Blogarchiv August 2013, Thüringen

Bei uns stand diesmal ein längeres Wochenende auf der Liste, Abfahrt Mittwoch Richtung Ostharz zum BolDor-ForumsTreffen, später dann weiter zum legendären Rust’n’Roll nach Thüringen.

Beim beladen hatte sich Fräulein hier versucht einzuschleichen in Vorahnung ihres fehlenden Gepäcks… den Stress wollte ich ihr nicht antun, sie ging auf Urlaub.

kurze Zählung, Pickup mit Matratze und Federbett, Kühlbox mit Gasflasche, Sitzgarnitur mit Bank und Schirm, Bierkästen, Verpflegung und Motorradklamotten, samt Anhängsel beladen mit Alteisen RETROHOCKER und GÜLLEPUMPENBOBBER, alles gut verschnürt.

ne gemütliche Fahrt bis Magdeburg und dann querfeldein. Auf der Strecke wie gewohnt interessantes mitgenommen. Den Anfang machte Quedlinburg. 1300Fachwerkhäuser versprach Wikipedia… und natürlich ne Burg mit Aussicht.

Die BolDor-Kollegen hatten sich in ner Bikerpension eingenistet, ich zog das Auto an abgelegener Stelle vor, den Parkplatzumtrunk samt Benzingerede, Probelauf vom Bobber und Planung der Ausfahrt am nächsten Morgen mussten aber sein.
idyllisch kann man auch hierzu sagen, altes FDGB-Heim, hammergeile Kulisse. keine Sau weit und breit, also auch ne Abenteuer-Besichtigung.

Der Harz lockte dann zweirädrig, während Christie auf eigene Faust die Hotspots im Wagen ansteuerte trieb ich die Bolle in Kolonne erstmal durchs Flachland. Aber es war den kurzen Weg bis Zilly wert. Wer da mal in der Nähe ist versucht ne Führung in der Harzer Bikerschmiede zu bekommen! grandios aus Moppedfan Sicht.
Die Jungs sind verrückter als alle die ich kenne, nicht nur wegen dem Guiness-Rekord Panzerbike mit 4,7t bekannt, einfach nur genial, Technik zum Anfassen.

Gestartet haben die Brüder zu Ostzeiten mit nem Foto vom Filmplakat von EasyRider und ner alten AWO, der Tüv ist nen Scheiß gegen die Bestimmungen zu DDR-Zeiten, also das hier mehr als aufwändig und teils ohne List nicht legal zu bekommen. Der Hit an jeder Eisdiele in den frühen 80ern

Der Abend nahte bei der Ankunft und meine Pläne schritten fort, wir machten uns wieder auf die Socken, Bolle nun solo, Christie im Versorgungsfahrzeug. Ziel Pößneck, Weg ungewiss. Navi defekt, Karte vergessen, Telefon macht sich blöd auf dem Mopped. Grobe Richtung süd-südost.

Lutherstadt Eisleben stand an nem Schild… Wittenberg war schon gesehen, hier ist er geboren und gestorben, Blinker setzen und hin, aber erstmal ne Übernachtungsmöglichkeit am Rande zur Natur wie üblich.

Frühmorgens dann in die Stadt, Führungen und Besichtigungen erst ab 10Uhr… na ja 90Minuten warten auf Touri-Scheiß nein Danke… Stadtbummel und weiter nach Süden.
Querfurt sagte mir auch was, Burg gucken, die hier ist wirklich sehenswert, nicht übervölkert und frei zugänglich! also hinfahren!

Wegen Zeitdruck am nun doch schon angebrochenem Freitag Naumburg neben uns liegen gelassen und doch nicht schneller vorangekommen. hinter einer Kurve, die ich zum Glück mit 50km/h dank Anhängergespann nahm, parkte ein Auto quer auf meiner Spur. ne verwirrte Frau und Scherben auf dem Boden sagten alles… Ich also Ersthelfer. Den knick im Dach kann man gut sehen, volles Rohr bergauf den Baum links im Bild getroffen. Der Notruf hatte seine Schwierigkeiten uns zu Orten, Landstraße und Richtung, sowie letzter Ort reichten ihm nicht, Problem hier war die Zuständigkeit, man glaubt es kaum zwischen der Landesgrenze Thüringen und Sachsen-Anhalt…zum Glück war sie nur leicht verletzt.

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Wir schafften es bis Pösneck und besuchte ein Fahrzeugtreffen der besonderen Art: Bier, Staub und rostigem Blech… ab aufs Gelände.

Der geilste Wagen auf dem Platz ne Landwirtschaftsmaschine…

Wir sind abseits der staubigen und zumindest tagsüber lauten Gesellschaft wegen Atlas im Grünen untergekommen.

Sonntag dann wie üblich recht früh Aufbruchsstimmung, es stand noch mehr auf der Agenda!

Altenburg waren wir vor einigen Wochen, leider Montags und das Spielkarten/Skat-Museum zu. Dafür Sonntags bis 17Uhr, also los. 200Jahre Skat. zur Zeit der napoleonischen Befreiungskriege erfunden (ital. scatare = weglegen) aus einer anderen Spielart mit nur drei Statt vier Mann und anderer Kartenverteilung (kriegsbedingt?)

Auf jeden Fall das Schloß und Museum sehr sehenswert, des Weiteren:

Thematisierung des „Eisernen Kreuzes“ deren Herkunft fälschlicherweise meist in eine andere Ecke gesteckt wurde. Die Sonderausstellung Befreiungskriege nicht nur für Waffen und Medailliennarren sehr informativ.

Während andere also den Kater auf der Raststätte ausschliefen gingen wir zerzaust, verschwitzt und naturodoriert ins edelste Restaurant der Stadt, den Ratskeller zum Thüringer Klöße essen. Dank fehlender Alternativen mit Pfifferlingsrahm. Christie steht auf die deutschen Delikatessen.
Meine Pfifferlingssuppe mit Preiselbeeren war ein Gaumenschmaus und ne gute Idee für die heimische Küche.

Atlas hatte schon lange keinen Bock mehr zu warten und seinen Sitzplatz aus Platzmangel auf den Bierkisten mit Decken gepolstert für bessere Sicht verlassen. Oder einfach um hinter den Fahrersitzen direkt dabei zu sein.

Und irgendwie fanden wir auch wieder den Weg in die Heimat und den Alltag.

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