Sidi R’bat; Tag 106 Kilometer 6462

Sidi R’bat war im letzten Jahr unser südlichster Strand am Atlantik bevor wir Richtung Tafraout in die Berge bogen. Aktuell aber noch zu kalt und wir wollen ne Weile den nun endlich angekommenen Sommer geniessen. Das Wetter nun wie erwartet, 20grad und Sonne mit leichter Briese vom Meer. Sonnencreme und Hut ist angesagt und die Freizeitbeschäftigungen im Wasser können beginnen. Doch erstmal stehen lästigere Aufgaben auf dem Tagesplan. Wäsche waschen und Staub aus den Bussen kehren.

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Der Luxus an diesem Platz, unten neben den Grotten hat der Fischer Abdul vor vielen Jahren einen Brunnen gegraben. Mit Seil und Eimer aus LKW-Schlauch kann dort sauberes und nur geringfügig salzhaltiges Wasser gezapft werden. Fischen tut um diese Jahreszeit niemand und auch Muscheln sammeln kommen nur wenige zur Ebbe. Abdul schaut aber später trotzdem vorbei und erkennt uns wieder, freut sich über den Besuch. Viel hat sich hier in der Gegend nicht geändert, er wohnt in Sidi Ouazzai und dort ist die nächsten Tage Fischmarkt. Ich gebe ihm nen Hunderter mit und bitte um seine Fachkenntnis für uns guten Fisch mitzubringen.

Wir verbringen die Tage mit relaxen, Slackline und Spaziergängen. Sport kommt auch nicht zu kurz, Joggen bis in den Nationalpark und am Strand zurück ist ne ordentliche Strecke. In die andere Richtung geht es Offroad bis Tifnit hinter und dieser Weg ist ein Spielplatz für die Moppeds. Mike Und Lilly hingegen lassen es am ersten Tag richtig ruhig angehen und werden auf eine Spritztour mit Kamel / Dromedar eingeladen. Wohl ne wackelige und hohe Angelegenheit.

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Cale & Cindy finden auch den Weg zu uns und haben sogar nen österreichischen Anhalter im Gepäck der für eine Nacht seinen Schlafsack an die Steilküste legt. Des Weiteren hat sich ein vierbeiniger Begleiter bei Team Orange eingefunden und muss sich erstmal stärken. Der Kerl ist sonst ganz munter und hält auf Trab. Da kommt noch einiges an Arbeit auf sie zu, auch mit den Behörden, mal gucken ob er bleiben mag. Auf jeden Fall stehen seine Chancen nun besser.

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Zur Abwechslung des Alltages wollen wir heute mal aufs Wasser. Mit den Surfbrettern, Boogieboards samt Flossen sowie Neoprenanzügen ausgestattet nehmen wir aber nicht die steinige Küste direkt vor unserer Nase. Knapp zwei Kilometer weiter haben wir eine breite Bucht entdeckt, wo am Vortag auch Surfer im Wasser waren. Der Weg dahin mit nem Düdo machbar… wenn man den Hauptspuren folgt.

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Wir hatten aber eine bessere Option gleich daneben und Sönkes erstes Steckenbleiben im Sand war nur von kurzer Dauer. Es war zum Glück abschüssig und wir konnten rückwärts wieder raus. Ein weiterer Versuch auf der Rückfahrt an exakt gleicher Stelle mit Schwung von oben endete aber ebenfalls im Sand . Ein Düdo ist halt nur für festen Untergrund gemacht. Unsere Surfskills reichen aber noch nicht für herzeigbare Fotos aus. Wir waren schon froh überhaupt annähernd in die Wellenzone gepaddelt zu sein. Das Weißwasser ist echt wild hier und die Wellenfolge kurz und schnell, ein Kraftakt. Wir fühlten uns alle etwas wie in der Waschmaschine durchgeschüttelt. Mit den Boogieboards und den Flossen an den Füßen ging es besser, die Kondition ließ aber auch schneller nach und so waren wir alle nach ner Stunde platt.

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So vertrieben wir uns einige Tage und hatten die üblichen gesellschaftlichen Abende. Wenn man das so sagen kann ist bei uns Urlaubszeit angebrochen und man genießt mal die Zeit für sich.

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Der Fischtag ist angebrochen und Abdul schuppt morgens schon am Strand. Es sind einige Kilogramm und dabei ne große Dorade und kleinere platte Fische. Wir hätten alles auf den Grill geschmissen, er möchte für uns aber gerne ne Tajine zubereiten. Wir checken also am Bus welche Zutaten er benötigt und bringen ihm unseren großen Schmortopf sowie ne Schüssel mit Karotten, Zwiebeln, Chili und Zucchini in die Grotte. Christie ist heute also abgelöst und darf nur einen Salat zubereiten, wir sollen dann in einer Stunde auf seiner Terrasse erscheinen.

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Die Flut heute etwas gewaltiger. Zum Glück haben wir uns gestern schon in den Wellen versucht. Heute reicht das Wasser sogar bis zum Brunnen, nicht oft so wie er meint. Wir sitzen also fast vollzählig auf seiner Terrasse und lauschen den Geschichten über deren Entstehung.

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Die Tajine dampft schon und der Salat mundet der Gesellschaft. Es gab Tee und Datteln und der Gastgeber traute sich auch aufs Foto

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Ein wahres Festessen und für alle eine unvergessliche Erinnerung. Der Fisch perfekt und auf den Punkt, Abduls Trick, Karottenscheiben auf den Boden, damit der gute Fisch nicht anbrennt. Die Würze simpel und nur durch etwas Peperoni-Feuer angefacht. Ein Traum und dazu mal wieder mit den Fingern essen wie sich jedes Kind das wünscht. Für die Meisten von uns etwas ungewohntes und ich erspare euch lieber Fotos davon. Häppchenweise mit Brotstücken einschaufeln und die Portion war mehr als genug. Währenddessen brutzelte schon der Grillfisch, der zum zweiten Gang serviert wurde…lecker.

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