Plage d’Isly bei Al Hoceima, Tag 64, Kilometer 4329

Ein spektakulärer Abend gefolgt von einem weiteren fotogenen Morgen. Die paar dünne Wolken ermöglichen das Farbspiel und mich zieht es mit Kamera gegen Sonnenaufgang zum nahegelegenen Felsen. Das Meer hat sich hier Höhlen ins Gestein gespült und die drei keinen Inseln in Sicht sind spanisches Territorium. Schon interessant, das muss ich von weiter oben sehen und beginne meinen Aufstieg.

dsc_0238

Oben angelangt empfängt mich die Sonne und eine tolle Aussicht nach Osten. Das Meer immer noch vom Schlamm verfärbt und erst recht nach dieser Gewitternacht die bei uns wirklich keinen Tropfen niedergehen ließ. Die kleine Insel rechts ist komplett mit einer Festung bebaut.

dsc_0244

Der große Überblick aber erst macht dieses Fleckchen Land zu einem Augenschmaus. Und endlich passendes Wetter für die nächsten Tage in Aussicht.

img_4419

Der Blick nach unten erinnert mich an den weiten Weg zurück, der Abstieg ohne richtigen Pfad aber Dank Fährtenführer Atlas der mich auf jede Erkundung begleitet machbar. Schon hilfreich zwei paar Beine zu haben. Im Hintergrund sieht man Al Hoceima und zentral im Bild sind die Busse am Strandparkplatz versteckt.

dsc_0245

Unsere Route heute führt uns die Küste entlang nach Nador. Wir sind alle nicht scharf auf große Städte, aber irgendwann muss auch mal diese städtische und abendaktive Kultur in Angriff genommen werden. Wir finden etwas Platz am nördlichen Ende der Promenade, wenige Meter weiter gibt’s sogar ein McD. Wir starten gegen Dämmerung auf eine Erkundung der geschäftigen Gassen rund um den Souk, was hier wie ne Art Einkaufszentrum mit etlichen kleinen Klamottenbuden zu sehen ist. Ramsch in unseren Augen, jeder Polenmarkt hat mehr zu bieten. Geschmäcker sind halt verschieden. Es gibt aber auch ne ganze Reihe von Olivenhändlern.

Wir starten etwas weiter mit einer Runde The le menthe und lassen die Umgebung wirken. Unsere Bäuche sagen Hunger und wir probieren später überall mal ne Suppe, Schnecken, oder Süßkram, Ich glaube es war nen anständiger Einstieg in eine aber doch recht langweilige Stadt. Wir sind aber nicht ohne Grund hier gelandet, Melilla ist nur wenige Kilometer entfernt und eine Truppe geht da morgen nochmal einkaufen.

Unsere gewünschten Schlafplätze raus aus der Stadt und per maps.me vorsortiert sind leider unpassierbar, eine Villengegend mit großem Tor lässt uns sicherlich nicht dort campieren. Nur wenige Kilometer weiter aber hinter einer Eisenbahnüberführung direkt neben der Lagune eine nette Ecke. Wo uns niemand stört.

dsc_0258

Der Sonnenaufgang mal recht zeitig quasi hinter der Lagune und etwas Verkehr ist hier doch unerwartet der großen Schlammpfütze die wir in der Nacht passieren mussten. Hier geht es wohl zum Golfplatz und Zumindest Mitarbeiter werden mit nem Bus her befördert. Zeitig aufstehen ist bei mir sowieso normal. Die nähere Umgebung bietet interessante selbstgebaute Inselchen aus Müll, die von Fischern bewohnt werden. Hab leider kein Bild davon aber die Grundfläche nicht größer als mein Camper und der Aufbaue wie Zelt oder Tipi, auf einer Insel gibt’s sogar nen Wachhund. Das Wasser klar und seicht, ideal zum Fischen.

Wir packen aber und haben Pläne. Es wird einiges an Nachschub benötigt, etwas Kultur ist damit aber auch verbunden. Die Hälfte der Truppe fährt in einem Bus nach Melilla und tut sich den doppelten Grenzübertritt in die spanische Enklave an. Der Rest wartet am Burger-Restaurant Parkplatz und hat Aufgaben zum Zeitvertreib. Im orangen Bus wird mit halber Besetzung was im Geheimen vorbereitet. Beim J9 steht heute die Ausführung der Höherlegung an, die Sichtung beim letzten Mal lässt uns die Verdrehung der Vorspannung der Federung angehen. Ergebnis immerhin ca 5cm mehr Bodenfreiheit am Heck.

Es bleibt noch genügend Zeit die Stadt mit dem Fahrrad zu erkunden und gewisse Besorgungen zu erledigen. Mike hat sich am gestrigen Abend ne Jelaba gekauft wir schauen mal was es noch so an Modellen gibt. Bin ja bei sowas immer unentschlossen und brauche Auswahl, wollte erst mal gucken und hatte bei der hier nen gutes Gefühl.

img_4425

Am Bus zurück entdeckte ich ne Pfütze unterm Motor und musste die Leckölleitungen wechseln, kann auch den erhöhten Kraftstoffverbrauch der letzten Tage erklären… verdammt. Während dessen macht sich Mike nochmal mit der Honda Chaly auf ne Tour auf, die restliche Truppe hängt noch an den Grenzformalitäten fest. Er kennt mich langsam reht gut und hat genau die Jelaba vom Foto dabei, als Geschenk für die mechanische Hilfe heute und mir damit die Entscheidungsfindung abgenommen, Danke.

Der Tag war aber trotz eintretender Dämmerung heute noch nicht gelaufen. Wir wollen raus aus der Stadt und müssen auch noch was Essen. Definitiv müssen wir nochmal an den Strand. Morgen ist Wintersonnenwende, Verabschiedung vom Mittelmeer tut Not und außerdem steht Kalles Geburtstag an, es soll ne Überraschungsparty geben dafür wurde heute auch der Kuchen gebacken. Die Richtung steht also fest.

Nachtfahrt in Marokko, immer ein Abenteuer. Fahrräder und Mopeds ohne Licht, volles Fernlicht dafür von entgegen kommenden, ab und an mal ne Schafherde die die Straße nach Hause überquert. Wir nehmen die kleinere N16 nahe der Küste nach Ras el Ma und sind froh dort heile anzukommen. Ich hab was von vielen Fischrestaurants gelesen, wenn auch keine Saison ist. Der kleine Ort Ausflugsmekka der Großstädter aus Nador und Oujda, liegt direkt dazwischen. Wir erregen mit der Buskolonne natürlich etwas aufsehen im verschlafenen Ort. Die Reihe Restaurants ist schnell am gigantischen Kreisverkehr gefunden und wir schauen uns mal die Angebote an. Die Auswahl lässt nicht zu wünschen übrig, Loup de Meer (Wolfsbarsch) und Schollen, anderer Weißfisch und etliche Krabben und Garnelen. Alles auf Eis und roh, wird frisch frittiert, gebraten oder wie auch immer, man zahlt Kilopreise. Wir suchen uns das teuerste Restaurant aus, 140 statt 120Dh das Kilo, der Grund: die Einzigen Gäste der Straße sind grad hier rausgekommen. Pech für die Anderen, egal. Dazu ordern wir Brot und Salat, sowie eine sehr geile Fischsuppe.

dscn2334

Wir vertilgen knapp 2,5 Kilo Fisch und sind allesamt sehr mit der Wahl und Auswahl zufrieden. Der Kellner spricht sogar englisch und freut sich auf einen Plausch. Wir können unweit von hier direkt auf dem Parkplatz vor der Promenade am Militärposten gratis übernachten meint er. Es ist immerhin schon nach 10Uhr und in der Dunkelheit suchen fetzt nicht.

Ein weiterer toller Tag in Marokko geht also wie abgesprochen auf dem Parkplatz zu Ende auch wenn der Plan wie immer nicht ganz aufgeht. Wir hatten gehofft Morgen am Strand aufwachen zu können und einen sehr entspanntes Geburtstagskind unter uns zu haben, so muss aber Morgen noch gepackt und etwas gefahren werden. Inshallah

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s