Sidi Ifni bis Foum Assaka

Wir kommen rechtzeitig zum Souk in Sidi Ifni an. Der Wochenmarkt also idealer Platz um einzukaufen. Die Stadt ist groß und trotzdem überschaubar, der Marktplatz eine sehr geräumige Schotterfläche im Süden wo einst (oder immernoch?) ein Flughafen geplant war. Der Parkplatz gigantisch und unkoordiniert wie üblich, alles steht kreuz und quer. Vom Großraumcamper auf der Durchreise bis zu kleinen MicroVan-Pickup-Taxi für den Großeinkauf alles dabei. Dieses antike Stück hier als Fahrschul-LKW macht schon Lust einfach mal ne Stunde zu buchen und durch die Gegend zu knattern.

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Aber wir sind zum shoppen hier. Das Angebot an frischem Gemüse mal wieder gigantisch und günstig. Dank der helfenden Hände im Team haben wir schnell die Beutel voll. Man kauft hier kiloweise und es bleibt übersichtlich, 4kg Blumenkohl, 4kg Möhren, 2kg Rüben, 2kg Rote Beete, 5kg Tomaten, 3kg Zwiebeln, 2kg Zucchini und schon sind schon wieder fast 10,- für die Gemeinschaftsessen ausgegeben. Und für unseren Obstsalat zum Frühstück noch 2kg Bananen, 1kg Kaki, 7kg Orangen und soviel Mandarinen wie wir tragen können. Dazu getrocknete Feigen zur Abwechslung denn mit Datteln bin ich immer gut ausgestattet.

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Der Souk hat noch einen Bereich mit dem üblichen Plunder an bunten Decken und Tüchern, aber auch zwei fliegende Teppichhändler, viel Silberschmuck mit Orient-Deko und einen Flohmarktbereich. Hier gibt es alles was bei uns an Sonntagen auf Flohmärkten angeboten wird. Wir haben alles und eigentlich sogar zu viel, doch die beiden handgefertigten Holzschüsseln aus dem Senegal erweitern unser Geschirr nun mit Stil.

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Man gönnt sich noch Snacks in den Bistros an der Hauptstraße, fragt bei den Fleischern nach Resten für den Hund und es ist sogar Zeit das Hamamm ein paar Straßen weiter zu besuchen. Für unseren Gruppenneuling Olli das erste und nicht das letzte Mal. Eine besondere Erfahrung wie immer.
Wir machen uns also wieder auf den Weg in die Wildnis. Die Hauptstraße durch Sidi Ifni biegt nun ins Landesinnere ab und führt nach Guelmim, wir folgen der kleinen ausgefransten Nebenstraße so nah wie möglich an der Küste. Hier immer noch als schroffe Steilküste mit dem ein oder anderen Strand als Bucht dazwischen.

Eine dieser Buchten haben wir anvisiert und ziehen als Autoschlange so langsam durch die Lande als sich die Vegetation um uns sehr einseitig ändert. Man sieht überall nur noch Kakteen. Aber nicht die kleinen runden wilden, sondern Kulturen von großblättrigen flachen Ovalen als Büsche wie auch in Spanien überall zu finden. Der Grund dafür die Kaktusfrüchte, die rot schimmernd auf den Spitzen blitzen.

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Ein kurzer Stop mit Eimer und Handschuh kann nicht schaden. Prompt steht auch schon ein Marokkaner neben uns, Hitchhiker der in den nächsten Ort will. Meint auch er kennt ne bessere Ecke mit größeren Früchten. Wir nehmen den jungen Kerl mit und die Ausbeute an Kaktusfeigen ist sehr ergiebig, und durch Zufall ist sein Ziel auch in der Nähe von unserer Route bei Sidi Warsik. Im Nirgendwo nur ein paar Häuser, meist von Fischern bewohnt und es ist Wochenende. Hier hängen wohl heute ein paar Kumpels ab und er trampt dazu.

Über mal wieder holprige Wege finden wir die gesuchte Bucht und auch einen abgelegenen Platz mit Zugang nach unten. Tolle Aussicht und alle male Gut für eine Nacht. Die schroffen Felsen am Strand versprechen weitere gute Beute aus der Natur. Muscheln gibt es hier ohne Ende und auch viel größer als an zugänglicheren Ständen wie zuletzt.

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Einen Tag in Salzwasser aufbewahrt geht ne Menge Dreck und Sand verloren, dann geputzt und geschrubbt.

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Und fertig ist mit Tomaten, Knoblauch und Zwiebeln ein fantastisch schmeckendes Gericht. Dazu Brot um die intensive Sauce auf zu tunken, lecker.

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Wir haben keine Eile, das Wetter passt und trotzdem ist es nicht der richtige Fleck zum länger bleiben. Zum Glück für die ganzen Muscheln da unten…. Es geht wieder weiter, die Richtung ist klar. Wir wollen zum Plage Blanche und erstmal bis zum Oued Noun auf der Teerpiste, danach soll es offroad weiter gehen. Wir kommen also recht zügig bis Foum Assaka aber dort nicht weiter. Die Oued Querung auf der Betonfurt machbar, doch am anderen Ufer ist jedes Fahrzeug außer Mopeds fehl am Platz. Die Piste weggespült und mit Treppenstufen ähnlichen Gesteinsbrocken unbefahrbar.

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Dort wo der orange stehen blieb wäre dann eine ziemlich heikle Stelle zu passieren.

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Rückzug ist keine Option, aber bescheuert sind wir auch nicht. Mike hat den Rest der Umgebung schnell auf dem Moped ausgekundschaftet, dahinter unfahrbar und als einziger Ausweg die Piste vor dem Oued zum Strand. (Bild zuvor neben den Bussen)

Wir fahren also in den Ort, es soll in Strandnähe auch zur anderen Seite gehen. Doch dies nur im Weichsand mit Allrad möglich, für uns also ne Sackgasse. Wir wollten eigentlich nicht in bewohnten Gegenden stehen, aber jede Bezeichnung wie Dorf oder ähnliches wäre bei dieser Markierung auf der Landkarte zu viel gesagt. Es sind größtenteils Bauruinen, maximal zwei drei Häuser bewohnt und ein kleines Cafe-Restaurant mit Wohnwagen daneben improvisiert. Es kommen wohl häufiger Touris vorbei und der Strand hier sehr hübsch. Die Gegend steht in nix nach und der Stellplatz hinter den Dünen ein Traum zum Verweilen. Ziel erreicht, wir bleiben.

Beachlife, was will man mehr. Lagerfeuer und das übliche.

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