Küste südlich von Aglou

Uns treibt nicht die Zeit weiter sondern der Wunsch nach neuen Entdeckungen. Die Gruppe ist auf 4Düdos und den kleinen Franzosen angewachsen, wir nehmen Kurs auf Massa. Hier Im Sous-Massa Delta grünt und blüht es ordentlich. Der Nationalpark vom Anfang der Küste Bei Sidi R’bat zieht sich hinter bis Aglou unserem nächsten groben Ziel. In Massa halten wir für die üblichen Besorgungen. Der Gemüsevorrat wird demnächst noch eine weitere Person füttern und Wasser ist auch von Nöten. Eine erfreuliche Entdeckung ist der Imker am Straßenrand, der echten Honig aus der Umgebung verkauft und ordentlich Kostproben verteilt. Da unser Amlou aus Taroudannt schon wieder leer ist brauchen wir neues Naschzeug.

dsc_0191

Ein Kilo Honig in Waben, ein Kilo fruchtig aromatischer Orangenhonig und ein Kilogramm sehr intensiver Kaktushonig der schon fast im Hals kratzt. Wahnsinn, welch Geschmackserlebnisse und Unterschiede hier möglich sind. Die Bienenstöcke in der Umgebung haben auch keine andere Wahl, Kakteen so weit das Auge reicht.

dsc_0185

dsc_0187

Wir nehmen eine kleine Piste an der Küste entlang um noch vor Aglou einen Stellplatz zu finden. Dort am Anfang aber ohne Wasserzugang hat sich ein weiterer Mercedes sehr idyllisch postiert.

dsc_0188

Das Gelände hier wieder karg und sandig, niedere Büsche und fantasievoll geformter Kalksandstein. Je näher wir dem Ort kommen um so mehr Camper stehen abseits der Piste. Wir geben unser Vorhaben schon fast auf, als der Ort in Sicht kommt. Eine noch unwegsamere Piste 500m zum Strand runter ist dann nicht nur der letzte Versuch, sondern der ideale Platz, den Weißware nicht erreichen kann. Direkt am Wasser und hoffentlich Ruhe.

img_4749

Ein weiterer Strandtag neigt sich dem Ende und wir kommen mal wieder Besuch. Wahrscheinlich aber nur jemand vom Campingplatz um die Ecke der Kundschaft wittert und uns zu verscheuchen versucht. Etwas diskutieren, wir haben keine Sicherheitsbedenken und man lässt uns in Ruhe.
Die Fahrradrunde Tags drauf in den Ort erschrickt mich vollends. Aglou ist wohl der komischste Ort, der mir hier untergekommen ist. Eigentlich nur bestehend aus dem Campingplatz mit solchen Aussichten.

img_4750

Duschen dürfen wir hier auch nicht und bleiben würde ich nichtmal gratis wollen. Hauptsächlich Franzosen und es gibt sogar einen Parkplatz für Trailer da viele einen Kleinwagen mitgeschleppt haben. Die Umgebung dann ein Shop mit europäischen Artikeln und … eine Ferienhaussiedlung. Die hübschen sehr unterschiedlichen Häuschen haben in den parallel angeordneten Gassen aber trotzdem Käfig-Charakter und Bewohner haben wir keine gesehen. Überall zu vermieten und verkaufen Schilder und auf nem Mofa werden wir auch angesprochen ob wir nen Haus suchen.

Ansonsten gibt’s noch ne breite Promenade die auch am zerfallen ist, einige Restaurants und irgendwie kaum Marokkaner. Für mich eine der untypischsten Orte überhaupt. getoppt wird die ganze Angelegenheit noch von einem weiteren Neubaugebiet mit ca. 200 exakt gleichen Häusern. Macht die Werbung dafür einfacher, 195m² mit Garage für jeden der es bezahlen mag.

Da lob ich mir doch unseren schönen ruhigen Strand. Eine Horde Ziegen zieht in der Nähe vorbei und freut sich über unsere Spende der Küchenabfälle. Wir bekommen Besuch von einem französischen Hippie-Pärchen und fachsimpeln über die Wellen. Er hat mehrere große Schaumstoff Bretter dabei und ermöglicht der Gruppe diese in den schaumigen Wellen hier auszuprobieren. Strandleben pur, der Himmel aber etwas bewölkt und wir beschließen Morgen weiter zu ziehen.

Wir machen also gar nicht erst halt in ugly-Aglou und sind nun wieder mal im Konvoi aber diesmal ohne Team Orange unterwegs. Die beiden müssen mit dem Welpen zum Tierarzt in Agadir um Papiere zu beantragen und Impfungen durchzuführen. Wollen uns die nächsten Tage wieder einholen und wir schalten einen Gang zurück und schauen mal wohin es uns verschlägt. Die Straße Richtung Mirleft ist eben auf einem Plateau gelegen. Rechts das Meer hinter der Steilküste und links ragt ein weiteres Plateau 100m höher und bis zum Horizont. An einer Stelle sehen wir eine sehr markante Zickzack Straße in den Fels gehauen und am oberen Rand einen ganzen Haufen Paraglider. Das wollen wir uns näher ansehen und suchen einen Stellplatz in der Nähe. Natürlich am Strand und werden hinter einem >Club Resort< also einer Ferienhaussiedlung für Wohlhabende fündig. Die 500m Piste bis dorthin auch für Camper machbar, wie sich an unserem Nachbarn (natürlich Franzose) sehen lässt.

Der Spot sehr hübsch und abgelegen, direkt hinter den Dünen ein weiter Sandstrand. Bingo und am ausklingenden Tage heute nur noch Erkundungen und Essen zubereiten.

Der morgendliche Spaziergang lässt die Weite des Sandstrandes nur erahnen. Die Uferzone ist immer mal von schroffen Steinplatten durchzogen. Zwischen Ebbe und Flut spült das Wasser regelrecht bizarre Formen in die Felsen. Noch interessanter… wie auch schon am Strand von Aglou gibt es hier massig Miesmuscheln. Die Probesammlung dort hat ergeben, dass sich die Ausbeute lohnt und nicht viel Sand in den Muscheln eingeschlossen ist. Eine große Sammelaktion gefolgt von gemeinschaftlicher Putzparty beschert uns am Abend ein Festmahl. Muscheln in Tomatensauce… der Hammer.

img_6112

img_6115

Die haben wir uns auch gut verdient, der Tag startete mit einem Fahrradexkurs hinauf zu den Seglern. Die Entfernung nicht der Rede wert, aber die Höhenmeter an der steilen Zufahrt haben doch Kraft gekostet. Die Aussicht und Ansichten der Akteure vor Ort sehr informativ. Die Thermik hier anscheinend gegen Nachmittag besser und etliche Briten rennen mit aufgespannten Schirmen dem Abhang entgegen. Frei wie der Wind schwingen sich doch die Meisten gekonnt durch die Luft direkt vor uns dem Meer entgegen.

img_8405

Die Versuchung ist schon da im Tandemflug dies auch mal auszuprobieren. 30,-€ pro Flug ist kein Vergleich zu europäischen Tarifen. Das Risiko Suchtfaktor wäre aber auch gegeben und wir haben schon genug Flausen im Kopf. Es geht also wieder zur Küste, diesmal dank Schwerkraft mit fast 60Sachen den Berg hinunter.

Auch an diesem Strand gefällt es uns und wir verbringen zwei Nächte. Das frische Gemüse wird wieder knapp und wir ziehen irgendwann weiter nach Mirleft dem einstigen Hippie-Ort.

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s