Blogarchiv 13.Januar 2014, Südfrankreich

Tour de France

Wie schon erwähnt, ist beim letzten Stop mein Navi abgekackt, hab dem Teil zwar nie voll vertraut, aber zumindest im Stadtgewirr der Einbahnstraßen hilfreich, ebenso zum Auffinden von „Sehenswürdigkeiten“. Naja, soll nicht anders sein, eine Funktion geht noch: Heimatort — sehr bezeichnend und zumindest hab ich nen geeichten Tacho… Entfernung von zuhause irgendwas um die 2000km.

Toulouser Zentrum finde ich für heut Abend aber auch so. Nen Flohmarkt in der Nähe einer Kirche, und der kommende Tag ein Sonntag, also schonmal nen Platz gesichert, so war der Plan. Zum Glück ist der LT wendig und übersichtlich, mit dem DüDo wär ich hier nicht weit gekommen. Muss häufiger an meinen Großen denken, kann mir das gut vorstellen in den nächsten Monaten…Jahren… mal schau’n.

Die Universität war ebenfalls ausgeschildert und die Erfahrung in Bordeaux im Hinterkopf fanden wir hier nen Schlafplatz sowas von zentral und optimal, obendrein gratis wegen Sonntag. Die meisten anderen interessanten Orte sind mit sowas hier unzugänglich, fühle mich diskriminiert und benachteiligt…

Der Flohmarkt war dann eher nen Reinfall Chinaschrott wohin das Auge reicht dafür mangelte es an Franzosen, fühlte mich eher wie auf nem Basar im Orient. War also genug Zeit für ne große Runde zu Fuß. Toulouse wird Rosa-Stadt genannt, irgendwas mit rouge, wegen der vornehmlich verwendeten Ziegel. Zusätzlich waren viele Bürgersteige rot angepinselt, alles in allem eher ernüchternd. Ne hübsche alte Brücke über die Garonne, ein paar Kirchen und nen ausschweifendes Capitol mit pompösem Vorplatz. Alles in allem ist Toulouse keinen Daumen aus ULTRA’s Reiseführer wert. Die Backsteinfassaden zeugen eher von Mangel an Marmor oder Sandstein und sind teils auch nur schlecht verklinkerte Betonneubauten, wenn ich sowas sehen mag fahr ich nach Hamburg…

Der Abend wurde durch nen Weinlokalbesuch mit ner französischen Bekannten von Christie (aus der Berliner WG) noch lustig aber in Maßen, da ich nicht noch ne Nacht an diesem Orte bleiben wollte. Also ging es noch weiter Richtung Osten, bis die Müdigkeit Tribut zollte und wir neben einem finsteren verlassen wirkenden Chateau die Nachtruhe fanden. Hatte mir schon überlegt dort am Morgen mal reinzuschnuppern, der aufgekommene Regen und nen alter Renault in der Einfahrt hielten mich aber davon ab.

Langsam drängt die Zeit und es ist Montag, Ende der Woche ist „deadline“ in Sachsen. Also kurz entschlossen die Route eingekürzt, haban ja keine Verpflichtungen und Nizza samt Monaco gibt’s halt bei der nächsten Italienreise am Rande irgendwann… Fahren also nur noch nach Marseille und dann nach Norden um hoffentlich die Ausläufer der Westalpen größtenteils zu umgehen. kleine Pässe heute haben mir schon wieder gereicht… 3.Gang 35km/h

Beim Wifi-schnorrenden McD Besuch auf dem Parkplatz wurde unsere Ruhe vom jähen klopfen am Fenster gestört. Nen gealterter Aussteiger mit nem noch älteren Hanomag freute sich mal wieder nen Deutschen zum quatschen zu haben. Verbringt seine Winter immer hier mit wenige Pinkepinke und lebt im Wald. Ich gönnte ihm die Unterhaltung und der LT genoss erneuten Respekt. Und er war der Dritte, der mir von nem Besuch in Marseille abriet, zu viel Kriminalität, nicht besonders sehenswert und schon gar nicht um die Jahreszeit… ausserdem sind wir den Tag doch recht langsam vorangekommen, scheiß Kreisverkehre und immer mal suchen ohne Navi.
Also hielt ich mich nach Sete (Mittelmeerstrand) grob Richtung Arles und dann doch direkt Avignon um Marseille auszulassen.

Avignon war mir aus dem Französischunterricht noch nen Begriff, uraltes Kinderlied , das war wieder sehenswert. hübsche Altstadt, komplette Stadtmauer und nen Weltkulturdenkmal ne Brücke in die Rhone aber nicht drüber…
Wetter bescheiden, aussteigen unnötig, sind wieder mal direkt vorgefahren…
Hotel de Ville

Alles in allem sind die Großstädte in Südfrankreich eher nicht sehenswert, vor allem weiß ich nun auch, warum die gleichgeschalteten Medien immer von Südländern sprechen, wenn sie Orientale meinen, es gibt hier so viele davon, dass man kaum Franzosen sieht und sich wohl schon dran gewöhnt hat.

Naja, freue mich aufs Ardeche-Tal, werde mich heut noch in die Richtung vorarbeiten und morgen hoffentlich keinen Regen mehr sehen müssen.

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