La Linea de la Conception, Tag 54 , Kilometer 4000

Die letzte Nacht also in El Chorro, am Morgen noch bevor die Sonne aufging machte ich mich mit Atlas auf den Weg durch den Wald zur östlichen Bergkuppe mit der einsamen Hausruine. Der Sonnenaufgang etwas wolkenverhangen, die Umgebung aber wunderschön.

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Die kleine Hütte hier oben mit dem einfallenden Dach wäre ein Traum, zwar schwer zugänglich aber Ausblick in beide Richtungen und sicherlich ein cooler Treffpunkt für Kletterer, wer also noch ne Idee zur Investition sucht… Auf dem Rückweg habe ich sogar eine weitere Quelle im Wald gefunden, also alles was man braucht.

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Wir packten in Ruhe unsere Sachen und verließen die Natur ohne eine Spur zu hinterlassen, Zwischenstop beim geparkten Anhänger an der unteren Quelle und bei der Gelegenheit gleich nochmal Auftanken, Abwaschen und nach Montage der Bikes Baden. Der Weg führt uns heute nach Marbella und die Küste entlang. Südlich von hier gab es nur Orangenhaine am Wegesrand. Die kleineren Ortschaften hatten für uns weder Öl noch Futter zu bieten und so gab es heute mal ne Empenada aus dem Supermarkt. Mit Thunfisch gefüllte Teigtasche, der Hit.

Marbella war und ist eine Tourimetropole und Ferienort für zu viele Leute in Porsche und Range Rover. Wir machten uns trotzdem den Spaß mit dem stinkenden Gespann und dem kleinen Franzosen im Schlepp ab durch die Mitte zu fahren. Sehenswertes gibt es nicht, können wir also abhauen, waren mal da. Die restliche Costa del Sol runter bis La Linea ist dann eher unschön und zugebaut. Eine Nationalstraße folgt der Küstenlinie, immer mal wieder nen Supermarkt am Straßenrand. Unsere Ausbeute für heute kann sich nicht sehen lassen, Brot und Bier gibt es wohl zum Abendessen 🙂

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Tröstlich nur, dass ich beim Öl noch nen Treffer gelandet habe und knapp 30Liter an Treibstoff in den nächsten Tagen zu filtern habe. Wenn das Wetter wie versprochen wird bekommen wir etwas Sonne im sonst wechselhaften Südspanien und bleiben ein paar Tage am Strand. Wir warten dort auf Team Orange, die von ihrem Cabo da Gata Trip zurückkehren.
Wir packen es nicht vor Eintreten der Dunkelheit am Strand anzukommen und entscheiden auf dem Parkplatz direkt davor die Nacht zu verbringen, die unbefestigte Piste zum gewünschten Platz scheint von den letzten Regentagen echt aufgeweicht. Zumindest haben wir unser Ziel erreicht.

Am Morgen sahen wir dann auch einige Furchen die auf Festfahren und Rausziehen schließen ließen. Wir wagten es trotzdem und wurden mit einem gemütlichen Camp und Meerblick belohnt. Vom Wind abgeschirmt versprach es mit dem umliegenden Treibholz ein lauschiger Abend am Lagerfeuer zu werden.

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Eine Mission galt es zu erfüllen, Moppeds runter um die Gegend zu erkunden. Hier ist genug Platz und wir können uns wie alle anderen motorisierten Besucher am Strand ordentlich austoben. Der kurzfristig vor der Reise organisierte Scherenheber macht seine Arbeit echt gut und die Montage des Vorderrades ist mit wenigen Handgriffen erledigt.
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Wir bekamen Besuch von unseren Nachbarn einem Tschechischen Pärchen im Transit mit Wohnwagen, auch sie sind in den Herbstmonaten aufgebrochen und haben sich in Frankreich ihr Reisegeld beim Ernten verdient. Sie warten jetzt auf Anheuerung in Gibraltar, die Weihnachtssaison startet und es gibt Kellnerjobs. Die Spuren vom Festfahren sind von denen ein paar Tage zuvor als der schwere Regen ganze Flüsse ins Meer strömten und alles umliegende mitnahmen. Selbst 4×4 hatten hier Probleme und wir hoffen es bleibt trocken. Der Strand sieht auch dementsprechend aus, alles was ins Meer floss wurde nun wieder angespühlt.

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Das ergibt natürlich ein gigantisches Paradies für Recycler, und so machten wir uns auf zu einigen Runden und kamen mit allerlei Zeug zurück. Große Tragekörbe die wohl mal für Fischernetze benutzt wurden dienen nun zur Brennholzsammlung. Ganze Kollektionen von Bällen und einsamen Latschen finden neben hübsch verformten natürlichem Holz den Weg zu uns. Bei den Crocs und Badelatschen besteht die Hoffnung irgendwo den passenden anderen zu finden, die Suche beginnt. Immerhin räumen wir so etwas auf und alles was wir nicht behalten wandert in die Mülltonnen am Parkplatz.
So verbringen wir also zwei ruhige und trockene, manchmal mit Sonne belohnte Tage und bekommen später den erwarteten Besuch und damit wieder die Dreier Gruppe aus Granada. Die beiden haben eine schöne Zeit in Cabo da Gata verbracht und der Abend bringt viele neue Geschichten und sogar gemeinsames Musizieren.

Wir erfüllen uns noch einen weiteren Traum, den man wohl nur als Motorradfahrer nachvollziehen kann, einmal die Freiheit am Strand geniessen und durch den Sand wühlen. Mit der XT ist dafür ein kräftiges bike zur Hand und wir haben Spaß bis in die Dämmerung. Echt anstrengend und wir könnten echt bis Gibraltar fahren, wenn auch die Wolke den Felsen einhüllt.

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Als am Abfahrtag so langsam wieder alles klar Schiff gemacht wurde vernahm ich bekannte Motorengeräusche auf uns zu kommen. Ein weiterer 407 bahnt sich den abtrocknenden Weg zum Camp. Der erste Blick dann auch die Bestätigung und die ganze Karre kommt mir bekannt vor. “Mal eben weg” heißt sein blog und Sönke wusste aus dem Forum, dass wir hier in der Nähe sind. Er nahm für seinen Trip nach Marokko etwas Anlauf über Griechenland und Italien, wenn schon, denn schon und würde gerne mit uns zusammen rüber. Die Karawane besteht jetzt also aus vier Mobilen mit 7Personen, drei Moppeds und für jeden noch ein Fahrrad. Rock ‘n’ Roll.
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Er kam also gar nicht erst zum verschnaufen und musste wenden, damit wir unseren Tagesplan in Gibraltar erfüllen können. Mal sehen ob die Zöllner dort etwas gegen eine handvoll Hippies einzuwenden haben. Bei der Einreise wurde jedem einzelnen erklärt, dass man in “Jib” nicht campen kann, wir bleiben nicht lange… und fahren schnurstracks im Konvoi durch die viel zu vollen Straßen an die südliche Spitze auf den Parkplatz der Moschee. Der erste richtige klare Blick auf Afrika am anderen Ende der Straße von Gibraltar am Europa Point.

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