Stausee Al Mansour Ad Dahbi, Tag 93

Skoura statten wir am Tag der Abfahrt aus der Oase nochmal einen Besuch ab, Einkauf was sonst. Danach geht es auf die N10 Nach Westen, aber nicht sehr weit. Wir müssen etwas Zeit tot schlagen und haben den Stausee im Auge. Von Süden war im letzten Jahr nichts schönes daran zu entdecken, das Nordufer aber soll idyllisch sein und zum Verweilen einladen. Doch wo genau das war konnte uns der Kletterkamerad Paul nicht mehr erklären. Wir versuchen es also ab der Region wo der Bau des GolfResorts gescheitert war. Meiner Meinung nach ist der See sowieso eine Schande für Marokko. Der Staudamm bewirkte hier zwar ein Trinkwasserbecken, dem Draa fehlt es seit Jahren nun aber an Wasser. Eines der schönsten Täler des Landes, wo früher sogar Krokodile heimisch waren wird nun systematisch ausgetrocknet. Wasser gibt es gerade noch bis Zagora, früher floss es bis in die Region um M’Hamid und hinein in den Lac Iriki. Den Abfluß zum Atlantik hat es danach schon laaange nicht mehr gegeben.

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Doch die Romantik siegt über die Gefühle und wir finden nach einigen Anläufen einen Platz wo es sich zu bleiben lohnt. Am Ende einer Landzunge mit knapp 4km Offroad von der Straße entfernt finden nur ein paar Fischer ihren Weg hierher um den Fang in Fahrzeuge für den Markt umzuladen. Ab Sonnenuntergang haben wir unsere Ruhe. Abendessen, kleines Feuer, Sterne gucken… das Übliche.

Der nächste Morgen dann ruhiger als erwartet, keine Fischer, lohnt wohl nicht jeden Tag raus zu fahren. Für uns also die Chance mal das Glück auf die Probe zu stellen und die Angelrouten rauszuholen.

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Wir haben alles versucht, mit Pose oder blinkern, Gummifische und den marokkanischen Geheimtip Datteln. Ob Fried- oder Raubfisch, hier sollte es alles geben, nur nicht bei uns am Haken. Später wurden sogar die Paddelboote zur Schleppfischerei genutzt, aber bei uns blieben die nächsten Tage die Essen vegetarisch.

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Die Kajaks haben sich aber trotzdem gut bewährt und eine phantastische Aussicht auf unser Ensemble von Seeseite aus ermöglicht. Es gibt einige nahegelegene Inseln zu entdecken und sportlich ist es auch.

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Wir konnten also mit Blick auf schneebedeckte Berge unsere sonnigen Tage oben ohne verbringen, die Nächte hingegen waren immernoch hart an der Frostgrenze und ein aufflammender Wind am Abend machte weitere Lagerfeuer unmöglich. Der letzte Versuch dann in der Feuertrommel mit massig Glut für eine weitere Runde gegrillter Pizza hausmacher Art. Pizzaparty könnte man es umschreiben; Essen als Abendveranstaltung. Teig vorgrillen, frisch belegen und erneut mit Deckel auf den heißen Grill. Zum Glück hatten wir zwei Busse als Windschutz mit Plane verstärkt drappiert.

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Die Ruine am Hügel über uns muss mal nen hübsches Objekt gewesen sein. Große Terrasse und vom Grundriss gesehen ein Gesellschaftsgebäude. Aber schon seit Jahren am Zerfallen. Auch hier fragt man sich über die Hintergründe, ein tolles Ausflugslokal wäre das alle Male. Es kommen einige Einheimische vorbei um die Abgeschiedenheit zu geniessen und aufs Wasser zu gucken, sie lassen uns aber in Ruhe und so geniessen auch wir die Tage bis auch bei uns die Abfahrt ansteht.

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