Madrid Zentrum, Tag 32, Kilometer 3140

Wir sind kurz nach 8Uhr an der augenscheinlich wenig bewachten Botschaft, in Berlin wäre das ne Festung. Parkplätze gibt es nicht, wir dürfen uns aber nicht verlieren und ich parke, wie alle anderen Lieferanten direkt am Straßenrand. Stört keinen und ich hab Zeit meine Gedanken in Worte zu fassen.

Ohne Geld geht da auch nix, nichtmal im Notfall für eine Landsfrau, die es auch noch schlecht nachweisen kann also 150,- aus meinen Reserven. Vielleicht hätte sie doch nicht drohen sollen beim Wahlerfolg von Trump ihren Pass abzugeben, nun hat sie den Salat… staatenloser Flüchtling werden? In Deutschland ein Traum, hier glaub ich nicht förderlich.
Gegen Mittag hält sie aber endlich ein offizielles Dokument in Händen, vorläufiger Pass gültig bis ein Jahr, das reicht erstmal und sieht auch fast aus wie der originale und ist lange genug gültig, damit wir nach Afrika einreisen können, die Tour sollte also weiter gehen. Es stand ja im Raum, dass sie in die Staaten zurückfliegen muss um sich nen neuen richtigen Pass zu beantragen, das ist nun also nicht nötig, dafür wäre sonst die restliche Kohle weg gewesen.

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Alles wird gut und wir nehmen unseren Weg auf nach Aranjuez wie verabredet. Aber vorher noch schnell ein Foto von der Arena die wir passieren, hier also das einzig sehenswerte unseres Madrid-Ausflugs auch wenn ich zumindest ethisch dieses Gebäude verdamme.

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Die Sonne strahlt und verlassen bald die Schnellstraße die uns flott aus der Stadt gebracht hat. Langweilig hier unten und im Rückspiegel eine riesige Dunstwolke über Madrid zu sehen. Kein Wunder also, dass so viele Radsportler diesen Weg durchs Niemandsland zum Training einschlagen, wenigstens Infrastruktur.

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Wir passieren San Martin de la Vega und später Ciempozuelos, beide unspektakulär aber zumindest keine verslumten Hauptstadtvororte. Der orange Bus steht wie verabredet an einer Gabelung mit Spielplatz und Zugang zum Stadtpark nördlich von Aranjuez. Die Sonne echt warm und der Platz gemütlich. Genug Aufregung für heute, wir bleiben noch ne Nacht und ich entspanne bei Lesen, Slackline und Öl filtern. Die anderen erkunden die Stadt zu Fuß und holen endlich die SimKarte für Christies Telefon.

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Der Abend dann wieder in Gesellschaft mit schon fast chauvinistische Aufgabenverteilung. Die Mädels kochen und wir Kerle probieren mal die Angeln im angrenzenden Tajo aus. Das Equipment funktioniert, Erfolg bei mir nix mit der Pose und beim Grundangeln gabs bei ihm nen Stock, einmal meine Sehne und final blieb das Teil beim auswerfen im Baum hängen…wir Experten. Blieb also bei Kartoffeln, Ei und Bohnen. War vielleicht auch etwas viel Betrieb auf dem Wasser.

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