide leider von Häusern umgeben. Beim zweiten versuche ich zumindest mein Glück mit der Taschenlampe was zu erkennen und finde mal wieder einen hilfsbereiten Anwohner vor, der mich schnell mal durch die sonst für Tourizwecke genutzte Burg schauen lässt.

Nix besonderes für Burgenfans, aber immerhin aus dem 18.Jh und hier als Gemeinschaftsspeicher genutzt für Ernte und Vieh sowie Rückzugsort und Wehranlage. Eine Besonderheit für die Region im Anti Atlas und wenn wir schon Amtoudi im Süden auslassen mussten wenigstens ein Eindruck.
Aber immer noch kein Schlafplatz für heute und die Großstadt mit Speckgürtel nicht mehr weit. Wir dachten uns schon in der Ebene zu befinden, doch plötzlich Nebel vor uns und die Straße führt kurvig nach Unten. Wir versuchen unser Glück in einer abführenden Piste und werden mal wieder belohnt. Ein alter Steinbruch ist für heute unser Nachtlager und ich freue mich schon auf die Entdeckungen am Morgen.

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