Kasbah Taourirt und Snacknight in Ouarzazate

Ouarzazate ist das Zentrum dieser Region und unser nächster Anlaufpunkt. Als Knotenpunkt zwischen Ost und West sowie Marrakesch und Zagora gibt es hier alles, sogar Alkohol. Den Franzosen ist der Rose ausgegangen und auch sonst wollen wir mal gucken, was der “Supermarkt” so hergibt. Als erstes jedoch steht ein Besuch in der wohl bedeutendsten und hübsch restaurierten Kasbah Taourirt an.

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Der Parkplatz davor ist schon unübersehbar mit Mietwagen gefüllt, die umliegenden Händler zeigen den Touristen hier alles was Marokko an Souvenirs zu bieten hat. Teppiche und Kunstgegenstände, verzierte Lampen und Spiegel, landestypische Klamotten etc. Mike sucht immernoch afrikanische Stühle, simpel aus zwei Brettern ineinander zu stecken und auffällig beschnitzt. Er nutzt also die Gelegenheit und fragt sich mal wieder durch. Es sind auch nur unsere Pärchen in die Stadt gefahren, die anderen DüDos bleiben noch ne Nacht am See. Ich bin also für den Kulturexkurs zuständig. Mangels Begleitern alleine, die Mädels warten lieber im Bus. 20dH Eintritt und man findet eine völlig intakte Lehmburg vor. Zwar vollkommen ohne Innenausstattung aber mit all dem Plunder bei den Souvenirhändlern unten kann man sich das gut vorstellen. Die Gänge wirr und verschachtelt, es wurde früher immer mal wieder erweitert und die Bauweise mit Palmenstämmen und bunt verzierten Stängeln dazwischen echt beeindruckend. Die Deckenkonstruktionen sehenswert.

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Es gibt simple kleine Räume und sehr bunte repräsentative Zimmer. Hier dann verputzt und mit Wandbemalung und Mosaiken.

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Dazu dann die Aussicht aus den Turmzimmern mit kunstvoll geschmiedeten Fenstergittern.

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Der Blick durch die Fenster in die Weite zwar immer wie durch schwedische Gardinen aber es gibt ja auch Dachterrassen, diese kann man leider nicht betreten.

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Ich irre also einige Zeit durch die Kasbah bis auch jeder Winkel entdeckt wurde. Der letzte Blick auf Details der Fassade im Innenhof und in der Summe hat sich der Ausflug gelohnt, sehenswert.

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Von mir aus kann es weiter gehen, Mike hat endlich seine Stühle zu moderaten Preisen erstanden und stimmt einer finalen Teeeinladung des Händlers zu. Für den aber scheint noch nicht Feierabend zu sein und sein Kompanion beginnt Teppiche um uns herum auszurollen. Soll er machen, ich brauche sowieso noch ne Inspiration für den Bus. Neben meinem roten Berberteppich vom letzten Jahr ist durch den Umbau noch Platz für einen Zweiten, warum nichtmal Kontrast und ähnliche Muster ins Spiel bringen… der Tee schmeckt, wir haben Zeit.

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Der Rote ist nicht exakt unserer aber der Helle aus Kamelwolle passt dazu und könnte das Rennen machen. Leider werden wir uns im Preis nicht einig und auch sein Spezial Freundespreis von nur 920dH (statt anfänglich 2300) liegt nicht im Budget. Daraufhin meine Tauschobjekte rauszuholen bin ich auch nicht scharf, ich lass die Idee erstmal sacken und hoffe auf weitere Angebote in der nächsten Zeit, inshallah und wir schaffen es irgendwie aus den Fängen der geborenen Verkäufer.

Wir haben heute keine genauen Pläne, erkunden die Stadt und wollen ein paar Snacks zu uns nehmen. Der Supermarkt ist eher nen größerer Kiosk und hat zwar mehr Angebot, aber auch gigantische Preise. Müsli bleibt wohl weiterhin auf der Wunschliste. Unser Parkplatz in einer Nebenstraße recht zentral zieht ein Wind auf, der die Kälte in die Knochen kriechen lässt. Heute Abend ist Winterjacke angesagt. Seit Nordspanien war die nicht mehr im Einsatz. Eine “Snacknight” kann erst nach Sonnenuntergang erfolgreich sein, wir überbrücken also die Zeit mit Internetarbeit. Ich brauch auch unbedingt ne Dusche und hab das Hamamm nebenan für gut befunden. Der Besuch dort bei den doch ungemütlichen Temperaturen der Region ein Traum. Das Gebäude, wie auch die meisten Anderen dieser Stadt recht modern, Ouarzazate wurde in der letzten Dekade erst groß ausgebaut. Die Fliesen an der Wand sind also mal intakt und auch die Sauberkeit ist hier angemessen. Das Wasser heiß und viel Betrieb wie immer. Ich geniesse und bin pünktlich zum Start der Tour zurück. Auf den Straßen schon gut was los.

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Snacknight ist von Christie erfunden und bedeutet einen Rundgang durch die gefüllten Gassen und ausprobieren aller interessanter Köstlichkeiten. So gibt es im Hauseingang nebenan die wohl besten Pastilla des Landes, eine Teigtasche mit Hühnchen und Mandeln gefüllt, etwas Honig und obendrauf Puderzucker, tolle Kombination. Es gab weitere Pfannkuchen und Suppen, Sandwiches und natürlich Gebäck. Die Kälte nahe am Gefrierpunkt macht es etwas heimisch, nur der Glühwein fehlt. Dafür war die Schneckensuppe ein guter Ersatz. Ein erfolgreicher Abend und günstig vollgefressen.

Wir parken nur noch etwas um, hinter einer Bauruine sollten wir Ruhe haben. Ne halbe Stunde später wurden wir aber von nem Wachmann verscheucht und parkten annehmbar auf einer ruhigen Seitenstraße, morgen geht’s sowieso weiter.

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