Guelmim bis Plage Blanche, Tag 120, Kilometer 6666

Unser nächstes Ziel ist also erstmal Guelmim eine der letzten größeren Städte im Süden Marokkos. Der Umweg muss sein um auf die Asphaltstraße zum Plage Blanche zu kommen. Wir brauchen sowieso wieder Lebensmittel und in zwei Tagen ist Souk und da kauft es sich bekanntlich am Besten. Für heute steht also das Camp in Assaka verlassen an. Der Weg raus aus der Sackgasse und über die Hügel östlich der Küste Richtung Großstadt. Ebenso arm an Abwechslung in der Pflanzenwelt wie arm an Bevölkerung. Kaktusfrüchte anbauen lohnt sich anscheinend nicht.

Für heute jedoch steht noch ein Besuch in einer Therme an. Nördlich Guelmim in Albaynou soll es ein Bad geben, getrennt für Männer und Frauen. Was uns da aber erwartet ist der blanke Horror. Eine Schwimmhalle mit lärmenden Kindern gefüllt, ja es sind Ferien. Die Umgebung gleicht eher einem einheimischen Ausflugsparadies und die Freiflächen ringsum werden für Picknicks genutzt. Wir haben keinen Bock hier zu bleiben und in die Stadt fahren ist auch keine Alternative. Ein Schlafplatz in der Nähe wird gesucht und hinterm Ort das Valley hinauf Richtung Campingplatz finden sich ruhige Plätze zum Übernachten.

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Die Joggingeinheit am kommenden Morgen führt dann auch über diesen CP mit vorwiegend französischer Weißware. Immerhin ist das hier idyllisch, abgeschieden und hübsch bewachsen. Ansonsten weit weg von der Küste und sonstigen Attraktionen, keine Ahnung warum man mit den fahrenden Bungalows samt Garage über diese Piste fahren sollte um im Niemandsland zu stehen.
Wir können nur die Abgeschiedenheit als Grund erkennen und genießen ebenfalls die Ruhe und machen mal zum Mittag Tajine auf dem Feuer. Der Rest vom massig umliegenden Holz aus Argan und Oleander wird zum nächsten Strand mitgeschleppt. Feuerholz immer rar hier unten. Mein Anhänger ist voll und Ollis Feuerwehr-Dachgepäckträger findet endlich seine Bestimmung.

In Guelmim ist also heute noch der Ausflug zum Supermarkt eingeplant. Außerdem wollen wir am Abend mal gucken was die Stadt so an Snacks zu bieten hat. Der Schlafplatz sollte also zentral und trotzdem abgelegen und sicher sein. Wir fahren einfach schonmal zum Soukplatz und parken in der Nähe vom Eingang. Der Parkplatz dann doch etwas zu weit vom Zentrum entfernt aber für gut befunden, wir nehmen heute nochmal alle den Feuerwehr-Bus für die 2Kilometer ins Getümmel und laufen dort durch die umliegenden Gassen. Man findet wie üblich Sandwiches und Gebäck, Suppen und Fruchtshakes. Was aber noch auffällt, die Lieblingsfarbe hier ist blau.

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Diese dünnen Gewänder werden direkt hier genäht und sind traditionelle Kleidung der “Blauen Männer”. Früher mit Indigo gefärbt ein Zeichen von Wohlstand, ist es heute eher Andenken für Touristen obwohl man doch einige Einheimische damit auf den Straßen sieht.

Unser Abend war erfolgreich, wenn auch Guelmim nicht der interessanteste Ort für einen Spaziergang am Abend ist. Das Leben, wie überall, erwacht erst nach Sonnenuntergang und wir sahen die Stadt in voller Aktion. Die Nacht war ruhig und länger als erwartet. Da wir direkt vorm Wochenmarkt stehen hatten wir schon mit Lärm bei Anlieferung gerechnet. Aber erst der Parkwächter wies uns gegen 8Uhr einen anderen Platz für LKW zu. Der Souk dann groß und mit gutem Angebot.

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Leider weniger mit sehenswertem orientalen Silberschmuck und außergewöhnlichen Waren aus dem Süden wie erwartet. Das Übliche könnte man meinen. Das Highlight dann nur der Kamelmarkt, der einen Großteil des Viehmarktes ausmachte.

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Rinder auch eher ne Seltenheit und dürfen mal aufs Bild. Die Höckertiere werden im Hintergrund gehandelt, weiter rein wollte ich nicht, die armen Viecher haben so schon Stress, an den Vorderläufen zusammengebunden damit sie nicht wegrennen können. Wir beeilen uns also mit den Besorgungen und haben wieder gut geladen. Was zum Schluss noch fehlte war ein Paket für Atlas.

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Die Fleischergasse war mal wieder eine Überwindung, Hygiene funktioniert hier anders. Immerhin überdacht wie ein Großteil des Marktes gegen Schutz vor der Sonne die hier schon heute gnadenlos brennt. Die Pansen werden direkt auf dem Gehweg gewaschen, Fleisch und Fellreste liegen überall rum und das entsprechend geschlachtete Tier wird angepriesen indem der Kopf vorm Laden drapiert wird. So bekommt mein Begleiter heute sicherlich auch mal etwas Kamel, da der unübersehbare Schädel mit den schwulstigen Lippen neben mir baumelt. Augen zu und durch.

Wir verlassen damit auch die Stadt und machen uns wieder auf den Weg zur Küste. Heute steht noch was auf der Agenda. Es ist Vollmond und Geburtstag von Mike. Wir wollen ein hübsches Fleckchen am Plage Blanche suchen und ein Festessen veranstalten. Dort dann ein paar Tage bleiben, wenn auch der Wetterbericht nichts gutes verheißt. Wir folgen der Betonpiste bis zum Ende und wenigen Gebäuden mit der Bezeichnung Echatea El Abied auf der Karte markiert.

Diesmal immerhin Internetempfang und das Schotterplateau mit Blick auf den Strand von nur wenigen Wohnmobilen bevölkert. Wir wollen aber richtig an den Strand und finden eine kleine Furt im Sand die als Auf- und Abfahrt gilt. Runter geht immer und über das wieder rauf machen wir uns einfach später Gedanken.

Der Wind hat hier gewaltig aufgefrischt und an gegrillte Pizza-Party ist heute nicht zu denken. Wir müssen also ne Wagenburg bauen und sind mit unserem Plätzchen direkt neben dem Strom der im Meer versiegt zufrieden. Das Titelbild also auch unser Erstes vom legendären Plage Blanche… bei dem Wetter eher graubraun.

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Die Party war dann aber dank frisch gebackener Shoko-Cookies und nem Kokoskuchen aus dem besser als erwartet funktionierenden Omnia Ofen ein Hit. Ja, ich weiß wie haben nen richtigen Backofen, der war aber einige Zeit mit Keksen besetzt.

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Der Rest wie üblich ein Traum und die Schlemmerei ging mit Wein und Bier in eine gesellige Runde über. Happy Birthday Mike.

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