Motorradausflug nach Tifnit – Paradies an der Steilküste

Wir genießen also gefühlt sommerlich die Küste bei Sidi R’bat. Ich will nicht behaupten, dass uns langweilig wurde, aber ich musste mal wieder was Neues entdecken. Christie war hier noch nicht mit dem Motorrad unterwegs und Mike&Lilli sind immer zu Abenteuern bereit. Wir machen uns also mit drei Mopeds auf den Weg nach Tifnit der Küstenpiste folgend. Die Mission steht und das Video vom letzten Jahr weckt Vorfreude.

Wir absolvieren die Route ohne Platten und befinden die komplette Strecke auch für Vans als befahrbar. Wer sich also den Weg außen herum sparen will kann von Tifnit aus den Abstecher wagen. Hier im Ort stehen einige Wohnmobile und es sieht touristischer aus. Der Ort selbst ist an die Düne gebaut und die Wege zwischen den Häusern erinnern an Strandabgänge aus feinem Sand. Echt urig und simpel, bis auf zwei Restaurants am Strand wo sich die Europäer zum Mittag tummeln. Siehe Titelbild.

Ansonsten glaub ich ist Strom nicht angelegt, die Masten enden beim Fischmarkt am Ende der Bucht, hier sieht man vereinzelt Solarpaneele auf den Dächern. Wir haben auch Hunger und sind in einem Fischerort, auf Plastikstühlen vor einem Restaurant will ich aber nicht sitzen. Wir suchen was reales und finden vorm Fischmarkt neben der Surferbucht einen Fischverkäufer. 30dH das Kilo und damit 5Fische im Sack.

img_6060

Meine Frage nach nem Grill wird schnell beantwortet und ein Typ in hipper Kleidung führt uns in einen unscheinbaren Hauseingang nebenan. Von da aus rauf auf die Terrasse mit dem wohl besten Blick des Ortes.

16406577_1250074995085051_8462970201869947861_n

Wir ordern noch Tee, Salat und Brot und warten bei unterhaltsamer Aussicht auf unseren Fisch. Dieser kommt dann mittig aufgeschnitten und beidseitig kross gegrillt und lecker.

img_4735

Die Surfer unter uns im Wasser haben es einfacher als wir gestern, definitiv kommen wir hier nochmal vorbei. Die kleine Mole beruhigt das Wasser und die Wellen breiten sich gleichmäßig, langsam und sichelförmig aus. Ideal für den Einstieg, sowas bräuchten wir eigentlich.
Es sind nicht nur Marokkaner im Wasser, auch ne Menge Britten wie es scheint. Der kleine Fischerort wird wohl auch ein Surfmekka werden und erinnert mich auch schon an Imzouane nördlich von Agadir. Was mir noch am Heimrestaurant auffällt… upcycling ist auch hier ein Thema und nicht nur die Fliesenreste auf dem Boden, sondern Ölfass-tische und Mehlsack-Polster bringen das Thema auf. Später kommen noch andere Gäste und wir machen uns wieder auf den Weg. 100,-dH haben wir für alles zusammen gezahlt und damit lokal investiert.

img_6065

Die Rückfahrt wieder lustig und ein guter Mix aus kurvig und sandig, Christie kann hier super offroadfahren üben. Wir bekamen noch Besuch von einem echten Wüstenschiff. Der Magirus hat mit Doppelkabine und Hochdach alles was man braucht, das Schlafzimmer im Koffer und ne Verbindungstür dazwischen. Selbst nen Ofen hat es ins Interieur geschafft, Dieselbefeuert mit den 600l Tanks auch ne Weile warm wenn’s sein muss. Die sonstigen Eckdaten des Magirus sind schon erstaunlich. Mit langen Achsen bringt’s auch der Sechszylinder auf knapp 130km/h Spitze, H-Kennzeichentauglich ist die Feuerwehr damit selbst nur 2Liter verbrauchsintensiver als unser Gespann unterwegs… da könnte man schon neidisch werden. Gesamtgewicht und Inspektionen sowie Erscheinungsbild dann auf der Gegenseite. Da bleib ich lieber dem unauffälligen 407 treu.

img_4726

Ich weiß nicht mehr genau wie viele Tage wir dort in Sidi R’bat blieben. Gemüse war genügend da, und frisches Brot gab es im Ort. Die Meisten von uns sind sehr entspannt was man auch hier deutlich sehen kann.

img_6019

Um uns herum lungern ab und an noch andere Hunde, alles im grünen Bereich und alle kommen miteinander aus, doch was man dem Jäger hier nicht ansieht ist sein Instinkt auf Esel. Am Abfahrtsmorgen ging es dann alles etwas schneller als gewollt. Um weiteren Begegnungen mit den Behörden aus dem Weg zu gehen verließen wir früher als gedacht unseren Stellplatz an den Klippen. Der entspannte Kerl vom letzten Foto hatte einen Esel im Visier. Fand die Frau darauf nicht so lustig und rief den Ortsvorsteher. Der Esel mit Biss im Bein wurde anstandslos bezahlt. 250,-€ ist so ein benzinarmes Transportmittel hier wert. Die Verletzung direkt abgebunden hoffen wir auf ein Herz von den Marokkanern und die Chance zur Genesung. Noch etwas Schmiergeld für den Ortsfritzen und wir zogen alle von Dannen.

Die Pläne für die nächsten Etappen sind nur vage, erstmal Aufstocken der Vorräte in Massa und dann wieder an den Strand. Kein Plan und nur ne Richtung ist auch mal schön. Süden und ab jetzt auch Neuland für uns, wir lassen uns überraschen.

Letztes Foto vom außerordentlichen Platz mit den Fischergrotten. Danke an Olli den Fotografen.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s