Algeciras – Tanger Med. Tag 57

Es war ruhig in der Nacht und der Großteil von uns wach und ausgeschlafen gegen 8Uhr 200m weiter in der Schlange als das rote Kreuz zum grünen Pfeil wurde . Das Abenteuer beginnt heute, ab ins Schiff.

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Die Überfahrt nach Tanger Med dauert fast 90 Minuten, während dessen wird an Bord schon das Einreisezettelchen ausgefüllt und samt Pass abgestempelt. Die Passage nix besonderes, wenig kreuzender Verkehr heute. Auch unsere Fähre ist nur mit einer handvoll Fahrzeugen und einigen LKW belegt. Nur zwei andere Camper kein Wunder warum die Preise so gering sind. Wie ich erst danach erfahren habe gibt es auch ne neue Verbindung nach Motril wo die Preise für die 8 Stunden Überfahrt gerade noch geringer sind. Man lernt ne aus, aber so hätten wir Gibraltar auslassen müssen.
Egal, wir sind drüben und auch am Zoll kaum Warteschlange. Letztes Mal waren wir nen Monat später, also Mitte Januar hier und hatten massig Camper Gesellschaft. Heute überwiegen die PKW. Es wird obligatorisch mit dem Hund durch den Wagen gegangen, bei uns sieht es vollgepackt aus und der Schäferhund ist von Atlas seinen Gerüchen abgelenkt, vielleicht auch von den 20kg Hundefutter die unterwegs verteilt werden sollen.

Es dauert diesmal keine Stunde und wir haben alle Formalitäten geklärt, ich musste nicht einmal den Kofferraum auf machen und habe Mopped, Anhänger und Camper ordentlich registriert. 🙂 Auf geht_s Marokko vorraus. Letzter Blick von oben auf den Hafen und Europa.

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Unsere erste Etappe soll entlang der Mittelmeerküste nach Osten führen. Heute jedoch nicht mehr weit. Die Karawane der Größe nach geordnet kämpfen wir uns über die Berge vor Fnideq und sind erstaunt über die hohe Polizeipräsenz. Alle paar Kilometer steht eine halbe Armee rum, der Ansturm auf Ceuta ist wohl wieder schlimmer geworden. In dem waldigen Gebiet hier kann man sich sicherlich gut verstecken, wir sehen einige Schwarzafrikaner die sich die Küstenstraße entlangschleichen.

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Unsere erste Ortschaft war also auch die letzte auf der vorherigen Tour. Wir wollen nur schnell Geld tauschen und Telefonkarten holen. Eigentlich nix besonderes, dies aber ist eine Meldung wert. Wir stehen zusammen bei Maroc Telekom und ich erkläre die Vorgehensweise für die nicht französisch sprechenden. Kaufe eine Karte für 30dH und lasse sie mit 200dH für 20GB Internet auffüllen. Gebe ihm 300 und der Verkäufer schickt seine Assistentin zum wechseln raus. Während dessen gibt er das Prozedere mit dem Nächsten durch. Es dauert etwas und die Bestätigungen kommen per SMS zurück. Als die Assistentin zurück ist frage ich nach meinen 70dH Wechselgeld und der Kerl behauptet ich habe noch nicht bezahlt.

Wohlgemerkt stehen vier Zeugen vor ihm und es wird laut, sie blickt nach unten und darf nix sagen. Ich beweise ihm sogar, mit meiner Tauschquittung was ich hatte und dass nix weiter in meiner Tasche steckt. Er lässt sich widerwillig damit überreden. Ok, man könnte meinen er hat nen schlechten Tag. Ich bin fertig hier, wollte die anderen schon abhalten dort zu kaufen. Als ich raus war spielte er die gleiche Geschichte mit meinem französischen Kameraden durch… ich wäre ihm an die Gurgel gegangen. Das grenzt doch an Dummheit oder Dreistigkeit und wer weiß wie oft er bei frischen Touristen mit der Masche durch kommt. Am Ende haben aber alle Verbindung und es geht weiter.

Die Mädels im Auto wartend glauben die Geschichte kaum. Nächster Stop Tankstelle. Ich brauche nur nen Schluck in den Kanister, zahle und bin durch. Der Tankwart dreht sich zum Nächsten und füllt dessen Tank, will aber meine Summe doppelt abbuchen weil nicht genullt. Welcome to morocco, binnen 10 Minuten dreimal schon versuchter Betrug. Die Truppe ist mehr amüsiert als verärgert und wir verlassen das Getümmel und finden ein Plätzchen am nächsten Strand, der durch eine Sackgasse erreicht wird, standen hier schonmal und sah vielversprechend aus.

Wir wollten eigentlich nur nen Zwischenstop machen, jedoch ist die Bootsfahrt einem Kollegen nicht bekommen und wir können hier entspannt unseren ersten Abend auf dem anderen Kontinent verbringen. Der Parkwächter hat nix dagegen, wurde ja vorher auch mit Suppe und Brot bestochen. Einziges Manko, der Strand ist diesmal voll Müll. Hat die letzten Tage kräftig geregnet und einiges an Unrat was ins Meer fließt findet sich wie auf der spanischen Seite dank der Wellen am Strand wieder.

Das Wetter wurde in der Nacht erneut feucht und ließ am nächsten Morgen diese Szenerie mit finsterer Stimmung erwachen. Egal, es war zweckdienlich und hey, wir sind in Marokko.

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