Foum Assaka – Fort Bou Jerif

Die Geisterstadt mit idyllischem Strand steht so schon 10Jahre, wie wir vom Bistrobetreiber erfahren. Bevor Ausländer hier investieren konnten haben Marokkaner gekauft und spekuliert, es jedoch nicht fertig gebracht ein Dorf zu bauen. Schade eigentlich, könnte hübsch werden. So aber sind nur Skelette der Häuser in der Ebene und an die Steilküste gebaut, Die Wege dazwischen befahrbar und der große mit Blumen bewachsene Platz zwischen Restaurant und Dünen unser Camp für die nächsten Tage.

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Wir haben mal wieder echt ein Paradies gefunden und der lange Strand erstreckt sich über ein-zwei Kilometer. Brunnenwasser zum Abwaschen vorhanden, den Rest haben wir. Schauen trotzdem mal im Cafe vorbei, die Wirte sind echt nett und hilfsbereit. Wir ordern für den nächsten Tag Berberomelette zum Frühstück und einen Eimer Suppe sowie zwei Tajine zum Abendessen. Im Voraus, hier wird nicht auf blauen Dunst gekocht. Die Familie genießt hier eher die Ferien wie es aussieht. Seine Frau spricht sogar englisch und sie wohnen eigentlich in Guelmim, arbeiten aber meist abwechselnd hier draußen und die Kids haben grad schulfrei.

So gibt es viel zu erzählen und in der Umgebung zu entdecken, definitiv mal wieder Zeit die Motorräder vom Hänger zu lassen. Unweit von hier hat sich Thorsten am Fort Bou Jerif eingenistet, kaum Internet zur Absprache machen wir, also Mike mit der Honda Chaly und ich mit der SP auf den Weg. Wir überqueren das Oued und die Engstelle dahinter. Die nächsten Meter wären dann definitiv das Aus für die Busse gewesen. Wir haben mit den Zweirädern echt zu kämpfen werden aber mit sagenhafter Umgebung belohnt. 10-15 Kilometer geht es ins Landesinnere. Nix als Hügel und unbewohntes Terrain… nein doch nicht. Ab und an ein Haus umgeben von weiteren Kakteenplantagen.

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Das einstige französische Fort dann als Südgrenze der Kolonie befindet sich dann auch mindestens 9km von der nächsten Straße entfernt und erhebt sich auf einem Hügel abgeschottet von einem kleinen Fluss mit Oase. Dieser wird später die unüberwindbare Trennung in Foum Assakka. In der Oase treffen wir auf zwei Camper, die von der Abreise unseres Freundes berichten, schade.

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Also entdecken wir die nähere Umgebung weiterhin motorisiert und fahren natürlich auch in die Ruinen hinein. Die übliche Lehmbauweise jedoch mit anderer Architektur. Muss aber weit länger in Benutzung gewesen sein, wir entdecken eingemauerten Wellasbest und eine Fahrzeuggrube zur Wartung. Der Rest wirklich verfallen.

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Unsere Mission auf dem Rückweg heißt eine andere Route suchen, die uns vielleicht den Weg zum Plage Blanche abkürzen lässt. Die Oued Querung gleich hinter der Oase schonmal machbar und in grobem Dreieck wollen wir in Richtung der Straße die wir nach Foum Assaka nahmen. Die nächsten Kilometer aber ein weiterer waghalsiger Offroad Trip und in der Summe eine Zumutung für die Busse. Etliche grobe Steine säumen den Weg und teilweise gibt es ordentliche Verschränkungen die Bodenfreiheit erfordern. Wir haben also unseren Spaß und suchen uns für die Busse ne andere Route.

Doch erstmal genießen wir die Abgeschiedenheit und trotzdem den Luxus eines Restaurantbesuchs. Die georderte Harira für alle und auch die Tajine sind lecker und heute bleibt unsere Küche mal kalt.

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Das Wetter am nächsten Tag mild wie üblich aber nicht so sommerlich wie zuletzt. Einfach ideal für ne ausgiebige Motorradexkursion. Diesmal alleine, denn das Ziel ist der Plage Blanche und die Strecke nach der Erfahrung gestern nur derbe Piste. Ich passiere das Oued am Strand und kämpfe mich danach einige Eselpfade die Steilküste hinauf. Auf der Karte führt die P1302 hier weiter nach Süden und wird wohl hauptsächlich von einigen Fischern benutzt. Selbst mit derben 4×4 Gerät würde das hier keinen Spaß machen und eine schauklige steinige Angelegenheit werden. Diese Route heben ich mir für den Rückweg auf und suche die küstennäheste Möglichkeit, meist Pfade die anspruchsvoll sind.

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Die Buchten deshalb auch sehr abgeschieden und einsam. So weit das Auge reicht keine Siedlungen oder andere Anzeichen von Zivilisation. Und trotzdem findet man ab und an Fischerhütten aus allen möglichen Resten gebaut, die das Meer so anspült. Von Paletten und Treibholz über Plastiktafeln und am Ende alles mit Fischernetzen umwickelt ergibt das auch nen festen Unterschlupf. Ansonsten wird auf Steine zurückgegriffen, wenn wie hier genügend am Strand rumliegen.

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In der nächsten Bucht dann ein ähnliches Bild, diesmal aber wenigstens mit einem Geländewagen erreichbar, weshalb wahrscheinlich auch gleich mehrere ihr Headquarter hier planten. Die Siedlung dann aber nur bei Trockenheit erreichbar, die Zufahrt führt 3km das Kiesbett entlang.

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Das Meer heute mal wieder aufgewühlt und stürmisch, muss wohl öfter so sein. Der große Pfahl direkt vor mir ist ein Rippenknochen eines Walfischs und knapp 3m hoch, weitere Knochenteile liegen mannshoch vor dem Haus im Hintergrund.

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Wie schon vermutet war die Küstenlinie die nächsten Kilometer ähnlich schroff und unzugänglich, ein hübsch abgelegenes Plätzchen. Und weit, weit weg von Zivilisation. Das machte mich dann auch langsam etwas vorsichtiger und umsichtiger in meiner Fahrweise. Die grobe Route mit Zeitpunkt der Rückkehr hab ich zwar angegeben, aber schon 30km weg vom Camp wäre das ein langer Fußmarsch zurück bei technischen Problemen. Ein Unfall wäre hier fatal und ich beschließe keine Eselpfade mehr zu befahren und mich auf dem Rückweg strikt an die wenig bessere Piste zu halten. Sie biegt ab und an in das Hinterland weg und folgt Tälern und Flussläufen, ein Traum für jeden EnduroFan, Motorradfahren als wenn das bike dafür erfunden wurde.

Es war mir ein Fest und mal wieder nen ganz oben rangierender Ausflug der ewig in Erinnerungen bleiben wird… obwohl auch dafür langsam der Speicher knapp wird. Das Wetter belohnt ebenfalls mit Aufklarung und am Abend gibt es noch ein weiteres Highlight, Paella vom Feuer. Ein Leben…

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