Blogarchiv 13.Dez.2015 – Uldecona Olivenhain

Ulldecona, hier ist nix besonderes los, der Spaziergang am Morgen ließ mich eher erneut gähnen. Und doch war ich nach was ganz bestimmten auf der Suche. Internetrecherche hat meine Naturfaszination ins unermessliche gesteigert. Leider ohne Adresse und die Touri-Info hatte zu. Ein Bild und nen knapper Text auf spanisch ließ unsere Informationen zu einigen Brocken zusammenschrumpfen, mit denen ich in der Ortschaft eine Richtung und nen Namen bekam. Die Finca L’Arion nochmal 15km weiter ist unser Ziel. Ich sah mich schon über Zäune klettern weil keine Voranmeldung möglich war, läuft sonst über die Touriinfo, wir wollten aber dahin, zu den >>les oliveres millenaries<<. Ein ganz besonderer Olivenhain.

Und plötzlich standen wir ohne Zaun und Verbotsschild mitten drin, gingen die letzten Meter der Suche aber zu Fuß und fanden eine recht gepflegte Anlage mit Erklärungstafeln und einem Steindenkmal die es als Weltnaturerbe ausweist. Die größte Ansammlung alter Olivenbäume auf der Welt, und damit meine ich nicht einige Hundert Lenze alte krüppelige Bäume, sondern kollossale Naturkunstwerke mit 8mStammumfang. Der älteste Baum hier wurde unter einem Constantino I im Jahre 314 gepflanzt. Richtig und ist damit über 1700Jahre alt, da können sich so einige Tausendjährige Eichen ne Baumscheibe von abschneiden. Es war niemand weit und breit zu sehen, aus Respekt ließen wir alle Äste dran, doch eine Olive hab ich als Andenken mitgenommen, vielleicht wird daraus ja auch mal ein Baum.

Zum Abschied nochmal nen knapp 1000jährigen umarmt, dann ging es weiter.

Wir zogen von dannen, der Küste entgegen. So langsam machen sich Monokulturen breit. Die Straßen gesäumt von Orangen und Mandarinenplantagen, zur Abwechslung komen da nur Olivenhaine in Frage. Peniscola also auf der Route, wir sind gespannt. Zwischenstop an der Strandpromenade, herrlich und sicherlich im Sommer kein Parkplatz zu finden. Der erste Blick auf die Festung über dem Fels am Ende der Bucht schon aussergewöhnlich. Seit dem Mittelalter sollen dort kleine Gasse im Kern unverändert sein.

Laut der park4night App kann man, wenn Platz ist sogar westlich des Hafens sehr zentral auf einem großen Parkplatz übernachten… wir legten einen Fußerkundungsmarsch ein und wollten später weiter. Das Wetter schmeichelt der Kulisse, ein weißer Traum hübsch abgelichtet

Von der Stadtmauer aus nach Westen sieht man auch den Bus und die Berge die als nächstes kommen.

In den Gassen von Peniscola sind zur Saison anscheinend gefühlt hunderte Straßencafes zu finden, so wie die Sonnenschirmständer und Terrassen überall angelegt waren. Da kann man nur mit nem Souvenirshop punkten, der in einem komplett mit Muscheln verkleideten Häuschen sitzt. Mehr Fotos hab ich aber nicht, ausser Dattelpalmen an der Stadtmauer vor Strandaussicht.

Wieder zurück auf die Schnellstraße ist es hier die einzige Option weiter im Landesinneren ohne Autobahn der Küste zu folgen. Die Berge auf den Fotos von Peniscola aus zu sehen schotten das Meer ab, eventuell dahinter sogar idyllisch. Wir fuhren schnell vorbei an Oropesa und Benicasim, Betonwüsten aber auch nciht für Touris hübsch. Ich schätze eher sozialer Wohnungsbau mit Blick zum Meer. Castellon de la Plana war die nächste große Stadt.

Im Kreisverkehr zum Zentrum mal wieder ne Straßensperre und Poizeikontrolle, Präsenz zeigen funktioniert hier ziemlich gut. Die Stadt ohne Besonderheit für uns nur Transitstrecke, es wird auch schon wieder dunkel. Wir wollen noch nen Stück Richtung Valencia kommen, vielleicht irgendwo in Wassernähe schlafen bevor wir Morgen in die Metropole einfahren. Leichter gesagt als gedacht, die letzten Kilometer kann man echt nicht ohne Zuhilfenahme der immerhin kostenlosen Autobahn absolvieren. In einigen Örtchen sind wir wegen schmalen Gassen und tiefen Unterführungen entnervt auf die Dreispurige gefahren. Und dann sahen wir schon den Dunst vor uns, und quasi letzte Ausfahrt fanden wir was zum bleiben. Den Parkplatz eines Leroy Merlin Baumarktes und Alcampo Supermarkt mit Burgerbrater und Strand. Echt wahr, anderswo liegen Einkaufszentren in öden Industriegebieten, in Spanien gibt es so viel Küste, da kann man auch mal nen Konzept probieren, shop&beach oder so ähnlich.

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